Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Konzert aus der Konserve: Florence + The Machine - Tiny desk concert

Hinter Bob Boilens Schreibtisch ist sogar Platz für eine Harfe. "June", "Patricia" und "Ship to wreck" sind die Titel, die Florence + The Machine im Rahmen ihres Tiny desk concerts darboten.



Mehr dazu direkt an der Quelle.

Dienstag, 16. Oktober 2018

Musik: Adam Naas - The love album

























Wenn schon Soul, dann bitte mit solch einer Stimme. 

Nein, ich werde nicht zum Soul- oder gar R 'n' B-Fan. Aber ich blicke immer mal wieder gerne in andere musikalische Richtungen (oder gar Abgründe). Aus dem Jahr 2017 blieb mir Algiers mit "The underside of power" in Erinnerung, dort passten Gospel, Soul und Punk-Rock zueinander. Dieses Jahr hat mich bereits Zeal & Ardors "Strange fruit" gefordert aber auch belohnt. Mit "The love album" habe ich nun Soul und sogar R 'n' B in "reinerer" Form eine Chance gegeben. Und auf diese Weise eine tolle Stimme kennengelernt. 

Adam Naas ist Mitte 20, doch mit rauchiger Soul-Stimme erklärt er seinen Hörern die Liebe oder zumindest seinen Blick auf diese. Aber er wohnt ja auch in der Stadt der Liebe und gilt daher per Definition als diesbezüglicher Experte. Darüber hinaus ist die Vielseitigkeit seines Gesangs beeindruckend. Ohne Vorkenntnisse würde ich bei jedem Titel überlegen, ob es sich um die Stimme einer Frau oder eines Mannes handelt. 

Musikalisch gewinnen bei mir vor allem die Titel mit flotteren Rhythmen. Namentlich sind das "True intimacy", "Cherry lipstick" und "Strange love". Wer ist besonders gefühlvoll mag, sollte an den letzten beiden Titeln "Love is never to blame" und "When you're holding me" seine Freude haben. 

Ich empfehle selten Soul-Alben. "The love album" ist hiermit geneigten Lesern empfohlen. 

Das Video zu "Cherry lipstick":

"The love album" ist:

Montag, 15. Oktober 2018

Bahnrekord

OK, die Bahn kann nichts für eine Geiselnahme... 

Aber alle Fahrgäste vom Hauptbahnhof mit Taxis auf die andere Rheinseite schicken und dort ohne Informationen auf Züge warten lassen, die nicht kommen... nun ja. Blöd für alle Menschen, die in irgendeiner Uniform rumliefen. Pawlow-mäßig bedeutet für einigen Menschen anscheinend "Uniform" = "Information". 

Dafür war die Stimmung unter den Reisenden fast durchgehend sehr freundlich und hilfsbereit. Sich vor einem Italiener für die Zustände in Deutschland rechtfertigen zu müssen war allerdings hart. 

Aktuell 3,5 h Verspätung. Das ist mein persönlicher Rekord.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Drachenfels

Ich wusste gar nicht, welche Tourimassen der "Drachenfels" anzieht. Aber der Ausblick ist es wert, sich diesen mal anzuschließen.



Samstag, 13. Oktober 2018

Insekten und Gin

Bislang kannte ich "Chefkoch" nur als Rezeptseite im Internet. Zu dem offensichtlichen Zweck nutze ich sie ab und zu und auch zur Unterhaltung: Einfach mal die Kommentare unter den Rezepten lesen. Highlights sind Rückmeldungen von Usern wie "Das Rezept kannte ich schon." oder "Das kenne ich anders.".

Auf jeden Fall aus dieser Seite wohl ein kleines Kochuniversum entstanden mit Zeitschriften und einer Foodmesse, die heute im Hotel "Kameha Grand" in Bonn stattfand. 

Die Veranstaltung bestand aus drei Teilen: Der besagten Messe mit Ausstellern rund um das Thema essen. Gefühlt gab es an jedem zweiten Stand Gin. Darüber hinaus scheint das mit den Insekten wirklich zu versuchen, ein Trend zu werden. Vorträge und Workshops bildeten das Programm rund um die Stände. Und natürlich durfte der Foodcourt mit Foodtrucks nicht fehlen.

Sowohl Snackriegel als auch Nudeln mit Insekten waren absolut essbar und ohne das Wissen, dass ein Teil der Zutaten aus gemahlen Kerbtieren besteht wären diese Lebensmittel unauffällig gewesen. 



Weitere Stände griffen aktuelle Trends auf oder wollen welche starten: Smoothies als getrocknete Snacks (schmackhaft aber mit gewöhnungsbedürftiger Konsistenz)


Tsampa (was Sherpas schätzen, muss für den gesundheitsbewussten Großstädter gut sein), natürlich Sushi, Tee, Kaffee,... Positiv überraschten mich die aus der Jackfruit produzierten Lebensmittel. 

Es ist schön zu sehen, welche Vielfalt dem Konsumenten angeboten wird. Ich bin gespannt, welche Produkte und für unsere Breitengrade ungewohnten Lebensmittel den Weg auf den Teller der "Masse" finden werden.

Interessant war das Gespräch mit einem Unternehmen, welches u. a. Lebensmittelhersteller bei der akustischen Gestaltung ihrere Produkte unterstützt. Wie knacken hochwertige Chips und wie die günstigen Varianten?







Freitag, 12. Oktober 2018

Musik: Slaves - Acts of fear and love

























(T)rotzig wie der Brexit. 

Die Stimmung auf der Insel stelle ich mir so vor: Ein Teil der Bevölkerung möchte trotzig endlich raus aus der EU und ein anderer Teil ist trotzig, weil dieser Schritt bevorsteht. Die Slaves liefern den Soundtrack für beide Gruppen. 

Genug Punk, um frech zu wirken und gleichzeitig genug musikalischer Hubraum, um eine breitere Hörerschaft anzusprechen: Den kleinen Clubs sollten die Slaves mit diesem Album dauerhaft entwachsen sein. Irgendwie fühle ich mich an die Ärzte erinnert, und das liegt nicht nur am Sänger Isaac Holman, der nebenbei stehend die Drums bedient. Die Tatsache, dass er auf diesem Album verstärkt singt, trägt stark zu der "Harmonisierung" der Band bei. Bei einigen Songs muss ich Art Bruts Eddie Argos denken.  


Das Duo aus Kent veröffentlicht seit 2015 Alben und wie alle Vorgänger schaffte es auch das dritte Werk "Acts of fear and love" in ihrer Heimat in die Top 10. 


"The lives they wish they had", "Magnolia" und vor allem "Artifical intelligence" sind meine Anspieltipps für dieses kurzweilige Album. 

Das Video zu "Cut and run":


Und ähnlich ansprechend choreographiert "Magnolia":


Die Slaves haben gute Chancen, mich auf einen ihrer Auftritte zu locken:
  • 21.10. Berlin
  • 22.10. Hamburg
  • 25.10. München
  • 04.11. Köln
"Acts of fear and love" klingt nach:

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Razorlight - Carry yourself

Die Bremer Stadtmusikanten als Musikvideo:


Das neue Album "Olympus sleeping" der Band um Johnny Borrell wird am 26.10. erscheinen.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Mainz







Montag, 8. Oktober 2018

Konzert: Ólafur Arnalds im Kurhaus in Wiesbaden, 07.10.2018

Annähernd klassische Musik im Kurhaus. 

Vor fünf Jahren lieferte der Isländer Ólafur Arnalds in der Wiesbadener Ringkirche ein nach meiner damaligen Einschätzung perfektes Konzert in perfekter Atmosphäre ab. Dieses Jahr bot das Kurhaus den Rahmen für Arnalds aktuelle Tour.



Sowohl in der Instrumentierung (Klavier(e), vier Streicher + Rhythmus) als auch im Ergebnis kommt Arnalds Output klassischer Musik sehr nahe. Aber auch in diesem Umfeld gibt es offensichtlich noch Innovationen: Arnalds hat eigens die Software "Stratus" entwickelt. Diese ermöglicht es ihm, drei Klaviere gleichzeitig zu spielen / anzusteuern. Das Zusammenspiel der Instrumente entwickelt sich dynamisch, d. h. grundsätzlich entstehen durchaus unerwartete Sequenzen. Schon vor Beginn des Konzerts "unterhielten" sich die Klaviere zur Unterhaltung der neugierigen Besucher. 



Während des Konzerts in Wiesbaden überraschte "Stratus" offensichtlich sogar seinen Entwickler durch Eigenleben. Bug oder feature? Es wäre interessant zu erleben, zu welcher Musik ungefesselte künstliche Intelligenz führen würde. 

Recht pünktlich gegen acht Uhr betrat Arnalds die Bühne. Die Stimmung war rasch sehr bedächtig. Das Publikum vieler Altersklassen wusste sich weitgehend der Location entsprechend angemessen zu benehmen. 


Wie bereits beim letzten Konzert wirkte Arnalds durch seine Ansprachen (z. B. zu der Aussicht auf ca. 150 weitere Konzerte in den nächsten 18 Monaten auf Tour und zu absolut stillen Neujahrstag im März auf einer indonesischen Insel) zum Publikum sehr nahbar und bodenständig. Nach diesen unterhaltsamen Einlagen tauchte er aber immer wieder rasch in seine eigene musikalische Welt ab, an der er seine Hörer teilhaben lässt. 


Ähnlich wie die beiden zusätzlichen Klaviere wirkten auch die weiteren Musiker gut eingespielt.





Stellenweise ist mir das Konzert über mehr als 100 Minuten etwas sehr ruhig geraten. Und so ein wenig Gesang an der einen oder anderen Stelle hätte ich auch vertragen. Aber das Gesamtkonzept der Tour ist stimmig und ich wünsche Ólafur Arnalds und seiner Band erquickliche 18 Monate auf dieser Tour. Es würde mich nicht wundern, wenn er danach mal wieder an die Punkrock-Zeit seiner musikalischen Frühentwicklung anknüpfen würde. ;-)



Samstag, 6. Oktober 2018

Song: St. Vincent - Savior (Piano version)

Mit "Masseduction" konnte St. Vincent mich nicht so recht verführen. Vielleicht gelingt es ihr aber mit der reduzierten Neuinterpretation "Masseducation". Das Album soll bereits nächste Woche erscheinen. Hier der Song "Savior" daraus:

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Film: Solo: A Star Wars story

























Überreizt. 

Die Story dieses "Nebenprodukts" der Star Wars-Reihe ist ja noch einigermaßen plausibel und grundsätzlich sollte der geneigte Star Wars-Seher auch Interesse an Han Solos Vorgeschichte haben.  Aber ansonsten ist dieser Film "zu viel": Zu viele Referenzen auf bekannte Sequenzen (u. a. ein großes "Monster" im All, noch einmal schnell mit dem Millennium Falcon hochkant irgendwo durchfliegen,..), zu schnell, zu viel Action. Die Dichte an bekannten Figuren und bekannten Schauspielern in "Solo" ist so hoch, dass die Regisseure (schon während der Dreharbeiten lag offensichtlich kein Segen auf diesem Unterfangen) kaum allen gerecht werden konnten.  

Spätestens dieser Film war das eindeutige Anzeichen dafür, dass Walt Disney es mit der Nutzung der Marke "Star Wars" übertreibt. Die schwachen Kinoergebnisse brachten nun die Einsicht, dass auch Star Wars-Fans Pausen benötigen. Zumindest bis zu Star Wars IX. ;-)


Dienstag, 2. Oktober 2018

Schön²

Entlang einer der angeblich schönsten Bahnstrecken Deutschlands (# 5 in dieser Aufzählung, m. E. ist diese Strecke wesentlich eindrucksvoller als "Hessen im Dunkeln", obwohl "Hessen im Dunkeln" immer noch besser ist als "Hessen bei Tag" ;-) ) fahren und dabei voller Vorfreude auf dessen Konzert Ólafur Arnalds hören. 


Montag, 1. Oktober 2018

Version wars: St. Vincent vs. St. Vincent vs. St. Vincent

Gleich drei Version des Songs "Slow disco" liefert St. Vincent.

Das Original:


"Fast slow disco":


"Slow slow disco":

Freitag, 28. September 2018

Musik: Flavien Berger - Contre-temps

























Abwechslungsreicher Synth-Pop aus Paris. 

Ja, es tut mir leid, aber wenn französisch gesungen wird und ein Song eine gewisse Stimmung transportiert, denke ich nun einmal zwangsläufig an Chansons. Daher komme ich nicht ohne den Verweis auf dieses Genre bei der Vorstellung zu Flavien Bergers "Contre-temps" aus. Dabei gibt er sich wirklich Mühe, durch Electro- und Synthpop-Klänge dieses urfranzösische Klischee nicht zu bedienen. Über weite Strecken gelingt ihm das auch und an der einen oder anderen Stelle auf "Contre-temps" dachte ich gar an The Notwist. Nur eben mit weniger deutschem "Kraut" und statt dessen mehr Pariser Lounge-Atmosphäre.

Zur Musik kam Berger über "Music 2000" auf der Playstation 2. Seine Fähigkeiten hat er über die Jahre weiterentwickelt und seinen ersten Longplayer " Léviathan" veröffentlichte er 2015. Neben seinen Solo-Werken wirkt er beim französisch-belgischen Collectif-sin mit und die Eignung seines Outputs als Soundtracks stellte er auch schon unter Beweis. 

Die Highlights auf seinem zweiten Album "Contre-temps" sind "Brutalism", "Maddy la nuit" und "A reculons". Allein schon wegen des Titels und der Spielzeit von neun Minuten muss ich auch das epische "999999999" (richtig gezählt, natürlich sind es neun Ziffern) nennen. Kurz aber unterhaltsam ist "Medieval wormhole", durch seinen "Mi mi mi mi mi"-Gesang die Hymne aller jammernden Menschen. 

Das Video zu "Brutalism":

Und das zu "Maddy la nuit": 

Flavien Berges vor wenigen Tagen auf Hamburgs Reeperbahn-Festival aufgezeichnetes Set gibt es aktuell dort zu sehen.  

"Contre-temps" ist:



Donnerstag, 27. September 2018

Three seasons in one train

Die DB schafft es mal wieder auf unnachahmliche Weise, in einem Zug diverse Klimazonen nachzubilden. In dem vorderen Wagen werden die Passagiere gar gekocht. Die meisten blicken "medium rare" drein. Im nächsten Wagen werden Winterjacken getragen. Und an der Grenze, ich bin mir sicher, bilden sich Gewitterfronten, sobald sich die Türen öffnen. 

Liebe Bahn, das war nicht unser Sommer. Und ich weiß nicht, ob ich mich auf Herbst und Winter freuen soll. 

Mittwoch, 26. September 2018

Deutschland hat gesprochen

"Vier-Augen-Gespräche zwischen Menschen mit völlig unterschiedlichen Ansichten vermitteln – und damit eine neue Form der politischen Diskussion begründen."
 U. a. über Die Zeit und Spiegel Online konnte man auf die Aktion aufmerksam werden und sich melden. 

Auch ich habe teilgenommen und ich bin angetan von der Aktion und von dem Ergebnis: Ich konnte mich bestens zu verschiedensten Themen austauschen. Wirklich kontrovers war das Gespräch nicht, dafür lagen wir dann doch in vielen Ansichten zu nah beieinander. Aber ich bekam Einblicke in Bereiche, zu denen ich sonst kaum oder keinen Kontakt habe. Ich habe nun mächtigen Respekt vor dem Job eines Gesamtschul-Lehrers.

Ich empfehle jedem (politisch) Interessierten die Teilnahme an solche Aktivitäten. Bei nächster Gelegenheit wäre ich auch wieder dabei.

Dienstag, 25. September 2018

Musik: Muncie Girls - Fixed ideals

























Gereift. 


Die Muncie Girls sind noch immer Lande Hekt, Dean McMullen und Luke Ellis und erneut, wie bei dem Debüt "From Caplan to Belsize",  stammt der Albumtitel aus einem Gedicht von Sylvia Plath. Mit besagtem Debüt konnte mich das Trio aus Exeter nicht überzeugen, aber "Fixed ideals" zeigt eine Entwicklung, die ich begrüße: Der Sound ist einen Tick selbstbewusster und ausgefeilter, die Texte persönlicher. Schlichtweg gereift wirkt die Band auf "Fixed ideals". Die Muncie Girls haben einen guten Kompromiss gefunden zwischen Erhalt ihrer Eigenheiten und dem Blick in die Richtung von Kompatibilität mit einem breiterem Publikum.

Die Highlights auf "Fixed ideals" sind "Picture of health", "Clinic" und "Bubble bath". Und wichtig ist auch "In between bands", da dieser Song als Reaktion auf den Brand des Clubs "The cavern" entstand. Es ist also quasi das "Smoke on the water" der Muncie Girls.

Das Video zu "Clinic":


Und das zu "Picture of health":


Zur Eroberung von Deutschlands Bühnen haben sich die Muncie Girls eine schöne Tour zurechtgelegt:
  • 19.10. Köln
  • 20.10. Fürth
  • 21.10. Regensburg
  • 22.10. München
  • 23.10. Stuttgart
  • 25.10. Hamburg
  • 26.10. Braunschweig
  • 27.10. Berlin

"Fixed ideals" ist:


Montag, 24. September 2018

Anhaltspunkte


Starke Indikatoren für die Identifikation der richtigen Ausstiegsseite sind:
  • Der Bahnsteig
  • Die Möglichkeit, Türen zu öffnen 


Sonntag, 23. September 2018

Das DB Spiel

"Und, was hast Du heute so gemacht?"

"Das alte DB-Spiel gespielt: Der Zug ist zu voll, wir fahren erst weiter, wenn Passagiere freiwillig ausgestiegen sind."

Ich tippe auf die Drohung mit der Räumung durch die Polizei. Vorher passiert hier nichts.

Samstag, 22. September 2018

Ausstellung: Die geraubten Mädchen

Eigentlich sind es fast ausschließlich Porträtfotos von Frauen und Kindern. Aber die haben es in sich... denn sie Frauen und Mädchen wurden von Boko Haram entführt. Erschütternd. Noch bis Ende Oktober im Stadthaus in Ulm.

Freitag, 21. September 2018

Musik: William Fitzsimmons - Mission bell


























Dieser Phönix erhebt sich leise und wundervoll aus der Asche. 

Vor geraumer Zeit ließ ich Serafyns "Foam" zu Hause laufen. Aus irgendwelchen Gründen wurde das Album zur bevorzugten Hintergrund-Musik für Yoga-Übungen auserkoren. Ohne Einfluss darauf zu haben, hörte ich "Foam" daher wesentlich häufiger, als ich es mir gewünscht hätte. Mir war nicht bewusst, dass mich ruhige Musik derart aggressiv machen kann. 

Kürzlich spielte ich William Fitzsimmons' neues Album "Mission bell" an. Ein "Oh, das könnte meine neue Yoga-Musik werden" ließ in mir Hoffnung aufkeimen. Ich werde berichten. 

Der 40jährige Singer/Songwriter aus Pittsburgh hat seit dem Jahr 2005 bereits einige tolle Alben veröffentlicht. Er wuchs als Kind blinder Eltern auf, in deren Haushalt Musik und Gesang eine wichtige Rolle spielten. Während seines Studiums zum Psychotherapeuten gerieten diese Elemente etwas in den Hintergrund. Aber zum Glück seiner Fans nahm er den Faden irgendwann wieder auf.

Die Geschichte hinter diesem Album hat es in sich. Innerhalb von zwei Monaten intensiver Arbeit mit einem Freund und Bandkollegen nahm Fitzsimmons im Jahr 2017 in seinem neuen Heim-Studio sein siebtes Album auf. Nach dessen Fertigstellung stellte sich heraus, dass seine Ehefrau sich von ihm trennen werde und dass sie während der Aufnahmen eine Affäre mit eben diesem Freund hatte. 

Man kann nachvollziehen, dass dieses Album in dieser Form nicht veröffentlicht wurde. Es bedurfte einiger Zeit und des Zuspruchs einiger Menschen, bevor sich Fitzsimmons unter anderen Bedingungen in Nashville wieder an die Arbeit machte. Zum Ergebnis äußert sich der Künstler (ich habe mich schamlos der Pressemitteilung bedient):
“Mission Bell“ ist nicht nur das Resultat der Asche eines gescheiterten Albums und einer gescheiterten Phase meines Lebens, sondern auch die Wiedergeburt des Wunsches und des Ziels, etwas zu schaffen, was zutiefst ehrlich, auf höchst unbequeme Weise persönlich und vollkommen leidenschaftlich sein würde. Es entstand mit absoluter Hingabe, ohne Rücksicht darauf, was ich jemals vorher gemacht hatte oder was noch in Zukunft kommen würde. Entstanden in einem Moment, wo ich so verletzlich und angreifbar war wie nie zuvor. Das ist der Grund, warum ich bis heute auf diese Arbeit so besonders stolz bin. Ich wollte diese Platte eigentlich nicht machen, aber sie ist das Beste, was mir je gelungen ist.

"Mission bell" wurde übrigens auf Herbert Grönemeyers Label veröffentlicht. Der Herr beweist Geschmack. "Mission bell" ist ein tolles Album. Ich hoffe der traurige Hintergrund wirkt sich nicht negativ auf die Eignung als Begleitung für Yoga-Übungen aus.

Besonders empfehle ich die Titel "Second hand smoke", "Angela", "Never really mine" und "Afterlife". Abby Gundersens und Rosie Thomas' Duett-Beiträge stellen eine schöne Bereicherung einiger Songs auf "Mission bell" dar. 

Übrigens habe ich das Album sowohl ohne Kenntnisse des Hintergrunds als auch später gehört. Es klingt nun anders. Tja, doof für alle, die erst nach der Lektüre dieses Beitrags neugierig geworden sind. ;-)

Das Video zu "Angela":


"Second hand smoke":


William Fitzsimmons live:
  • 02.10. Dresden
  • 04.10. München
  • 08.10. Stuttgart
  • 17.10. Hamburg
  • 24.10. Berlin 
"Mission bell" klingt nach:


Mittwoch, 19. September 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: City Kids Feel The Beat - Coming home

Ich mag Ulm und ich mag Musik. Und diese Musik kommt aus Ulm:



Das Album dazu wird am 26.10. veröffentlicht und heißt "Cheeky heart".

Dienstag, 18. September 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Silverchair - Israel's son

Ja, vielleicht etwas aus der Zeit aber "Frogstomp" war ein starkes Album:


Die Band hat übrigens fünf Alben veröffentlicht und alle gingen in der australischen Heimat der Band auf Platz eins! Das haben dort nicht mal die Beatles geschafft.

Montag, 17. September 2018

Musik: Anna Calvi - Hunter


























Was David Byrne so mit Musikerinnen macht...

Und wieder David Byrne. Nach seiner Zusammenarbeit mit Annie Clark aka St. Vincent in Form des Albums "Love this giant" lief diese mit "St. Vincent" zur Höchstform auf. Anna Calvi wurde schon für ihre ersten beiden Alben mit Nominierung für den britischen Mercury Prize bedacht. 2014 entstand dann die EP "Strange weather" und neben Brian Eno und Marianne Faithful kollaborierte sie dafür eben auch mit David Byrne. Und nun erschien mit "Hunter" ihr drittes Album, auf welchem sie wie entfesselt loslegt. Doch während St. Vincent sich eher weg von der Gitarre bewegte, zelebriert Calvi dieses Instrument auf "Hunter".

Neben musikalischen Einflüssen fiel auch noch eine Trennung, eine neue Partnerschaft und ein Umzug nach Frankreich in die Zeit. Entsprechend kompromissarm klingt "Hunter" sowohl musikalisch als auch im Hinblick auf die Texte. Anna Calvi möchte sich offensichtlich mitteilen und gehört werden. Und Songs wie "As a man", "Hunter", "Indies or paradise" und "Eden" sind auch sehr gute Gründe, sich mit dem Werk der Engländerin zu befassen. 

Unter Mitwirkung von Nick Launay als Produzenten (u. a. Midnight Oil, David Byrne, Nick Cave & The Bad Seeds, Silverchair und Maxïmo Park), Adrian Utley von Portishead an den Keyboards und Martyn Casey von Nick Caves Bad Seeds lässt die ihre Stimme über einer vielseitigen Mischung aus Indierock, Alternative und Art Rock strahlen.  

Das Video zum Titelsong:


"As a man":


Die Tour-Planung geht schon bis ins nächste Jahr:
  • 09.11. Leipzig
  • 10.11. Weissenhäuser Strand, Rolling Stone Weekender 
  • 15.11. Wien
  • 16.11. Europapark Rust, Rolling Stone Park 
  • 16.01. München
  • 18.01. Berlin 
  • 19.01. Hamburg 
  • 22.01. Köln

"Hunter" ist:



Sonntag, 16. September 2018

Morgenlauf



Samstag, 15. September 2018

Schritte sind relativ

Ich habe es getestet: 3.000 Schritt in einem Ikea-Haus sind ermüdender als 20.000 Schritte in London. Aber dafür können sich im Restaurant auch Menschen jungen und mittleren Alters schon mal an das Rollator-Feeling gewöhnen.  


Freitag, 14. September 2018

Song: The Smashing Pumpkins - Silvery sometimes

Sie können es noch...

Donnerstag, 13. September 2018

Vorhören: Metric - Art of doubt

Nächste Woche wird Metrics neues Album "Art of doubt" veröffentlicht. Als Stream gibt es dieses aber bereits jetzt dort.


Mittwoch, 12. September 2018

Nah dran an der Bahn

Die Bahn führt ein Kundenbindungsprogramm durch, welches interessante Einblicke in das Unternehmen erlaubt. Im Rahmen der "Nah dran"-Reihe verschlug es mich nach Frankfurt in das d.lab des Unternehmens. Am Puls der Zeit im Bahnhofsviertel (bei bei meiner Ankunft fand in einem benachbarten Gebäude gerade eine Razzia unter Beteiligung von ein paar Dutzend Polizeikräften statt) sind die Räumlichkeiten hinter dieser massiven Tür untergebracht. 



Im Inneren gibt sich dieser Teil des Unternehmens sehr frisch, sämtliche Klischees von Start-Up Unternehmen werden erfüllt.




An verschiedenen Stationen konnte man sich zu aktuellen Entwicklungen im Bereich "Reisendeninformation" mit den Experten austauschen. Es wurden sowohl jüngere Änderungen als auch Blicke in die Zukunft geboten. 



Teilweise wurden verschiedene Alternativen von Entwicklungen (z. B. das Anzeigesystem in den Bahnen) vorgestellt und die Gäste wurden um Bewertung bzw. Kommentare gebeten. 

Es war interessant zu erfahren, warum einige Dinge eben noch nicht klappen, wie man es sich wünschen würde. Das offensichtliche Beispiel sind abweichende Informationen zwischen den verschiedenen Kanälen (Bahn App vs. Anzeige am Gleis vs. Durchsage). Die gute Nachricht: Die Bahn arbeit daran und zumindest in Plauen (!) sollen alle Kanäle in einem Pilotversuch bereits von der gleichen Plattform mit identischen Informationen gefüttert werden. 

Während der Veranstaltung gelang es durchaus zu zeigen, dass man die Kunden ernst nimmt. Interessant fand ich die Erläuterungen zu acht "Personas", welche dem d.lab-Team bei der Arbeit über die Schulter schauen: Es handelt sich um fiktive (und durch Pappaufsteller personifizierte) Bahnreisende, welche den Querschnitt der Passagiere repräsentieren sollen: Z. B. der junge Pendler, der durchaus interessiert ist an aktuellen Geräten und technischen Entwicklungen und die etwas ältere Frau, die ganz gut in ihrer analogen Welt lebt. Ich stelle mir die Gespräche zwischen Entwicklern und Papp-Kameraden durchaus unterhaltsam vor. 

Verpflegung in Form netter kleiner Happen gab es übrigens netterweise auch. 

Und dann kommt man aus dem d.lab, hat noch den Blick in die Zukunft im Hinterkopf und steigt in den ICE ein, in welchem die Wagenanzeige so ausschaut:


Aber zumindest waren heute vier von fünf meiner Züge pünktlich.

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