Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Freitag, 18. November 2011

Musik: (Ǎhk-to͝ong Bāy-Bi) Covered

cover

Gelungenes Gesamtkonzept mit einigen kleinen Überraschungen.

Es gab ein Jahrzehnt, in dem U2 recht experimentierfreudig war. Leider endete dieses mit dem letzten Jahrtausend. Den Start hingegen markierte vor 20 Jahren die Veröffentlichung der Single “The fly” und das nachfolgende Album “Achtung Baby”. Aus diesem Grund nahmen sich diese Künstler der Songs des Albums an:

  • Nine Inch Nails
  • Damien Rice
  • Patti Smith
  • Garbage
  • Depeche Mode
  • Gavin Friday
  • Snow Patrol
  • The Fray
  • The Killers
  • Glasvegas
  • Jack White

Die Zusammenstellung ist eine abwechslungsreiche Erinnerung an die Vorlage. Das bis auf Gavin Fridays “The fly” keine Cover-Version das entsprechende Original erreicht zeigt nur, wie stark “Achtung Baby” war. Jeder Interpret schafft es, seinen jeweils “eigenen” Song daraus zu machen. Damien Rice erhält die erhabene Ruhe von "One", Patti Smith klingt auf "Until the end of the world" nach... Patti Smith und Garbage machen mit "Who's gonna rife your wild horses" irgendwie Lust auf deren vermutlich steril ausfallendes Comeback. Glasvegas ("Acrobat") und Snow Patrol ("Mysterious ways") nutzen die Freiheiten des Cover-Albums, mal ein kleines Stück neben ihren üblichen Pfaden zu wandeln und liefern dadurch zwei nette Überraschungen. The Fray klingen mit “Tryin to throw your arms around the world” so gewöhnlich, wie sie nun einmal sind und die Killers (“Ultra violet”) liefern das, was U2-Fans an Pathos erwarten. Ach ja, und Jack White quält die Gitarre für “Love is blindness”.

Die relativen Tiefpunkte des Albums bilden die recht uninspirierte Nine Inch Nails-Version von “Zoo station”, der unnötige x-te Remix von “Even better than the real thing” und Depeche Modes “So cruel”. Gerade beim letzten Song hätte es nicht viel gebraucht, um das Original mindestens zu erreichen.

Meine Worte klingen negativer, als ich es empfinde. Die Künstler bleiben sich ebenso treu, wie sich U2 seit “All that you can’t leave behind” treu bleibt. Ich denke “gelungenes Gesamtkonzept” ist ein versöhnliches Abschlussurteil.

Die Compilation ist als Beilage des englischen “Q-Magazin” und als Download (leider bislang exklusiv beim Marktführer) erhältlich. Die Einnahmen kommen “Concern Worldwide” zugute.

So klingt “One”, wenn Damien Rice den Song vorträgt:

(Ǎhk-to͝ong Bāy-Bi) Covered klingt nach:

image

Keine Kommentare: