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Donnerstag, 25. Mai 2017

Buch: Riad Sattouf - Der Araber von morgen, Band 3: Eine Kindheit im Nahen Osten (1985-1987)

























Weitere Einblicke in die arabische Welt.

Riad Sattouf ist fleißig und geschäftstüchtig. Der erste Band der autobiographischen Kindheitserzählungen über seine ersten sechs Lebensjahre in Frankreich, Libyen und Syrien war sehr erfolgreich. Nun folgten in recht kurzen Abständen die Schilderungen der jeweils zwei weiteren Jahre. In den Jahren 1984-1985 hielt sich Riad mit seiner Familie bis auf einen kurzen Besuch in Frankreich komplett in Syrien auf. Band drei knüpft an diese Zeit an und erschien kürzlich. 

Wirklich bahnbrechende Entwicklungen hat Band drei im Vergleich zu den Vorgängern nicht zu bieten. Riad berichtet über seine Schulzeit, ein Weihnachtsfest und natürlich seine Familie. Was ein Kind in diesem Alter eben so erlebt. Natürlich unterscheidet sich ein Leben in Syrien merklich von dem in Frankreich bzw. Mitteleuropa. Riad wird älter und verliert in seinen Schilderungen etwas von seiner kindlichen Naivität, statt dessen zeigen sich verstärkt kritische Sichtweisen. Der Autor passt die Erzählweise gut an das Alter an. 

Bei den letzten Bänden ärgerte ich mich schon fast über Riads Mutter, die alle "Spinnereien" ihres Mannes weitgehend klaglos ertrug. Mit Genugtuung stelle ich fest, dass sie erste Schritte in Richtung ihrer Emanzipation zeigt. Zur Geburt des dritten Kindes reisen Riad, sein Bruder und seine Mutter nach Frankreich. Der Kontrast zum Leben in Syrien wird deutlicher aber es zeigt sich, dass Riad auch in dieser Umgebung Anpassungsschwierigkeiten hat. Es ist nicht leicht, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen. Der gefühlte Höhepunkt des dritten Bandes ist Riads Beschneidung.  

Unverändert unsympathisch erscheint Riads Vater. Ein Konflikt mit dessen eigener Mutter und die spätere Versöhnung zeigt, dass auch er bezüglich seiner Lebensweise Widersprüche zu überbrücken hat. 

Band drei ergänzt Band zwei, ist aber etwas unspektakulär geraten. Kompensiert wird dieser Gesamteindruck durch den "Cliffhanger", der mich neugierig auf die Fortsetzung macht. 

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