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Freitag, 1. April 2011

Musik: Mexicola – Distant lights

cover

Eine erstaunlich schlüssige Mischung aus diversen Stilen harter Rockmusik aus Deutschland. Haben die Mitglieder von Tool Verwandte in Greifswald und liegt Greifswald in der kalifornischen Wüste?

Wer ein Album selbst vertreibt und mit einem achtminütigen Instrumental beginnt ist wohl wirklich “Independent”. Partner für Management und Booking sucht die junge Band Mexicola aus Greifswald noch, aber Musik produzieren und veröffentlichen kann sie bereits. Ich bin recht beeindruckt vom Debütalbum “Distant lights” und wünsche von Herzen viel Erfolg für die weitere Entwicklung… vor allem weil ich die Band mal sehr gerne live sehen möchte.

Wenn eine Band den gleichen Namen trägt wie ein Song der Queens Of The Stone Age, lässt das schon einige Rückschlüsse auf den Sound zu. Meine schnelle Assoziation beim ersten Hördurchlauf war Tool. Darüber hinaus kritzelte ich Pink Floyd, Danzig, Metallica, Incubus und Dredg auf meinen Notizzettel. Mexicolas Dame an den Drums und ihre drei Bandkollegen bezeichnen sich selbst als “Post-Prog-Stoner-Rock-Band”. Passagen psychedelischer Jam-Session bilden das Schmiermittel dieser Kombination.

In Stile gepresst hört sich das für mich so an:

image Das sieht nicht nur nach einer wilden Mischung aus. Aber so zerrissen und verstört das Album teilweise ist, so schlüssig und stimmig wirkt dieser Schmelztiegel in seiner Gesamtheit. Die vier Jahre der Entstehung haben deutliche Spuren hinterlassen. Nicht auszudenken was die Band produziert, wenn sie sich erst einmal auf einer ausgiebigen Tour ausgetobt hat. Dadurch und / oder durch eine fokussierte Produktion könnten klarere Strukturen geschaffen werden und das Ergebnis noch durchschlagender sein. Empirische Tests meinerseits haben ergeben, dass auf eine Strecke von 109 Autobahnkilometern mit “Distant lights” als Soundtrack schon in der aktuellen Form bis zu drei Minuten Fahrtzeit gespart werden. Nicht auszudenken wie groß die Ersparnis wäre, wenn die Musik noch einschlagender wäre.

Die akzeptable aber nicht umwerfende Soundqualität ist sicherlich der idealistischen Herangehensweise bei den Aufnahmen geschuldet. Dafür ist das Cover der CD sehr liebevoll gestaltet und trotz der ernsten Musik erkennt man lachende und humorvolle Bandgesichter. Mexicola nimmt sich also nicht zu ernst und hat hör- und sichtbar Spaß an der Musik. Ich hatte diesen auch und jeder Fan harter und intensiver Musik könnte den auch erleben.

Das Video zu “The unforgettable”:

Und das zu “Where I belong”:

Das Album gibt es als Stream und zum Kauf bei Bandcamp.

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