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Dienstag, 17. Januar 2017

Musik: Klez.e - Desintegration

























Nichts gegen eine Reise in die Vergangenheit... aber muss die so jammernd ausfallen?

Im Januar 2017 hat Klez.e  ein Album veröffentlicht, welches so oder ähnlich auch vor knapp 30 Jahren erscheinen hätte können. Nicht nur mit dem Albumtitel wird unverblümt The Cure gehuldigt. Mit deren "Desintegration" und dem Mauerfall trafen für Klez.es Sänger Tobias Siebert gleich zwei prägende Erlebnisse aufeinander. Das Ergebnis zeigt sich nun viele Jahre später im Song "Mauern":


Das letzte Klez.e-Album "Vom Feuer der Gaben" stammt aus dem Jahr 2009. Zwischenzeitlich produzierte Siebert Musik u. a. für Juli, Kettcar, Me And My Drummer, Phillip Boa und Slut. 2015 wagte er sich als ... And The Golden Choir solo (bzw. mit Plattenspieler und kürzlich auch mit Band) auf die Bühne.

Die Musik auf Klez.es "Desintegration" übergzeugt trotz oder gerade wegen des Blicks in die Vergangenheit. Die Texte dazu sind zeitlos oder in ihrer Kritik z. T. brandaktuell. Am Gesang scheiden sich dann die Geister: Mir klingt das in Verbindung mit den nachdenklichen Texten dann doch häufig zu weinerlich und klagend... da wünsche ich mir zwischenzeitlich einfach mal wieder ein erlösendes "Hurz".

"Flammen" und "Lobbyist" können aber auch mich überzeugen. 
 
"Flammen":


Klez.e live:
  • 03.03. Göttingen
  • 04.03. Jena
  • 07.03. Dresden
  • 08.03. Frankfurt
  • 09.03. Nürnberg
  • 10.03 Augsburg
  • 11.03. Weiden
  • 12.03. Regensburg
  • 13.03. München
  • 15.03. Köln
  • 16.03. Berlin 
"Desintegration" klingt nach:

Montag, 16. Januar 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Louka - Flimmern

Ich kenne nur diesen Song der Sängerin, aber ich erkenne Flimmer-Potential. Hier ihr Song "Flimmern":


Die gleichnamige Debüt-EP wird am 03.02. erscheinen, Live-Termine gibt es auch schon:
  • 26.01.   Berlin (Four Music Abend)
  • 11.02.   Heidelberg 
  • 27.03.   Köln
  • 28.03.   München
  • 29.03.   Berlin
  • 30.03.   Hamburg
  • 22.04.   Stade 

Sonntag, 15. Januar 2017

Musik: You Me At Six - Night people

























Mit Stadionrock ins Rock-Jahr 2017.

Regelmäßig zum Jahreswechsel wird mir bewusst, dass ich eigentlich mehr Rock-Musik gehört hätte. Dann fange ich doch 2017 mal zeitig an: You Me At Six aus Weybridge in Surrey geht klar als Rock-Band durch. 2004 gegründet, haben die Herren seit 2008 fünf Alben veröffentlicht. Die vorletzte Platte aus dem Jahr 2014 schaffte es gar auf Platz 1 der Album-Charts im UK.

Produziert wurde "Night people" in Nashville von Jacquire King. Vor allem seine Arbeit für die Kings Of Leon scheint durch. "Heavy soul" lässt mich auch an die Killers denken. Das ist insgesamt recht straighter (Stadion-)Rock und daher ist auch U2 als Referenz zu nennen.

"Night people" soll "heavier" und düsterer klingen als die Vorgängeralben. Diese sind mir damit egal. Aktuell klingt die Band nach Stadionrock, die wenigen härteren Elemente werden durch Pop Punk-Gesang entschärft. "Night people" ist als Start ins Rock-Jahr keine komplette Enttäuschung, aber ein Anlass auf bessere Vertreter des Genres zu hoffen.

Das Video zum Titelsong:


"Swear":


Im März besucht die Band Deutschland und ich würde mich nicht wundern, wenn sie auch im Sommer auf dem einen oder anderen Festival ihre Stadion-Rock-Ambitionen ausleben würden:
  • 12.03. Wiesbaden
  • 13.03. München
  • 20.03. Köln
  • 21.03. Berlin
  • 26.03. Hamburg
"Night people" klingt nach:

Samstag, 14. Januar 2017

Musik: The XX - I see you

























Weniger "weniger" = mehr?

Die Grenzen des Minimalismus haben Jamie (XX) Smith, Romy Madley Croft und Oliver Sim mit ihrem Debüt "XX" aus dem Jahr 2009 und "Coexist" 2012 ausgelotet. Jamie XXs Solo-Debüt "In colour" nahm die Weiterentwicklung der Band ein Stück vorweg. 

The XX im Jahr 2017 befindet sich gleich in mehreren Spannungsfeldern. Es stehen sich jeweils gegenüber:
  • Zwei charismatische Stimmen
  • Indie und Electro/Dance
  • Dreampop und Indietronica
Und dazwischen schweben einige R 'n' B Fragmente. Mit "I see you" hat die Band ihr Spektrum merklich erweitert und weiß sowohl mit dem treibenden Dance-Track "Dangerous" als auch mit dem ruhigen Gegenstück "Performance" zu begeistern. Vielleicht mögen die prägnanteren Beats den einen oder anderen Fan der alten The XX-Platten verstören, aber ich stimme Jamies Behauptung "every beat is a violent noise" (aus "The violent noise") nicht zu: Gerade diese Beats bringen auf "I see you" eine Spannung, die ich auf dem Debüt der Band vermisste. Und sie lassen die stillen Momente noch erhabener erscheinen. "I see you" ist ein frühes Meisterstück des Musikjahres. 

Das Video zu "On hold":

The XX live (einige Termine sind bereits ausverkauft):
  • 12.02. Hamburg
  • 24.02. München
  • 25.02. Berlin
  • 26.02. Frankfurt
  • 28.02. Düsseldorf
"I see you" ist:

Freitag, 13. Januar 2017

Vorhören: Austra - Future politics

Klar, man könnte sich heute dem neuen The XX-Album widmen. Gespannter bin ich aber auf Austra "Future politics" und das gibt es dort vorab als Stream.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Musik: The Flaming Lips - Oczy Mlody
























Wenn "abgefahren" schon "normal" ist.

Ich fragte mich schon häufig, woher die Flaming Lips ihre Inspiration für ihre Musik, Videos und Bühnenauftritte nehmen. Hier die Beweisstücke 1 bis 3.

1. Das Video zu "How??":


2. Das Video zu "Sunrise (eyes of the young)":


3. "The castle" live:

Erschwerend kommt hinzu, dass die Band um Wayne Coyne in letzter Zeit wiederholt mir Miley Cyrus musizierte. Vielleicht liegt es am Wasser oder der Luft in Oklahoma City? 

Zumindest für das 14. Album "Oczy Mlody" gibt die Band den Anstifter bekannt: Wayne Coyne fiel eine polnische Übersetzung von Erskine Caldwells Novelle "Close to home" und die Hand und einige der Worte gefielen ihm so gut, dass er dem Buch Albumtitel und Inspiration für Songs entnahm. 

Wenn sich eine kreative Band wie die Flaming Lips von polnischen Worten inspirieren lassen, klingt das Ergebnis nicht wesentlich anders als ein Ritt durch ihre letzten Alben mit Fokus auf sphärische, psychedelische und elektronische Klänge. In seiner Gesamtheit ist "Oczy Mlody" eine ausgewogene Mischung aus Herausforderung und schmeichelnden Klängen für den Hörer. 

"How??", "Nigdy nie (never no)" (allein schon wegen der Bässe nach gut zwei Minute) und "Do glowy" sind meine Favoriten auf diesem in jeder Hinsicht bunten Album. Die unvermeidliche Miley Cyrus ist auch wieder dabei, aber auf "We a family" stört ihre Stimme nicht weiter.

Am 24.01. wird die Band in Berlin auftreten. 

"Oczy Mlody" ist:

Mittwoch, 11. Januar 2017

Wecome back: Laura Marling

Laura Marling meldet sich mit dem Song "Wild fire" zurück:


Das Album "Semper femina" wird am 10.03. folgen.

Dienstag, 10. Januar 2017

Musik: Neil Young - Peace trail

























Neil Young halt.

Während andere Menschen im Alter von 65 Jahren in Ruhestand treten, legte Neil Young dann noch mal richtig los. "Le noise" und "Psychedelic pill" haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seit 2012 erschien neben diversen Live-Platten mindestens ein Studioalbum pro Jahr. Außerdem kümmerte er sich noch mit Inbrunst um seinen Pono-Player. 

Sein 37. Album "Peace trail" nahm Young mit seinem Haus und Hof-Produzenten John Hanlon innerhalb weniger Tage in Rick Rubins Shangri-La Studios auf. Begleitet wurde er dabei nicht von seiner aktuellen Tour-Band sondern von Drummer Jim Keltner und Paul Bushnell am Bass. 

Das Ergebnis ist so pur, wie ein Neil Young-Album sein kann: Die unverkennbar dünne (und stellenweise schon wirklich alt klingende) Stimme, Folk-/Americana-Klänge, Mundharmonika und Protest. Da fallen nur die Autotune-Experimente "My pledge" und "My new robot" etwas aus dem Rahmen. 

"Peace trail" hinterlässt den Eindruck eines Schnellschusses, aber auch eines durchaus hörenswerten Albums für die Ruhe vor der herannahenden Veröffentlichungswelle. 

"Indian givers" inklusive Protest gegen die "Dakota Access Pipeline":


"Peace trail":


"Peace trail" klingt nach:

Montag, 9. Januar 2017

Strickfreund

Soll man ihn bewundern oder bedauern?