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Samstag, 17. September 2016

Musik: Moddi - Unsongs

























Überraschend ernsthaft und "erwachsen". 

Nach einem Moddi-Konzert ließ ich mich zu dieser Aussage hinreißen:
"Manchmal hatte ich das Bedürfnis, ihn zu schütteln und in die Realität zu holen… aber welch schöne Songs würde er uns dann vorenthalten?"
Vielleicht tat ich dem norwegischen Sänger damit damals Unrecht. Vielleicht haben aber auch einfach die Zeit und seine Erlebnisse dazu geführt, dass er mit seinem vierten Album "Unsongs" Realitätsbezug erkennen lässt.

Die Vorgeschichte beginnt in Israel: Ein dort geplantes Konzert ließ Moddi aus Prodest gegen die israelische Siedlungspolitik ausfallen. Daraufhin kontaktierte ihn die norwegische Sängerin Birgitte Grimstad. Der von ihr interpretierte Song "Eli Geva" war in Israel verboten worden. Eli Geva war ein israelischer Armee-Kommandeur, der sich 1982 während der Balagerung Beiruts aus moralischen Gründen weigerte, in die Stadt einzumarschieren. 

Und so ergab es sich, dass Moddi diesen und elf weitere Songs adoptierte und adaptierte, die irgendeiner Form verboten waren oder sind. Er gab ihnen durch die Übersetzung der Texte und / oder neue Melodien ein neues Gesicht und hoffentlich ein neues und breites Publikum. Und ein gutes Stück weit macht Moddi auch eigene Songs daraus. Zu diesem Projekte gehörten gar Reisen bis nach Mexiko und Vietnam.

Bekannte Titel sind Pussy Riots "Punk prayer" und Kate Bushs "Army dreamer", welcher zu Zeiten des ersten Golf-Krieges von der BBC für "unpassend" gehalten wurde (auf dieser "Golf-Krieg Blacklist" stehen auch "I don't like Mondays" und "Killing me softly with his song"). Darüber hinaus fällt nicht auf, dass es sich um Cover-Versionen handelt. Mein Favoriten sind "June forth 1989", "A matter of habit", "Army dreamers", "The shaman an the thief" und "Eli Geva". 

Es lohnt sich, sich mit den einzelnen Titeln sowie deren Hintergründen zu befassen. Moddis Website und diese bieten dazu Informationen. 

Auch auf "Unsongs" klingt Moddi ab und zu naiv. Doch die Ernsthaftigkeit seines Projekts ist im anzumerken. Und seine Songs sind trotzdem schön und meine oben erwähnten Bedenken sind damit ausgeräumt. Trotz aller Streicher und Bläser bleibt Moddis Singer/Songwriter-Charme erhalten. Ich freue mich auf weitere Moddi-Alben und Konzerte.

"Punk prayer":


"A matter of habit":


Mit den Songs im Gepäck geht Moddi wieder auf Reisen:

  • 06.10. Berlin
  • 07.10. Hamburg
  • 08.10. Darmstadt


"Unsongs" klingen nach:

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