Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Mittwoch, 9. November 2016

Realität vs. Fiktion

Früher schaute ich amerikanische TV-Serien um unterhalten zu werden. Nun schlägt die Realität (fast) jede Fiktion.

Dienstag, 8. November 2016

Version wars: Westworld Soundtrack vs. Soundgarden

Die Serie ist noch jung, aber der Soundtrack sorgt schon für Aufmerksamkeit.

"Black hole sun" klingt dort so:


Und so im Original:

Montag, 7. November 2016

Musik: Robbie Williams - The heavy entertainment show

























Robbie rief und alle kamen... nun ja, bis auf die Hits.

Die Ankündigung eines neuen Robbie Williams-Albums brachte mich noch nie in Verzückung. Die beiden aus meiner Sicht relevanten Hits erschienen auf seinem Debüt. Neugierig auf sein elftes Solo-Album machte mich nur die Liste der Mitwirkenden: Guy Chambers kam zurück, die Killers und Ed Sheeran durften jeweils einen Song spenden und als Gäste waren u. a. Rufus Wainwright und John Grant angekündigt.

Als ich das Album auf den Player bekam, hörte ich mir zuerst "I don't want to hurt you" an um enttäuscht festzustellen, dass dieser Song mit John Grant meine Vorfreude nicht rechtfertigte. Doch einige Albumdurchläufe lassen mich meine Meinung revidieren: "I don't want to hurt you" ist einer der stärkeren Titel auf "The heavy entertainment show". Daneben gibt es einige wirklich unnötige Songs ("Party like a Russian", "Bruce Lee" und der Titeltrack ist auch kein Glanzstück) und andere, die nicht weiter stören. Es ist bemerkenswert, dass die Bonus Tracks der Deluxe-Edition ohne Probleme mit den Titeln der Standard-Edition mithalten können. Schade, dass keine Hits enthalten sind. 

Zumindest weiß ich jetzt, warum die Dame am Anfang des Videos dümmlich kichernd wegläuft:

"The heavy entertainment show" klingt nach:

Sonntag, 6. November 2016

Musik: Leonard Cohen - You want it darker

























Würdig.

Leonard Cohen war musikalisch ein Spätberufener. In Kanada geboren und aufgewachsen, veröffentlichte er bereits während des Studiums Poesie. Anschließend schlug er sich lange als Schriftsteller durch und verbrachte eine ganze Weile in Europa, speziell auf der griechischen Insel Hydra hielt er es lange aus. Erst mit Mitte 30 widmete er sich von New York aus seiner Musikkarriere. Zuvor hatten bereits andere Musiker das Potential seiner Texte erkannt und für deren Musik verwendet.

Janis Joplin und Joni Mitchell als Freundinnen, Zusammenarbeit mit Phil Spector... Cohen scheint schon damals sehr populär gewesen zu sein. Die 90er Jahre verbrachte er weitgehend als Mönch in einem Kloster. 2001 kam er musikalisch zurück. 

Seinen ersten Auftritt absolvierte er vor 49 Jahren auf dem Newport Folk Festival. Zu Beginn dieses Abschnitts seiner Karriere klang er zeitgemäß nach einem Folksänger. Mit den Jahren entwickelte sich seine unverwechselbare Stimme. Diese und seine lyrischen Fähigkeiten zelebriert der Kanadier auf seinem 14. Album "You want it darker", stellenweise vor opulentem Hintergrund mit Streichern und sonstigem Beiwerk. 

Wegen der Texte wird schon jetzt von Cohens Abschiedswerk gesprochen. Ich finde in dieser Qualität darf Cohen gerne noch das eine oder andere Album veröffentlichen. Der Titeltrack ist ein packender Hit, "If I didn't have your love" sticht ebenfalls heraus. Darüber hinaus ist "You want it darker" ein durchweg stimmiges Album.  

"You want it darker":


Ich fürchte auf eine Deutschland-Tour des 82-Jährigen können wir nicht hoffen.

"You want it darker" klingt nach:

Samstag, 5. November 2016

Offline-Empfehlung

Amazons Online-Empfehlungen sind oftmals recht treffend. Offline müssen wir aber noch etwas üben. Ein Prospekt mit Kinderspielzeug an mich per Post??



Freitag, 4. November 2016

Musik: Bell X1 - Arms
























Nett...

Ich finde bei einem Gewinnspiel zum Thema Musik wäre "Welche ist die nach U2 im irischen Radio meistgespielte Band?" eine spannende Frage. An dieser Stelle stellt sie keine Herausforderung dar, denn sie ist bereits mit dem Titel dieser Vorstellung beantwortet. In der Heimat ist Bell X1 also recht populär. Sie ging aus Juniper hervor, den Mitstreiter aus dieser Zeit kennt man auf dem europäischen Festland vielleicht eher: Damien Rice.

Bell X1 hat in der Vergangenheit acht gefällige Platten mit einigen Songperlen und dezentem Indie-Touch veröffentlicht, so auch "Chop chop" im Jahr 2013. Nun folgt das neunte Album. Es ist gefällig und liefert die Songperlen "Bring me a fire king", "The upswing", "I go where you go" und "Out of love". Nett. Nicht mehr und nicht weniger. 

"The upswing":


"Arms" klingt nach:

Konzert: Kate Tempest@Muffathalle in München, 03.11.2016


Mein Konzert des Jahres. Und am Ende ein Gedicht. 

"Let them eat chaos" ist ein starkes Album, die Aufmerksamkeit des interessierten Publikums ist Tempest aktuell sicher und ich war noch nie auf einem Hip Hop Konzert (oder gilt Deichkind?). Die Vorzeichen standen also günstig... und meine Erwartungen wurden übertroffen. 



Vom Support Act Muso hörte ich die letzten beiden Titel und das reichte mir auch für einen umfassenden Eindruck. Punkt 21 Uhr betraten Tempest und ihre drei Mitstreiter (u. a. der Produzent des Albums Dasn Carey) die Bühne. Die Dame bat das Publikum auf die Nutzung von Handys während des Konzert zu verzichten und sich statt dessen auf sie und die Show zu konzentrieren. Im Gegenzug versprach sie ein nachhaltiges Konzerterlebnis. 



Die Story zu "Let them eat chaos" bot den starken Rahmen für das Set, die meisten Songs wurden im Vergleich zum Album merklich härter aufgeführt. Und Kate Tempest konnte sich als die engagierte Künstlerin präsentieren, die sie nun einmal ist. Man fühlt sich geneigt, ihrem Aufruf "to wake up and love more" zu folgen. Ich scheue mich, "Hits" aus diesem Gesamtkunstwerk hervorzuheben, aber "Ketamine for breakfast", "Europe is lost", "Don't fall in" und vor allem "Perfect coffee" wirkten schon besonders intensiv auf das komplett mitschwingende Publikum. 





Im Vorfeld fand ich keine Setlist zu Kate Tempests aktueller Tour. Entsprechend groß war meine Spannung im Hinblick auf ihr Konzert in München. Im Nachhinein ist mir klar, dass es sich aufdrängte, dass Tempest ihr Album "Let them eat chaos" komplett und in der bekannten Reihenfolge aufführt: 

  • Picture A Vacuum
  • Lionmouth Door Knocker
  • Ketamine For Breakfast
  • Europe Is Lost
  • We Die
  • Whoops
  • Brews
  • Don't Fall In
  • Pictures On A Screen
  • Perfect Coffee
  • Grubby
  • Breaks
  • Tunnel Vision
Kate Tempest wies darauf hin, dass sie bei dem "Zugabe"-Spiel nicht mitmacht und statt dessen noch ein Extrakt aus dem Gedicht "Brand new ancients" vorträgt und danach die Bühne verlässt. Hat sie gemacht. 



Wenn Pfarrer derart engagiert und zu relevanten Themen predigen würden wie Kate Tempest, wäre ich regelmäßig in Gottesdiensten zu finden. 

Mittwoch, 2. November 2016

Vorfreude: Kate Tempest

Morgen!

Dienstag, 1. November 2016

Buch: Henrik Lange - Wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben

























Düster gezeichnet, heiter geschrieben. 

Mit der Bezeichnung "Schwedenkrimi" gehen wir in Deutschland geografisch sehr großzügig um. So ziemlich jeder Krimi der irgendwo nördlich von Flensburg handelt wird dieser Kategorie zugeordnet. Jeder der Stieg Larssons Triologie oder einen anderen Krimi skandinavischer Herkunft gelesen hat, wir sein Bild des typischen Schwedenkrimis vor Auge haben. Dieses lässt sich nun mit Henrik Langes Graphic Novel "Wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben" abgleichen.

Henrik Lange erblickte vor knapp 45 Jahren in Göteborg das Licht der Welt. Mit seinen Comics "Weltliteratur für Eilige: Und am Ende sind sie alle tot" und "Filmklassiker für Eilige: Und am Ende kriegen sie sich doch"" traf er durch seine knackigen Zusammenfassungen den Nerv der Zeit. Im gleichen Sinne erklärt er mit "Wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben" eben den Kern (fast) aller Schwedenkrimis.

Mit sarkastischem bis heiteren Schreibstil (ich vertraue auf die Originaltreue der Übersetzerin) und düsteren Zeichnungen liefert er sowohl Schwedenkrimi-Fans als auch -Verachtern einen kurzweiligen und unterhaltsamen Überblick über die unverzichtbaren Elemente des Genres: Einstieg, Mord, Schauplatz, die Protagonisten, deren Gegenspieler u. v. a. m. werden kurz beschrieben und gezeichnet. Und im Stile von "... für Eilige" werden auch noch Schwedenkrimi-Klassiker wie "Meisterdetektiv Blomquist" von Astrid Lindgren kurz "erzählt". 

Die 160 Seiten eignen sich wunderbar für eine Bahnfahrt oder als leichte Bettlektüre.