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Samstag, 4. Mai 2013

Musik: Colin Stetson-New history warfare vol. 3: To see more light

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Colin Stetson am “magischen” Saxofon und Justin Vernons Stimme. Passt.

Colin Stetson ist eigentlich eher ein Artist als ein Musiker. Er entlockt seinem Saxofon Töne, die nur wenige Zuhörer diesem Instrument zuordnen würden. Statt auf Samples setzt er auf eine Atemtechnik, die ihm annähern “unendlich” lange Spielsequenzen erlaubt und vervollständigt wird seine Kunst durch raffinierte Aufnahmemethoden.

Während er sich zeitweise als Tour- und Studiomusiker für Arcade Fire, Feist, Tom Waits, TV On The Radio, The National, David Byrne und Bon Iver verdingt tritt er auch im Jazz-Umfeld und mit Soloalben an. “To see more light” ist das nun veröffentlichte dritte Werk seiner “New history warfare”-Reihe und wer trotz grundsätzlichen Interesses mit den beiden Vorgängern nicht warm wurde, sollte Stetson eine weitere Chance geben. Natürlich ist “To see more light” eher ein Hypnosetrip als ein locker-flockiges Indiepopalbum. “To see more light” lässt sich nicht mal so “nebenher” hören und kann vermutlich die ein oder andere Herzrhythmusstörung verursachen. Doch sobald Justin Vernons Stimme (der sich als Gast anscheinend für Stetsons Dienste für Bon Iver erkenntlich zeigt) erklingt, tritt Stetsons Musik bescheiden in den Hintergrund. Daher sind die Songs “And in truth”, “Who the waves are roaring for” und “What are they doing in heaven tonight?” ein guter Einstieg für Saxofon-Skeptiker und Vernon-Fans ans Herz gelegt. Doch auch die Instrumental-Titel klingen einen Tick zugänglicher als die auf “New history warfare vol. 2: Judges”. Und darüber hinaus sind sie nach The Knifes “Shaking the habitual” die bislang intensivste Musik des Jahres.

Zwei Videos geben Einblicke in Colin Stetsons musikalische Welt.

  • "Among the sef" & "In mirrors"

  • "Part of me apart from you" & "Who the waves are roaring for”

Den Song “High above a grey green sea” gibt es dort als Stream.

“To see more light” klingt nach:

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