Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Freitag, 31. August 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: William Fitzsimmons - Angela

Auf William Fitzsimmons' neues Album "Mission bell" und seine Tour hatte ich bereits hingewiesen (morgen wird er übrigens auf dem "Golden Leaves Festiveal" in Darmstadt auftreten).

Nun gibt es mit "Angela" noch einen weiteren Vorgeschmack auf "Mission bell":

Donnerstag, 30. August 2018

Alles hat seinen Platz

Üblicherweise sind die essentiellen Dinge im Hotelzimmer leicht zu finden. Bad, Bett, Schrank,...

Anspruchsvoller ist häufig die Identifikation aller Schalter und ihrer jeweiligen Funktion (es ist unangenehm, zur Nachtruhe dann doch nicht alle Lampen löschen zu können).

Doch gestern stand ich vor einer mir bislang unbekannten Herausforderung: Der Haarföhn war nicht zu finden. Die Preisklasse und das Ausstattungsniveau des Hotels deuteten klar darauf hin, dass irgendwo ein Föhn sein muss. 

Nur eine Schublade durchsuchte ich anfangs nicht: Die im Schreibtisch. Klar, wo sonst sollte man einen Haarföhn fest einbauen? Sich endlich mal vor dem Spiegel sitzend föhnen können...


Dienstag, 28. August 2018

London 2018

Mein erster Besuch in London war vor ziemlich genau 20 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war "Notting Hill Carnival". Zufällig verschlug es mich knapp nach dem "Jahrestag" wieder in die Stadt. Schön!


Bei meinem letzten Besuch war "The Shard" noch nicht da:

Hier hat sich wenig getan:

Fairer Deal:

Man muss auch mal essen:

So etwas (Bierdeckel) gab es vor 20 Jahren noch nicht in England:




Big Ben verpackt:


Die Turbinenhalle der Tate Modern mal leer:




Man muss auch mal (wieder) essen:




Diesen Hinweis erwarte ich in Zukunft auch von der Deutschen Bahn:

Montag, 27. August 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Bosse - Augen zu Musik an

Ein weiteres Video kündigt Bosses neues Album "Alles ist jetzt" (12.10.) an. Den Titel des Songs finde ich ein tolles Motto für fast jeden Musikgenuss. Bosse sollte überlegen, eine Special Edition des Albums ohne "Augen zu Musik an" für Autofahrten zu veröffentlichen. 

Das Video mit Anna Maria Mühe könnte übrigens auch ein Grund sein, die Augen offen zu lassen:

Sonntag, 26. August 2018

1000jährige Linde

Das Hinweisschild "Naturdenkmal 1000jährige Linde" ließ mich heute einen kleinen Umweg machen. Tatsächlich hat die Linde vielleicht keine 1.000 aber zumindest ca. 500 Jahre auf dem Buckel, sie wird von einer Stahlsäule in der Mitte gehalten, aber ansonsten ist sie sehr beeindruckend und sie selbst hat eine tolle Aussicht.






Der Stahlträger:

Der Ausblick der Linde:

Samstag, 25. August 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Adam Naas - I want to get you close to me

Sein Debüt "The love album" wird am 21.09. erscheinen, doch schon jetzt liefert Adam Naas das Video zu meinem anstehenden Umzug. Mit dem Hut darf er mir gerne beim Streichen helfen:

Freitag, 24. August 2018

Musik: Alice In Chains - Rainier fog

























"Grunge" atmet noch und riecht nicht mal komisch. 


Mit diesem sechsten Album haben die Grunge-Veteranen nun ebenso viele Album mit dem aktuellen Sänger William DuVall wie mit dem verstorbenen Layne Staley veröffentlicht. Gut 30 Jahre nach der Gründung ist das keine große Albumausbeute, die Pause zwischen "The devil put dinosaurs here" und "Rainier fog" liegt mit fünf Jahren daher "im Schnitt". Mit Jerry Cantrell und Sean Kinney sind die beiden Gründer der Band auch die einzigen Mitglieder, die Alice In Chains über die gesamte Zeit getragen haben. Mike Inez am Bass kam aber bereits 1993 hinzu und DuVall im Jahr 2006. Auch nach dem dritten Album mit ihm bin ich noch erstaunt, wie gut sich sein Gesang in den Bandsound einfügt... denn seien wir ehrlich: Je mehr er nach Staley klingt, desto eher werden die Erwartungen der Fans erfüllt. 


Auch darüber hinaus überrascht auf "Rainier fog" wenig: Die Gitarren sind hart, die Gesangsharmonien und die überwiegend gedämpfte Stimmung bleiben die herausragenden Merkmale der Band. Schon die erneute Wahl von Nick Raskulinecz als Produzent macht deutlich, dass keine Revolution ansteht. Statt dessen wird Alternative Rock zelebriert und an die Höhepunkt der Grunge-Welle erinnert. Ich sollte mal wieder "Singles" schauen. 

"The one I know", der Titelsong, "Maybe" und "Never fade" sind meine Favoriten auf "Rainier fog".


Das Video zu "The one you know":


"Rainier fog" klingt nach:


Donnerstag, 23. August 2018

Gift und Gegengift

Das eine Wochenmagazin klärt über Alternativmedizin auf und das andere Magazin erklärt betitelt diese (zumindest zum Teil) als "Hokuspokus". Ach wie schön, dass wir Meinungsvielfalt leben dürfen. OK, klare Fakten und diese anzuerkennen wäre auch toll. 


Mittwoch, 22. August 2018

Der Herbst naht...

... wenn es in der DB Lounge wieder Eis gibt. Trotzdem eine nette Sache.


Dienstag, 21. August 2018

Für echte AB-Fans

Gibt es noch Air Berlin-Fans? Ich hätte ein Andenken zu versteigern. Maximalgebot in bar bitte an meine Adresse. Ansonsten kann meine Anmeldung zum "topbonus"-Programm wohl weg...


Montag, 20. August 2018

Serie: Silicon Valley

Wer mit diesem Vorspann etwas anfangen kann


oder zumindest mit dieser Erläuterung,


der sollte sich die HBO-Serie "Silicon Valley" anschauen. Die nerdigen Protagonisten erinnern durchaus an "The Big Bang Theory", aber die Story eines Technologie-Startups im Silicon Valley liefert zudem viele Einblicke in die Gepflogenheiten oder zumindest Klischees der Branche. 

Sonntag, 19. August 2018

Podcast: The songs we should retire...

NPR hat einen hörenswerten Podcast veröffentlicht mit tollen Songs.... die man eigentlich nicht mehr hören möchte.

Samstag, 18. August 2018

Musik: Zeal & Ardor - Strange fruit

























Gospel meets Black Metal.

Im letzten Jahr konnten mich Algiers mit "The underside of power" für deren Mischung aus Soul, Electro und Alternative begeistern. Und dieses Jahr legen Zeal & Ardor einen noch unglaublicheren Genre-Clash hin: Offensichtlich vertragen sich auch Gospel und Metal. 

Hinter dem Projekt steckt der Baseler Manuel Gagneux. Er verdingte sich mit einigen Jobs in den USA und stellte in einem Internet-Forum die Fragen, welche zwei Musikstile er verbinden solle. Dumme Frage, dumme Antwort, die "Nigger music und Black Metal" lautete. 

Und was machte Gagneux: Sich an die Arbeit. Das Ergebnis war "Devil is fine" und es erschien im Jahr 2016. Das Interesse des Publikums konnte er damit nicht auf Anhieb gewinnen, aber die "Adelung" durch Musikkritiker verschaffte ihm dann doch Aufmerksamkeit. 

"Strange fruit" ist bereits das zweite Album, welches die Genre-Grenzen auslotet. Es klingt vielseitiger als der Vorgänger und hat mich begeistert. Wer sich von den Extremen Gospel und Metal nicht abschrecken lässt, finden im Feld dazwischen ein mächtiges und nachhallendes Album.   

Ganze 16 Track hat "Strange fruit" zu bieten, drei davon sind Instrumentals, die auf einem Soundtrack gut aufgehoben wären. Besonders beeindruckt haben mich "Gravedigger's chant", "Servants", "Don't you dare", "Row row" und der Titelsong. 

Das Video zu "Gravedigger's chant":

Kürzlich traten Zeal & Ardor auf dem Wacken-Festival auf, Ende des Jahres kommt die Band wieder nach Deutschland:
  • 15.11. München
  • 20.11. Berlin
  • 21.11. Hamburg
  • 28.11. Köln
"Strange fruit" klingt nach:

Freitag, 17. August 2018

Instant Popcorn

Ich denke an den Berichten über die magere Ernte ist was dran.



Donnerstag, 16. August 2018

Buch: Rob Reid - Year zero


























Tolle Story, leider etwas zu wenig für ein ganzes Buch.

Rob Reid zog es bereits Mitte der 90er Jahre ins Silicon Valley. Als Gründer von Listen.com und Rhapsody hat er spätestens über spätere Firmenverkäufe weitgehend ausgesorgt.

Als Autor schreibt er über Themen, mit denen er sich auskennt: Das Leben als Student der Harvard Business School, ein Sachbuch sowie einen Cyberthriller zum Silicon Valley und "Year Zero", einen Roman über Musik im weiteren Sinne.

Musik ist diesem Roman zwar allgegenwärtig aber eigentlich auch der Quell des Übels: Außerirdische sind seit vielen Jahren süchtig nach der Musik der Erde. Nun wurde einigen von ihnen bewusst, dass sie aus Gründen des Urheberrechts enorme Schulden angehäuft haben. Das führt zu einigen Verstrickungen. 

Diese grundlegende Idee gefiel mir sehr gut. Nun in der Umsetzung versuchte Reid an zu vielen Stellen, witzig zu sein. So wirkt "Year zero" etwas zu bemüht. Unterhaltsam war die Lektüre aber allemal. Und für Musikkenner liefern die im Buch aufgeführten Playlists der Protagonisten durchaus Ideen für den Griff in die Plattenkiste (oder das Online Archiv). 


Mittwoch, 15. August 2018

Podcast: Death in Ice Valley

Ich bin erst bei Episode drei von zehn angelangt, aber ich empfehle schon jetzt den BBC-Podcast "Death in Ice Valley". Vor 47 Jahren wurde die Leiche einer jungen Frau an einem einsamen Platz in Norwegen gefunden. Unter Berücksichtigung neuer Untersuchungsmethoden wird der Fall von Reportern neu aufgerollt. In mäßiger Geschwindigkeit wird Spannung aufgebaut. 

Dort gibt es alle Informationen inklusive der Downloads der Episoden.

Dienstag, 14. August 2018

Lüneburg 2018

Fast vergessen... zum Rahmenprogramm des "A Summer's Tale"-Festivals gehört für mich ein Besuch im schönen Lüneburg. 


Montag, 13. August 2018

Vorhören: Death Cab For Cutie - Thank you for today

Das neue Death Cab For Cutie-Album wird Ende der Woche erscheinen. Vorab gibt es "Thank you for today" bereits als Stream. Dort.

Danke, Death Cab For Cutie!


Samstag, 11. August 2018

Serie: Westworld Season 2



























Lohnt die Anstrengung.

Schon die erste Westworld-Staffel war keine leichte Kost. Aber sie ließ mich mit der Vorfreude auf eine noch größere Geschichte zurück. Und in der Tat toppt die zweite Staffel die erste in so gut wie allen Belangen: Die Geschichte ist größer und im Rückblick erscheinen die initialen zehn Episoden aus dem Jahr 2016 nur als die Wegbereiter der aktuellen Staffel. Den tatsächlichen Clou der Geschichte möchte ich gar nicht verraten, aber er ist topaktuell.

Als wäre die Idee eines Freizeitparks mit Robotern im Wild West-Stil nicht schon wirr genug, kommen in der zweiten Staffel noch asiatischer (vor allem dort geht es sehr blutig zu) und ein indischer Teil des Parks hinzu. Außerdem wird der Plot nicht linear sondern mit Blicken in die Vergangenheit(en) erzählt. Wer die erste Staffel gemocht hat, wird die zweite Staffel schätzen können. Ohne Vorkenntnis der ersten Staffel und mit nur geringer Begeisterung für diese sollte man sich lieber anderen Serien oder dem schönen Sommer zuwenden. 

Freitag, 10. August 2018

Welcome back: Alice In Chains

In zwei Wochen wird Alice In Chains' neues Album "Rainier fog" erscheinen. Ich freue mich darauf und den Song "Never fade" gibt schon vorab:

Donnerstag, 9. August 2018

Von "Südländern" lernen

Ich bin mir sicher, dass jeder Vorurteile zu "Südländern" aufzählen kann. Viele dieser Vorurteile werden mit dem Wetter und vor allem dem Sommer erklärt. 

So, nun haben wir in Deutschland mal "Sommer" und was passiert? Ich erlebe fast durchweg genervte oder gar aggressive Mitmenschen (vor allem in ICs, deren Klimaanlage nicht zu den gewünschten Temperaturen führt). Wenn sich "Südländer" so benehmen würden, würden wir uns nicht mehr im Sommer in den Süden trauen. 

Mittwoch, 8. August 2018

Nicht weltmeisterlich

Als Deutscher darf man sich dieses Jahr nun wirklich nicht über den Misserfolg anderer Nationen bei der Fußball-WM lustig machen. Nun ja, aber "Weltmeisterkäse" aus den Niederlanden? Vielleicht meinen sie ja Eisschnelllauf.


Dienstag, 7. August 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Marissa Nadler - Blue vapor

"For my crimes", das neue Album von Marissa Nadler wird Ende September erscheinen. So klingt der Song "Blue vapor" daraus:

Montag, 6. August 2018

A Summer's Tale 2018 (4)

Der letzte Festivaltag ließ die bislang größte Anzahl an Besuchern erwarten, daher starten wir schon recht früh in den Tag. Den "Postillion" verfolge ich im Netz nicht regelmäßig, da fand ich es einen tollen Service, dass das Programm im Stile einer Nachrichtensendung auf die Bühne gebracht wurde. Die Show hatte ihre Momente (vor allem die Ankündigung des zweiten Bauabschnitts der Elbphilharmonie, an dessen Ende die Vervollständigung des "halben" Gebäudes in Form eines kompletten Rechtecks stehen wird sowie der Bericht über den Schläfer, der in seiner Wohnung verstarb, weil er seit 1995 auf die Fertigstellung des BER wartete...) aber auch einige flache Gags. Das Publikum tobte aber brav.  



Son schien mir als passender musikalischer Start in den Tag. Die Aussicht auf Schatten vor der Waldbühne steigerte meine Vorfreude. Dieser Tag war übrigens der "kälteste" des Festivals. Regen war nicht in Sicht, aber einige Wolken sorgten für Erholung zwischen den Sahara-Momenten. Sons Album "An absence of colour" empfand ich als nett, aber auch als "nett". Timo Scharf und seine Band waren sehr sympathisch und der Auftritt war eben auch nett. Wie gesagt, ein angemessen relaxter Start in den für mich musikalisch wichtigsten Tag des diesjährigen Festivals. 


Der Hamburger Kneipenchor ist eine beliebte Attraktion des Festivals. Kleine und kurzfristig angekündigte Auftritte sorgen für eine interessante Stimmung und viele Gerüchte um den tatsächlichen Auftrittsort. Songs wie "Home" von Edward Sharpe And The Magnetic Zeroes und "Freedom" von George Michael brachten die Damen und Herren sehr unterhaltsam dar. 





In der Nähe durfte Tim Mälzer seine Kochshow als "Festival Kitchen" auf die Bühne bringen und er war dort ähnlich hektisch, wie man ihn eben so ansonsten auch kennt.


Uns verschlug es noch einmal in den Schatten der Waldbühne aber die Show des Reggaehasen Booo war uns dann doch zu hart. Familientauglichkeit wird bei "A Summer's Tale" groß geschrieben und die Macher verstehen es, sowohl für Familien als auch für Besucher ohne Kinder jeweils ein ansprechendes Programm auf einem Gelände zu gestalten. Dafür gibt es ein dickes Lob.

Bei den Shows der Tall Heights und Torpus & The Art Directors schaute ich nur kurz rein, ich wollte meine Energie für den Abend aufsparen.

Zwischenzeitlich suchte ich anderen Schatten in der Nähe der Sommerwiese. Dort probten gerade die "Hansemädchen". Im direkten Vergleich mit dem Hamburger Kneipenchor meine ich die für mich reizvollere Variante an diesem Tag bereits gesehen zu haben. Den Besuch beim tatsächlichen Auftritt der Damen sparte ich mir und so ging ich einem Terminkonflikt mit Kat Frankie aus dem Weg. Das nicht zu dicht gepackte Programm des Festivals empfand ich auch dieses Jahr als eine Wohltat. Auch das ist als Lob und Bestätigung für die Veranstalter zu verstehen.



Kat Frankie hatte ich bereits mehrfach in diesem Blog vorgestellt, u. a. ihr aktuelles Album "Bad behaviour". Nun konnte ich mich auch ihre Live-Qualitäten überprüfem. Live fand ich viele der mir bekannten Titel noch ein Stück weit überzeugender, weil druckvoller als auf Platte. Und wann sieht man schon eine komplett in rot gekleidete Band?


Oh Wonder habe ich mir nicht anschauen können, aber statt dessen an einer Weinprobe teilgenommen. Ab dem ersten Wein war die Stimmung dort schon ganz schön gut. 

Meute kannte ich bislang noch nicht, aber ich wäre auch nicht auf den Gedanken gekommen, dass man mit Blasinstrumenten Techno-Musik imitieren kann. Das war für mich eine der Überraschungen des Festivals. 



Ich hatte bereits erwähnt, dass das diesjährige Line-Up im Vergleich mit den Vorjahren als klaren "Abstieg" empfinde. Meine Anwesenheit konnte ich aber vor mir selbst damit rechtfertigen, dass am Abend die Band, die ich in meinem Leben bislang am häufigsten gesehen habe (Fury In The Slaughterhouse, die Mehrzahl der von mir besuchten Konzerte fand in der ersten Hälfte der 90er Jahre statt), die Band, die ich in den letzten Jahren am häufigsten besucht habe (Editors) sowie die Band, die ich schon lange mal und vor allem seit ihrem tollen roten Album live sehen wollte (Tocotronic) sich die Bühnen und den Abend teilten.

Die Editors hatte ich erst im März live gesehen. Daher erwartete ich keine Überraschungen. Tom Smith war wie immer der perfekte Entertainer und Ausdruckstänzer.


Im Vergleich zur Headliner-Tour tat den Editors die Beschränkung der Spielzeit auf eine Stunde sehr gut. Die Hit-Dichte war überzeugend und nach Kettcar war dies m. E. das stärkste Set des Festivals. Im Ablauf der Festivals sind die meisten Konzerte (auch die der bekannteren Acts) auf eine Stunde begrenzt. Daher wird von den meisten Künstlern auf das Zugaben-Spiel verzichtet. Diese Aspekte sowie die Tatsache, dass ALLE von mir besuchten Konzerte und sonstigen Darbietungen pünktlich begannen und endeten macht das A Summer's Tale Festival zu einem gut planbaren Event. Toll, weiter so! 


Übrigens: Bei den Editors könnte man mal darüber nachdenken ob es sich lohnt, für nur einen Song ("The racing rats") das Piano auf die Bühne zu schleppen. ;-)



Tocotronic wollte ich eigentlich auf deren Tour zum roten Album besuchen, leider schaffte ich das nicht. Meine Hoffnung, viele der Songs während dieses Auftritts zu hören wurde nicht erfüllt. Die Band kann aus einem Repertoire von knapp 25 Jahren schöpfen und natürlich tat sie das auch. So geriet das Set rockiger als von mir erhofft. Dirk von Lowtzows Ansagen waren, nun ja, gewöhnungsbedürftig aber die Musik an sich tröstete darüber hinweg. Ich kenne wenige Bands, die so gut gealtert sind und vor allem gerade in den letzten Jahren immer besser wurden. Weiter so, Tocotronic. 



Fury, oh Fury. Die Band leistete wichtige Beiträge zu meiner musikalischen Sozialisierung. Anfang der 90er Jahre war ich begeisterter Fan. Doch ich war froh, dieses Kapitel vor zehn Jahren in Hannover abschließen zu können. Mit dem Album "Brilliant thieves" ging es 1997 rapide bergab. Bezeichnenderweise fand mit "Riding on a dead horse" bis auf die neuen Titel "Words" und "30 (it's not easy)" kein weiterer Song der Alben der letzen 20 Jahre den Weg auf die Setlist des Festival-Auftritts (Irrtum nicht ausgeschlossen). Ich hatte bislang alle Wiederauferstehungen der Band ignoriert, aber im Rahmen des "A Summer's Tale" wurde ich ja quasi gezwungen, mich noch einmal mit der Band zu treffen. 

Im Vorfeld kramte ich eines meiner ältesten Fury-Shirts aus dem Jahr 1991 heraus und ich trug es gerne am letzten Festival-Tag. Wie albern kamen mir da Besuchern mit Shirts aus diesem Jahrtausend vor. ;-)


Im Vergleich zur Fury-Headliner-Tour, die nach zwei weiteren Auftritten und der anstehenden Fury-Kreuzfahrt enden wird, musste die Band ihr Programm von ca. 2,5 Stunden auf 1,5 Stunden kürzen. Wie bei den Editors empfand ich diesen Umstand als einen Segen. Die Band gab sich wie in der Vergangenheit durchaus politisch engagiert. Sich kritisch zum amerikanischen Präsidenten zu äußern ist nun nicht sehr kreativ, aber ihm bei "Jericho" mit der Trompete das Haupthaar zum Fliegen zu bringen war schon nett. 


Schön fand ich, dass Kai Wingenfelder "Won't forget these days" mit seinem eigenen Besuch bei "A Summer's Tale" vor zwei Jahren und dem damaligen Sigur Rós-Konzert verband.

Nennt mich spitzfindig, aber wer auch immer die Videos für den Hintergrund gestaltet hat (war es am Ende gar die Film-/Video-Firma des Sängers Kai Wingenfelder?), er hätte ja wenigstens so textsicher sein können zu wissen, dass es "Every generation got its own disease" heißt.


Ansonsten bot Fury die erwarteten Hits und in Ermangelung von Spielzeit außer "Hang the DJ" und dem neuen Folkrock-Song "Words" wenig Anlass zur Kritik. Vor Jahren hat sich Gero Drnek (verantwortlich für viele Instrumente bei Fury) darüber beschwert, dass für "Seconds to fall" noch immer das Akkordeon mitgeschleppt und vor allem ihm umgehängt wurde. Warum zum Teufel wird dieses Instrument nun für "Words" reaktiviert? ;-)


Die ersten beiden Zugaben "Kick it out" und "Cry it out" stimmten mich aber wieder versöhnlich. Schön, dass sich die Band noch an diese Songs erinnert und diese noch mit glaubhaftem Spielspaß darbieten kann. "Down there" lieferte mir noch einen schönen aha-Moment: Zu "meinen Zeiten" wurde bei diesem Song zur Imitation von Sternen mittels Feuerzeugen aufgerufen. Nun übernehmen diese Aufgaben Handys. 



Musikalisch war der letzte Tag für mich der erwartete Höhepunkt aber entschädigte nicht für ca. drei bis vier interessante Bands, die mir dieses Jahr gefehlt haben. 

Ansonsten:
  • Die Festivalstimmung war fantastisch.
  • Die kostenlose Abgabe von Wasser ein Segen.
  • Die Organisation verlief nahezu perfekt. Kurzfristige Ausfälle von Künstlern wurden nach Möglichkeit kompensiert. Nach den Erfahrungen des Vorjahres war dieser zweite Besuch schon ein wenig wie "nach Hause kommen". 
  • Das kulinarische Angebot war abwechlungsreich. Gegenüber dem Vorjahr gab es wenige Änderungen. "Street food" ist in diesem Bereich das Angebot der Stunde. Die Tatsache, dass sich selbst ein TK-Direktvertrieb dort verdingt ist aber auch ein Zeichen dafür, dass dieser Trend seinen Höhepunkt vielleicht schon hinter sich hat. Street Food ist m. E. immer zu teuer, aber im Rahmen eines Festivals ist man ja stolze Preise gewöhnt und für den Aufwand, den bei diesem Festival getrieben wird, sind diese vermutlich sogar gerechtfertigt.
  • Grundsätzlich begrüße ich den Versuch der Vermeidung von Einweg-Getränkebehältern. Warum jedoch Tetra Paks ok sind, handelsübliche PET-Flaschen aber nicht, kann ich nicht nachvollziehen. 
  • Ich habe mich noch immer nicht an die Pendelbusse nach Lüneburg herangetraut. Falls jemand Erfahrungsberichte mit mir teilen kann... bitte!
  • Das Festival für 2019 ist schon angekündigt. Wenn das Line-Up stimmt, bin ich gerne wieder dabei.  
Und der geheime Gewinner des Festivals ist: Dieses Luftsofa. Der einfach zu befüllende (eigentlich kein Aufpusten, je nach Fähigkeiten und Erfahrungen des Besitzers dauert der "Aufbau" 10 Sekunden bis mehrere Minuten, die allerdings viel Unterhaltung für Zuschauer bieten) große "Schlauch" war der Verkaufsschlager des auf dem Gelände vertretenen Outdoor-Ausstatters. Das ist keine Werbung, denn ich habe aus Gründen von einem Kauf abgesehen. Nach zwei Tagen waren alle Exemplare ausverkauft und der eilig herangekarrte Nachschub konnte den Bedarf auch nicht decken.