Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Musik: Placebo - Life's what you make it (EP) & A place for us to dream

Cover-Versionen, eine Single und "Twenty years"

Greatest Hits-Alben stelle ich selten vor. Placebo machen mir es aber einfach, den mit ihrer Zusammenstellung "A place for us to dream" bringen sie zeitgleich die EP "Life's what you make it" heraus. Placebo hat schon einige hörenswerte Cover-Versionen zu Stande gebracht. In besonders guter Erinnerung blieben mir "Running up that hill" und "Daddy Cool". Mit "Life's what you make it" haben sie sich nun einen meiner Talk Talk-Favoriten vorgenommen. Musikalisch annehmbar, hat es Molkos Stimme gegenüber dem Original mit Mark Hollis schwer. Placebos Interpretation des Titels stellt keinen Frevel dar aber hat auch nicht das Zeug zum Klassiker. Nett ist, dass die EP mit "Jesus' son" die neue Single enthält. Fans die ansonsten Placebo "komplett" haben könnten sich also mit der Anschaffung der EP mit sechs bislang in dieser Form unveröffentlichten Tracks begnügen. "Life's what you make it" bringt außerdem gleich zwei Live-Versionen von "Twenty years" und die unauffälligen Cover-Versionen der Songs "Autoluminescent" und "Song #6". 


























20 Jahre treffend zusammengefasst. 

Mit "Black market music" und somit so ca. ab dem Jahr 2000 nahm mein Interesse an Placebos Alben merklich ab. Daher stellt die Rückschau "A place for us to dream" eine willkommene Gelegenheit dar, der Band und ihrer 20jährigen Karriere erneut etwas Zeit zu widmen. Es ist schön, wieder "Running up that hill", "Every you, every me", "English summer rain", "Meds", "Song to say goodbye", "For what it's worth"und einige mehr zu hören bzw. wiederzuentdecken (z. B. "Broken promise" mit Michael Stipe).

Wenig überraschend, bilden die Singles (z. T. neu aufgenommen oder als "Edit") der Band den Kern des Sammlung. Es "fehlen" lediglich "Burger Queen Français", "Twenty Years" and "The Never-Ending Why". "Twenty years" ist m. E. einer der starken Songs der Band, aber er ist ja zumindest auf der EP (s.o.) gleich zweifach enthalten. Neben den Singles sind einige unbekanntere bzw. nicht auf den Studioalben veröffentlichte Titel enthalten. Mit dem gesamten Backkatalog ausgestattete Fans könnten wegen des umfangreichen Fotomaterials trotzdem schwach werden. "A place for us to dream" ist ein würdiger Start in die "Greatest Hits"-Saison. 

Ganz im "Greatest Hits"-Sinn sollen auf der Tour auch Titel ausgepackt werden, welche die Band lange nicht mehr gespielt hat, so z. B. "Pure morning" und "Nancy boy":
  • 31.10.   Hamburg 
  • 02.11.   Köln
  • 04.11.   München
  • 05.11.   Leipzig
  • 07.11.   Berlin
  • 23.11.   Frankfurt
  • 24.11.   Stuttgart
"Jesus' son":

Samstag, 8. Oktober 2016

Konzert aus der Konserve: INXS@Wembley 1991

Erschienen als "Live baby live". Immer mal wieder gut. Hätte das mit dem Gürtel sein müssen?



Freitag, 7. Oktober 2016

Versuchskaninchen

Aus der Einladung zu einer Testfahrt mit dem ICE 4:
Da wir uns noch in der Testphase befinden, kann es passieren, dass noch nicht alles reibungslos verläuft. Wir bitten Sie hierfür um Ihr Verständnis. So haben sich auch die Fahrzeiten etwas nach vorne verschoben. 
Echte Abenteuer gibt es nur noch auf der Schiene...

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Musik: Okkervil River - Away

























Will Sheffs erstes "Solo-Album".

Bei Okkervil River deutete vieles auf einen Neustart hin. Mit dem Vorgänger "The silver gymnasium" veröffentlichte die Band erstmals auf dem Label ATO Records. Im Zuge der Aufnahmen für "Away" verzichtete Will Sheff auf eine feste Begleitband, dafür wirken u. a. Marissa Nadler und das ehemalige Mitglied und Shearwater-Frontman Jonathan Meiburg mal wieder mit. Falls Okkervil River also zumindest ein Stück weit neu erfunden werden soll, in welche Richtung geht es? Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass ich mal wieder auf einen Song wie "For real" hoffe. Ein kompletter Bruch mit der Vergangenheit stellt "Away" nicht dar. Mit "The silver gymnasium" blickte Sheff zurück auf seine Jugend. Ausgelöst durch den Tod seines Großvaters beschäftigt er sich auch auf der aktuellen Platte zumindest stellenweise mit der Vergangenheit. 

"Okkervil River R.I.P.", "Frontman in heaven"... schon die Songtitel und das Cover deuten nicht auf eine Entwicklung in Richtung lebensbejahenden Indiepops hin. Und das nehme ich vorweg: Erfreulicherweise klingt "Away" weniger nach weichgespültem Mainstream als "The silver gymnasium". Statt dessen erschuf Will Sheff mit seinem achten Okkervil River-Album sein erstes Solo-Album. Auf Rock hat er anscheinend wenig Lust, so erfüllt auch "Away" nicht meine "For real"-Hoffnung. Statt dessen lud Sheff mit yMusic ein Ensemble ein, um seine Songs mit klassischer Musik zu bereichern. 

"Okkervil River R.I.P", "Comes Indiana through the smoke", "Judey on a street" und "Frontman in heaven" sind meine Empfehlungen auf "Away". Ingesamt reicht "Away" noch nicht an die stärksten Werke der Vergangenheit heran, aber den erstgenannten Titel sollte Will Sheff m. E. noch lange nicht Realität werden lassen. Als beeindruckend empfinde ich die Intimität vieler Titel, die er trotz der stellenweise reichen Instrumentierung zu erhalten weiß.  

"Judey on a street":


In Deutschland steht aktuell nur ein Auftritt im Rahmen des "Rolling Stone Weekender" am 04.11. an. 

Gerne würde ich mir das Album auf weißem Vinyl anhören... leider enttäuschte mich bislang mein Lieferant. 

"Away" klingt nach:

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Musik: Kate Tempest - Let them eat chaos

























Die volle Wucht der Worte.

Kate Tempest packte mich 2014 mit "Lonely daze" aus ihrem Album "Everybody down". Als eines von fünf Kindern in bescheidenen Verhältnissen in Südost-London aufgewachsen, war und ist ihr Leben geprägt von urbanen Einflüssen mit allen Vor- und Nachteilen. Schon im Alter von 16 Jahren trat sie mit ihrer Mischung aus Hip Hop und Texten ans Mikro und auf Bühnen. Kate Tempest hat offensichtlich viel zu erzählen. Daraus wurden Songs, Gedichte, Theaterstücke und sogar der Roman "The bricks that built the houses". Neben Poetry Slams gewann sie eine Auszeichnung für ihre Spoken Word Performance und das Album "Everybody down" wurde für den Mercury Prize nominiert. Mit "Let them eat chaos" holt die junge Dame nun zum großen Schlag aus.

Dieses beginnt mit dem Gedicht "Picture a vacuum". Erst nach ca. 30 Sekunden kommen  Akkorde hinzu. Nach gut anderthalb Minuten ziehen Stimmung und Rhythmen merklich an. Mit "Lionmouth door knocker", "Ketamine for breakfast" und "Europe ist lost" folgen drei starke Titel, welche den geneigten Hörer fesseln. "Don't fall in" und "Perfect coffee" stellen im Verlauf weitere Höhepunkte auf dem besten Hip Hop Album des Jahres dar. Ohne Plattitüden und amerikanische geprägte Bling-Bling Peinlichkeiten zeigt Kate Tempest, wie sich Hip Hop clever und authentisch machen und einsetzen lässt. Flow, Texte, Stimmung... hier passt einfach alles. Ich bin begeistert und sehne mich mal wieder nach London. 

"Europe is lost":


Der Weg von Hip Hop zu Gedichten ist nicht weit, dass zeigt Kate Tempest im folgenden Clip. Sie trägt die Gedichte ihrer Sammlung "Hold your own" vor:


Kate Tempest live:
  • 29.10. Düsseldorf (Festival)
  • 30.10. Hamburg
  • 01.11. Frankfurt
  • 02.11. Berlin
  • 03.11. München
"Let them eat chaos" wird auch als Buch erscheinen. Aber warum sollte man auf den engagierten Vortrag der Künstlerin verzichten?

"Let them eat chaos" ist:

Dienstag, 4. Oktober 2016

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kings Of Leon - Around the world

Und noch ein Vorbote zu dem neuen Kings Of Leon-Album "Walls": Das Video wird dem Titel "Around the world" gerecht.



Am 14.10. wird "Walls" erscheinen. 

Montag, 3. Oktober 2016

Film: Batman v Superman: Dawn of justice




















Keine Sternstunde des DC-Universums.  

Mir gefiel noch nie ein Superman-Film und die Kritiken zu "Batman v Superman: Dawn of justice" ließen mich an einem tollen Kino-Erlebnis zweifeln. Nun habe ich Zack Snyders zweiten Superman-Regieversuch gesehen und kurzzeitig überlegte ich, ob mich der Film auf der großen Leinwand vielleicht mehr beeindruckt hätte. Meine Antwort ist eindeutig: Nein, dafür ist dieser Film einfach zu schlecht. Wirre Story, zu viele Action-Feuerwerke und keine echten Highlights. Es ist bezeichnend, dass es Ben Affleck gelingt, in dieser Umgebung als Batman zu glänzen. Als besonders enttäuschend empfand ich Jesse Eisenberg als Lex Luthor. Das war schon ein alberner Versuch, an Ledgers Joker anzuknüpfen. 

"Dawn of justice" soll Appetit machen auf "Wonder Woman" und "Justice league", die für 2017 angekündigt sind. Gal Gadot konnte zumindest ansatzweise überzeugen, so dass ihr Film funktionieren könnte. Bei "Justice league" und dem für 2018 geplanten "Aquaman" bin ich skeptisch. Es würde mich wundern, wenn DC in dieser Aufstellung mit den Marvel-Erfolgen mithalten könnte.  

Sonntag, 2. Oktober 2016

Buch: Nicole Arian - Geflüster der Kulturen

























Etwas weniger Tiefgang als erhofft, aber kurzweilig. 

Die Mutter wanderte 1965 von Deutschland in den Iran aus, die Schwester verschlug es 2002 in die USA und die Autorin selbst zog 2005 nach Südafrika. Im Kern des Buchs stehen Episoden aus dem Leben der drei Frauen bzw. ihrer Familien. Der Vergleich zwischen den Kulturen ist kurzweilig. Viele der grundsätzlichen Unterschiede sind bekannt oder nicht überraschend. Die Schilderung der daraus resultierenden Herausforderungen im Alltag eröffnen durchaus ein paar neue Perspektiven. 

"Geflüster der Kulturen" ist eines der besseren Bücher der Kindle Leihbücherei und interkulturell Interessierten als leichte Lektüre empfohlen. 





Samstag, 1. Oktober 2016

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Faith No More - Cone of shame

"Sol invictus" ist schon aus dem letzten Jahr, aber nun wurde noch ein Video zum Song "Cone of shame" veröffentlicht:


Ich freue mich über jedes Lebenszeichen der Band.