Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Freitag, 26. Mai 2017

Musik: The Wooden Sky - Swimming in strange waters

























Indie-/Folkrock mit psychedelischen Momenten. 

Kyle MacLachlan ist gerade wieder in seiner Paraderolle als Dale Cooper in der neuen "Twin Peaks"-Staffel zu sehen. Über einen Zeitraum von 25 Jahren haben sich viele Fans der Serie eine Fortsetzung gewünscht und MacLachlan hat mit seiner Rolle sicherlich großen Anteil am Erfolg der Staffeln in den 90er Jahren. Seinen ersten Filmauftritt hatte er zuvor im Film "Dune", bzw. "Der Wüstenplanet". Die Verfilmung des Romans von Frank Herbert war ein ziemlicher Reinfall. Ich erinnere mich eigentlich nur an Stings Auftritt. Einen nachhaltigeren Eindruck hat offensichtlich der Roman selbst gemacht, denn das Zitat "Survival is the ability to swim in strange water" inspirierte nun über 50 Jahre nach Veröffentlichung die kanadische Band The Wooden Sky zum Titel ihres fünften Albums.

Die Band aus Toronto hatte bereits Songs für ein neues Album als Demos produziert, als sie die Arbeiten wegen einer Tournee unterbrachen. Als sie sich später an die Produktion der "polierten" Version der Songs machen wollten, erlagen sie dem Charme der Rohentwürfe und nahmen die finalen Versionen in ähnlicher Weise wie die Demos. Auf "Swimming in strange waters" vermischt sich solider Indie- und Folkrock mit psychelischen Einflüssen. Diese und ein paar weitere genre-untypische Ideen sorgen dafür, dass "Swimming in strange waters" stellenweise durchaus "besonders" und nicht zu sehr nach "Irish Pub" klingt. Der Titelsong, "Deadhorse creek" und "Black gold" sind meine Favoriten auf "Swimming in strange waters".

Der Titelsong:


The Wooden Sky auf Tour:
  • 06.06. Würzburg
  • 07.06. Nürnberg
  • 08.06. Hamburg
  • 09.06. Berlin
  • 16.06. Wuppertal
Außerdem tritt die Band auf dem "Summer Pie"-Festival am 17.06. in Palma de Mallorca auf. Ich denke das gilt im weitesten Sinn auch als Auftritt in Deutschland. 

"Swimming in strange waters" ist:


Donnerstag, 25. Mai 2017

Buch: Riad Sattouf - Der Araber von morgen, Band 3: Eine Kindheit im Nahen Osten (1985-1987)

























Weitere Einblicke in die arabische Welt.

Riad Sattouf ist fleißig und geschäftstüchtig. Der erste Band der autobiographischen Kindheitserzählungen über seine ersten sechs Lebensjahre in Frankreich, Libyen und Syrien war sehr erfolgreich. Nun folgten in recht kurzen Abständen die Schilderungen der jeweils zwei weiteren Jahre. In den Jahren 1984-1985 hielt sich Riad mit seiner Familie bis auf einen kurzen Besuch in Frankreich komplett in Syrien auf. Band drei knüpft an diese Zeit an und erschien kürzlich. 

Wirklich bahnbrechende Entwicklungen hat Band drei im Vergleich zu den Vorgängern nicht zu bieten. Riad berichtet über seine Schulzeit, ein Weihnachtsfest und natürlich seine Familie. Was ein Kind in diesem Alter eben so erlebt. Natürlich unterscheidet sich ein Leben in Syrien merklich von dem in Frankreich bzw. Mitteleuropa. Riad wird älter und verliert in seinen Schilderungen etwas von seiner kindlichen Naivität, statt dessen zeigen sich verstärkt kritische Sichtweisen. Der Autor passt die Erzählweise gut an das Alter an. 

Bei den letzten Bänden ärgerte ich mich schon fast über Riads Mutter, die alle "Spinnereien" ihres Mannes weitgehend klaglos ertrug. Mit Genugtuung stelle ich fest, dass sie erste Schritte in Richtung ihrer Emanzipation zeigt. Zur Geburt des dritten Kindes reisen Riad, sein Bruder und seine Mutter nach Frankreich. Der Kontrast zum Leben in Syrien wird deutlicher aber es zeigt sich, dass Riad auch in dieser Umgebung Anpassungsschwierigkeiten hat. Es ist nicht leicht, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen. Der gefühlte Höhepunkt des dritten Bandes ist Riads Beschneidung.  

Unverändert unsympathisch erscheint Riads Vater. Ein Konflikt mit dessen eigener Mutter und die spätere Versöhnung zeigt, dass auch er bezüglich seiner Lebensweise Widersprüche zu überbrücken hat. 

Band drei ergänzt Band zwei, ist aber etwas unspektakulär geraten. Kompensiert wird dieser Gesamteindruck durch den "Cliffhanger", der mich neugierig auf die Fortsetzung macht. 

Dienstag, 23. Mai 2017

Echt nah dran

Gestern haben sich Führungskräfte der deutschen Bahn unter das gemeine Reisevolk gemischt. Durch Befragungen sollte die Stimmung eingefangen und durch nette Gesten und Rosen selbige gesteigert werden. 

Eine große Ansammlung der offensichtlich motivierten und durch einheitliche Kleidung gekennzeichneten Teilnehmer der Aktion zeigte sich am ICE Bahnhof des Frankfurter Flughafens. 


Da kam es dann zu lustigen Situationen. An den Zugtüren buhlten gleiche mehrere Bahnmitarbeiter um Passagiere, deren Koffer sie in den oder aus dem Zug wuchten durften. Und ein Schaffner wurde gleich von mehreren Kollegen gefragt, warum er nicht auf helfen würde. Er konnte sich auf eine Schulterverletzung berufen...

Mit wurde eine Rose geschenkt. Mein Einwand, dass ich sie auf der Reise nicht recht würdigen könne wurde mit "Dann schenken Sie sie eben einer Frau im Zug." Die Rezeptionistin in meinem Hotel hat sich gefreut. 

Montag, 22. Mai 2017

Musik: Fazerdaze - Morningside

























So entspannt wie Neuseeland. 

Indierock, Pop (auch in der verträumten Beach House-Variante), Lo-Fi, Synthies und Shoegaze sind die Zutaten, mit denen Amelia Murray aka Fazerdaze experimentiert. Die gleichnamige EP erschien im Jahr 2014 und nun folgte das Debütalbum "Morningside". Es klingt so schön und entspannt, wie man sich die neuseeländische Heimat der Sängerin vorstellt. Echte Abenteuer bietet "Morningside" nicht, aber eine nette Wohlfühlatmosphäre. 

"Last to sleep", "Friends" und "Half-figured" sind meine Anspieltipps für "Morningside". Ein Video gibt es zu dem Titel "Little uneasy":

"Shoulders":


Fazerdaze werden am 27.05. auf dem "Immergut Festival" in Neustrelitz auftreten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Songs in Verbindung mit lauen Sommerabenden auf entspannten Festivals gut funktionieren werden.  

"Morningside" ist:

Sonntag, 21. Mai 2017

Buch: Kanae Minato - Geständnisse

























Subtile Spannung durch "alternative Fakten" und Abgründe. Toll. 

Da brauchte es fast zehn Jahre, einen Buchpreis, einen Film und eine englische Übersetzung, bis es ein lesenswerter Roman auch in deutschen Regale oder auf e-Reader schaffte. Grundsätzlich mag ich Romane japanischer Autoren, die Andersartigkeit des Lebens und Denkens in dem Land sind gute Voraussetzungen für herausfordernde oder zumindest andersartige Leseerlebnisse. Und darüber hinaus werde ich an meinen Besuch vor Ort vor einigen Jahren immer wieder gerne erinnert. 

"Geständnisse" beginnt recht harmlos, kommt aber dann mit der Geschichte über den Tod der kleinen Tochter einer Lehrerin und der Tatsache, dass deren Mörder aus der Klasse der Lehrerin stammen recht flott zum Punkt. Unterrichtet wird der Leser darüber aus Perspektive der Lehrerin, welche diese ihrer Klasse erzählt. Als wäre das nicht schon genug, setzt die Lehrerin ihre Schüler auch noch darüber in Kenntnis, dass sie sie Bestrafung der Mörder selbst vorgenommen hat, indem sie die bereits konsumierte Milch der beiden Jungen mit dem Blut eines HIV-Infizierten vermischt hat. Und nun kommt die wirkliche Überraschung des Buchs: Die Kenntnis dieser Ausgangslage stellt für den Leser keinen Spoiler dar. 

Die folgenden Kapitel knüpfen an diese Situation an und fügen durch geschickte Perspektivwechsel neue Tatsachen oder zumindest Interpretation hinzu. Im zweiten Kapitel berichtet eine Schülerin der Klasse in Form eines Briefs an die Lehrerin über die Vorkommnisse, die sich nach der Offenbarung in der Klasse abspielen. Im folgenden Kapitel kommt dann die Schwester eines der Mörder und dessen Mutter in Form von Tagebucheinträgen zu Wort. Später übernehmen die beiden Mörder selbst die Schilderung. 

Zwei Muster zeichnen sich ab: Gegen Ende der Kapitel kommt jeweils noch ein "Hammer" und über den Roman wird alles immer noch einen Tick schlimmer. Selten fühlte ich mich so subtil an menschliche Abgründe herangeführt. 

Die Japanerin Kanae Minato hat seit 2008 bereits 14 Romane veröffentlicht. "Geständnisse" war ihr Debüt und es macht mich sehr neugierig auf weitere ihrer Werke oder des Genres, welches in ihrer Heimat als "Iyamisu" bezeichnet wird und die dunkle Seite der Menschen als prägendes Element nutzt. 

"Geständnisse" ist ein toller Thriller und absolut lesenswert. 

Samstag, 20. Mai 2017

Ausstellung: Comics! Mangas! Graphic Novels!@Bundeskunsthalle, Bonn















Bonns Bundeskunsthalle kannte ich bislang nur vom "Simon, die alte Frau van Cleef und ich"-Festival im Jahr 2006. Eine Regenphase und der im Rahmen des Festivals freie Eintritt verschlugen mich in eine Sammlung moderner Kunst. Das brauchte es einige Jahre und nun die Comics! Mangas! Graphic Novels!-Ausstellung, um mich wieder neugierig zu machen.

Besagte Ausstellung wird als die bislang umfangreichste Sammlung dieses Genres in Deutschland beworben und viel mehr darf m. E. auch gar nicht mehr aufgefahren werden. Nach meinem gut zweistündigen Besuch war ich erschlagen. Von den Ursprüngen der Comics in amerikanischen Zeitungen über die unvermeidlichen Superhelden und europäische Ausprägungen  bis zu Graphic Novels sowie Mangas ist alles dabei, wenn auch mein Superheld "Asterix" etwas kurz kam. Die Ausstellung ist sehenswert und man kann dort sicher auch drei bis vier Stunden verbringen. 

Die Form der Ausstellung ist natürlich weitgehend vorgegeben: Comics werden in Auszügen gezeigt, erläuternde Tafeln liefern Hintergründe. An drei Stationen kann man mit Ocolus Rift in VR-Welten reinschnuppern, ansonsten hält sich der Multimedia-Firlefanz erfreulicherweise in Grenzen. 

Nun ist es passiert: Ich habe das Label "Ausstellung" erstellt.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Outshined

Er hat einige überstrahlt.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Thurston Moore - Aphrodite

Zum Song "Aphrodite" aus Thurston Moores "Rock n roll consciousness" gibt es nun auch ein Video: