Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Buch: Asterix in Italien
























Etwas überhastet. 

Exakt zwei Jahre nach "Der Papyrus des Cäsar" und vier Jahre nach "Asterix bei den Pikten" erscheint das dritte Band seit dem "Reboot" der Reihe mit neuem Zeichner und Texter. Offensichtlich sind zwei Jahre den Zeitraum, den sich die Verantwortlichen für neue Abenteuer meiner Lieblings-Gallier gegeben haben. 

"Asterix bei den Pikten" war ein solider Einstieg, "Der Papyrus des Cäsar" bot eine recht überzeugende Story und viele Anspielungen auf aktuelle Themen. Meine Erwartungen an "Asterix in Italien" waren hoch.

In diesem Band wird ein Pferdewagenrennen durch Italien veranstaltet, um die Qualität der dortigen Straßen zu feiern bzw. über deren schlechten Zustand hinwegzutäuschen. Teilnehmen dürfen sowohl Bürger Roms als auch "Barbaren". Mit einem Rennen (siehe "Tour de France") und fremden Völkern (Goten, Germanen, diverse "Osteuropäer", Engländern, Portugiesen) wählten die Macher sichere Erfolgsfaktoren für Asterix-Geschichten. Auftritte prominenter Zeitgenossen (u. a. Anspielungen auf Michael Schumacher und Alain Prost) fehlen auch nicht. 

Es ist sicherlich zeitgemäß, dass die neuen Asterix-Erzählungen einem flotteren Erzähltempo folgen. Doch bei "Asterix in Italien" wird es m. E. sowohl bei der Schilderung der Etappen und Vorkommnisse des Rennens als auch bei der begrenzten Reichweite der zahlreichen Gags (die Pointe folgt häufig bereits im nächsten Bild) übertrieben. Etwas mehr Raum für die die Teilnehmer des Rennens uns ihre Eigenheiten hätte der Geschichte gut getan. So bleibt bei mir ein recht fader Beigeschmack und der Eindruck, als müsste die Asterix-Maschine verlässlich alle zwei Jahre neu befeuert werden und qualitative Aspekte gerieten dabei in den Hintergrund. In Erinnerung werden mir vor allem die lächerliche Maske des römischen Fahrers und die Lusitanier bleiben, die bereits zum Start des Rennens als heimliche Sieger feststanden. 

Deutsche Leser finden zahlreiche Anspielungen auf bekannte Stereotype. Die Macher Ferri und Conrad brüsteten sich damit, dass der Humor der Originalausgabe stellenweise kaum übersetzbar sei. Mir scheint Übersetzer Klaus Jöken hat einen tollen Job gemacht. 

Die Macher Conrad und Ferri

Samstag, 21. Oktober 2017

Doppelkuh

a) Innige Zuneigung?
b) Dicker Kopf vom Vorabend?
c) Belgischer Kreisel?


Freitag, 20. Oktober 2017

Welcome back: Fever Ray - To the moon and back

Auf ihrem Solo-Debüt klang Karin Dreijer Andersson aks Fever Ray recht düster. Musikalisch erinnert ihr Comeback-Song "To the moon and back" nun eher an die Dance-Titel ihrer Band The Knife. Dafür ist das Video wieder schön düster geraten:

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Musik: The Surfing Magazines - The surfing magazines
























Stellenweise so cool und trocken wie ein Tarantino-Film.

Für The Surfing Magazines haben sich Mitglieder von The Wave Pictures und Slow Club zusammengetan. Das gleichnamige Debüt der Londoner Band klingt so, als hätten sich Freunde zu einer Jam-Session im Keller verschanzt, nachdem sie einen Tarantino-Film geschaut hatten. 

Surf Rock ist mir meist zu "retro" und klischeebeladen. Doch bereits nach wenigen Titeln hatten mich The Surfing Magazines konditioniert und mit jedem Durchlauf konnte ich dem Album mehr abgewinnen. Lässig und trocken fühlte ich mich gut unterhalten, nicht selten an die Arctic Monkeys erinnert und wirklich auch merklich in meiner Stimmung beeinflusst. Ich stelle mich mir gerade mit Zigarette im Mundwinkel und Surfbrett unter dem Arm vor. Vielleicht müsste ich das Album über die Zuglautsprecher laufen lassen, damit die anderen Passagiere hier im ICE mir beides durchgehen lassen würden. Aber spätestens nach den Titeln "Peeping dom" (ich empfehle hier tatsächlich einen Instrumental-Titel), "New day", "Goose feather bed", "Lines and shadows" und "A fran escaped" hätten die Herren und die beiden Damen hier im Wagen sicherlich Verständnis für mein Benehmen.

Das Video zu "New day":


"Lines and shadows":

"The surfing magazines" ist:

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Spätsommer in Berlin

Üblicherweise wären der späte Oktober oder gar der November nicht meine bevorzugten Zeiträume für einen Besuch in Berlin. Doch diese Woche meinte das Wetter es gut mit mir.






Und dann war sogar noch ein Besuch bei einem meiner liebsten Schokoladen-Lieferanten drin.






Verraten und verkauft

Verständnislos blicke ich häufig auf Fußball-Fans die sich persönlich beleidigt fühlen, wenn "deren" Verein schlecht spielt. Die Verbundenheit zu dem jeweiligen Verein geht bekanntlich meist auf eine jugendliche Prägungsphase zurück. So war es auch bei mir und der Band, die nun so etwas macht. 

Seit heute kann ich die besagten Fußball-Fans besser verstehen. Ich habe noch einen Stapel T-Shirts der Band, so aus der Zeit ab 1991. Ich überlege, einen kleinen Stand am Kai einzurichten...  

Dienstag, 17. Oktober 2017

Musik: Kakkmaddafakka - Hus
























Souveräner Indiepoprock. 

Die norwegische Indiepop-Band mit dem einprägsamen Namen legt ihr fünftes Album vor. Weiterhin wehren sich die Herren mit freudigem Indiepop gegen die depressive Stimmung, die man Menschen ihrer Heimatstadt Bergen unterstellen muss. Mit ihrem vierten Album gehen Kakkmaddafakka noch einen Schritt weiter in ihrer Unabhängigkeit, indem sie das Album komplett alleine aufnahmen. Während auf "Six months is a long time" im Jahr 2013 noch die Indiepop-Klänge überwogen, schlich sich mit "KMF" im letzten Jahr ein größerer Indierock-Anteil ein. Dieser gewinnt auch auf "Hus" noch etwas mehr an Bedeutung. So liefern die Norweger ein nettes Indiepoprock-Album mit stellenwiese nachdenklichen Texten. Wirklich prägnante Momente fehlen leider, aber Titel wie "Holding me back", "Don Juan", "Summer melancholy" und "Hillside" fügen sich nahtlos in das recht homogene Gesamtwerk der Band ein. 

Das Cover zeigt das Haus, in welchem die zehn Songs entstanden. Und ein Albumtitel war auf diese Weise auch schnell gefunden.

Das Video zu "Neighbourhood":


"All I want to hear (ÅÅÅ)":


Kakkmaddafakka wird 2018 fleißig durch Deutschland touren:
  • 17.01. Marburg
  • 18.01. Stuttgart
  • 19.01. München
  • 30.01. Münster
  • 31.01. Hamburg
  • 01.02. Hannover
  • 02.02. Berlin
  • 03.02. Köln
  • 06.02. Erlangen
  • 07.02. Heidelberg
  • 09.02. Wiesbaden
  • 10.02. Leipzig
"Hus" ist:

Montag, 16. Oktober 2017

Schafe im Nebel

Da kommt der Herbst.


Sonntag, 15. Oktober 2017

Konzert: Sigur Rós in der Jahrhunderthalle in Frankfurt, 14.10.2017


Zwischen Uhrmacherwerkzeug und Dampfhammer.

Sigur Rós hatte ich bereits 2003 gesehen, damals konnte ich dem Konzert aber nicht viel abgewinnen. Damals kamen die von mir geliebten Ausbrüche der Band einfach zu kurz. Bei der aktuellen Tour zeigen sie die Urgewalt, welche die Isländer entfachen können. 


Zum Konzertbeginn gegen 20.30 Uhr hatte sich das bunt gemischte  und angenehme Publikum in der ausverkauften Jahrhunderthalle eingefunden, auf eine Vorgruppe wurde verzichtet. Sie hätte es bei dem Hauptakt und den Erwartungen an ihn auch schwer gehabt. 

Sigur Rós trat mit den beiden Gründungsmitgliedern Jón Þór „Jónsi“ Birgisson und Georg „Goggi“ Hólm sowie dem 1999 hinzugestoßenen Schlagzeuger Orri Páll Dýrason an. Der Beginn des Konzerts war noch recht zurückhaltend, die zunehmende Spannung ließ die Bühne aber irgendwann vergleichsweise klein erscheinen. 


Der Auftritt war aufgeteilt in zwei Sets, die durch eine ca. 25 minütige Umbaupause unterbrochen wurde. Diese Unterbrechung war der Stimmung etwas abträglich, aber vielleicht benötigen die Musiker nach ihrer Energieleistung (Jónsi gibt einfach alles und der Job des Schlagzeugers war auch ein Kraftakt) auch einfach etwas Zeit zum Durchatmen. 



Nach der Umbaupause spielten die drei Musiker "Óveður" hinter der im ersten Set begrenzenden LCD-Wand, die sich dann aber hob und den Blick auf die größere Bühne freigab. Die starke Auswahl der Titel des zweiten Sets benötigte auch diesen zusätzlichen Platz. 


Die Setlist bestand aus einer Mischung von Songs fast aller Alben, der Schwerpunkt lag mit vier Songs auf dem Album "()" (eben dem Album, welches die Band 2003 promotete). Die vier dargebotenen neuen Titel fügten sich nahtlos ins Set ein. 


Set 1

  • Á
  • Ekki Múkk
  • Glósóli
  • E-Bow
  • Dauðalagið
  • Fljótavík
  • Niður
  • Varða

Set 2

  • Óveður
  • Sæglópur
  • Ný Batterí
  • Vaka
  • Festival
  • Kveikur
  • Popplagið

Zugabe: Unnötig, mit Popplagið war alles gesagt. Auf Ansprachen wurde während des Konzert bis auf zwei kurze Statements auf isländisch verzichtet. Dafür wirkten die drei Musiker nach dem Set aber sehr gelöst und sympathisch. 


Die Dynamik der Band zwischen fragilen Elementen und den bereits erwähnten Ausbrüchen ist in dieser Spannbreite einzigartig. Gestern überzeugte mich Sigur Rós auch als Live-Band. Ich erlebte ein tolles Konzert, welches mir Lust machte, mir mal wieder das Gesamtwerk anzuhören.