Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Dienstag, 20. August 2019

London 2019 (1)

Letztes Jahr feierte ich mein 20. Londonjubiläum, bereits dieses Jahr besuchte ich die Stadt erneut und nun wurde mir bewusst, wie stark die Anzahl der Touristen über die Jahre zugenommen hat. Die Schlangen vor vielen Sehenswürdigkeiten waren aber ein toller Anlass, sich auch mit ruhigeren Gegenden zu befassen. 





Little Venice und ein Spaziergang entlang des Regent's Canal waren ein ruhiger Einstieg, bevor es  nach Camden Town ging. 


Die Schlange vor dem Natural History Museum trieb uns ins Victoria & Albert Museum. Man muss bewundern, dass die meisten Museen der Stadt weiterhin keinen Eintritt verlangen. 


Auf dem Weg lagen dann Royal Albert Hall und das Albert Memorial. 


Überprüfen konnte ich es nicht, aber ich bin mir recht sicher, dass uns unterwegs Jarvis Cocker begegnet ist. Um ein Foto zu bitten wäre zu aufdringlich gewesen, aber ich habe eine Skizze der Situation angefertigt.


Erstmals in meinem Leben war ich in einem "Harry Potter"-Shop. Aber weder Besen noch Zauberstock wollte ich mir leisten. 



Belgisches Bier und u. a. ein von drei von vier Reisenden dringend zum Genuss empfohlener Nachtisch ("Speculoos doughnuts") 


lieferten uns die Motivation für einen anschließenden Besuch in Covent Garden. 

Dort stand auch dieses hübsche Klavier.

Die dritte Staffel von "Fleabag" lief erst kürzlich, in Wyndham's Theater kann man sich offensichtlich auch an der Bühnenversion erfreuen. Verführerisch, aber zu kurzfristig. 

Dienstag, 13. August 2019

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kettcar - Sommer '89

Es dauerte etwas, bis der Song auch bei mir zündete. Aber spätestens seit ich weiß, dass die Band für diesen einen Shitstorm erntete, bekomme ich bei jedem Durchlauf Gänsehaut:




Sonntag, 11. August 2019

Version wars: The Bird and The Bee (unterstützt von Dave Grohl) vs. Van Halen vs. Apollo 440

The Bird and The Bee liefern eine tolle Version



dieses Songs:



Da hat es die Dub-Version schwer:

Donnerstag, 8. August 2019

Festival: A Summer's Tale 2019 - Tag 4

Der Start in den Tag in Lüneburg hat sich bewährt:


Für den restlichen Tag brauchten wir Energie, da kam der "Hot Shots"-Workshop gerade recht:



Auf Die Höchste Eisenbahn hatte ich mich mittels ihres aktuellen Albums vorbereitet. Dort hatte mich deren Indiepop einen Tick mehr begeistert als live, aber das Set passte sehr gut zum Festival und zum Slot um die Mittagszeit.

Ein weiterer Workshop zum Thema "über den Tellerrand schauen" war "Kleine Tiere, großes Potential". Bewundernswert engagiert stellte Nicole Sartirani von Mikrokosmos Berlin dir Vorteile von Insekten als Nahrung dar. Nicht nur die Idee, eine Fliegenklatsche als Zeigestab zu nutzen war sehenswert. Nach diesem Vortrag kann man sich nicht vorstellen, warum wir keine Insekten essen sollten. 

Gut, dass direkt Kostproben angeboten werden. Die Grillen, Heuschrecken, Mehlwürmer und Buffalowürmer waren netterweise gegrillt. Ich empfand keinen Eckel und könnte mich an den Geschmack durchaus gewöhnen. 



Gestärkt konnte ich mich der Musik zuwenden. The Charlatans haben ihre größten Zeiten sicher hinter sich, aber da ich sie noch nie live gesehen habe, freute ich mich sehr auf die Gelegenheit, Tim Burgess und seine Mannen zu erleben. Burgess schien sehr gut drauf zu sein, vielleicht hatte er Insekten geraucht? Die Band lieferte ein entspanntes Set ab. 



Kate Nash hatte ich schon mal im Jahr 2010 bei Rock am Ring gesehen. "Foundations" höre ich immer mal wieder gerne. Ansonsten komme ich vermutlich weitere zehn Jahre ohne ein weiteres Kate Nash-Konzert aus.  



Durch die TV-Serie "Big little lies" habe ich mir Michael Kiwanukas Song "Cold little heart" derart schön gehört, dass ich mich auf seinen Auftritt freute. 

Leider überschnitt sich dieser teilweise mit dem Workshop zum Thema Wein (inkl. Weinprobe ;-)), so dass ich den Song nur aus einiger Entfernung hörte. Aber Wein und Michael Kiwanukas Musik passen zweifellos zueinander.  

Elbow war der letzte Headliner des Festivals. Ich wusste nicht so recht, wie sehr ich mich freuen sollte. Einige starke Songs hat die Band zweifellos zu bieten. Wegen der auf den Alben vorherrschenden "gediegenen" Atmosphäre konnte ich mir nur schwer einen mitreißenden Auftritt vorstellen. Offensichtlich hatte ich nicht mit Guy Garveys Qualitäten als Unterhalter gerechnet. Umwerfend sympathisch zog er das Publikum in seinen Bann. Es gab kaum einen Song, während dem die Zuschauer nicht zum Schwenken der Arme animiert wurde. Ich bin mir sicher: Noch nie habe ich während eines Konzert so viele "Arm-Kilometer" zurückgelegt. 


Mit Elbow klang das diesjährige Festival würdig aus. Das Line-Up hat mich merklich weniger begeistert als in den Vorjahren. Doch das gelungene Gesamtkonzept und die großartige Atmosphäre des Festivals trösten darüber hinweg. Ein größeres Lob kann ich einem Festival kaum machen. ;-)

Mittwoch, 7. August 2019

Festival: A Summer's Tale 2019 - Tag 3

Der dritte Festivaltag war für mich musikalisch denkbar uninteressant. Daher lockte erneut Lüneburg zu einem Rundgang, Frühstück und Besuchen in einigen Läden.


Schon immer fand ich das Angebot an Workshops und sonstigen Aktivitäten abseits der Musik als tolle Ergänzung. An diesem Tag waren sie sogar der Grund, mich aufs Gelände zu locken. Bei "Bliss Balls" wurden leckere Snackkugeln aus Nüssen, Dattelpaste und weiteren Zutaten hergestellt und verzehrt. 



Ein musikalischer Lichtblick waren die poppigen Klänge von "Das Paradies": 


Zwischendurch nahm ich an einem Workshop zum Thema "Bullet Journal" teil. Es bot einem der Sponsoren des Festivals die Möglichkeit, seine Stifte subtil zu präsentieren und mir ein Idee, um was es dabei geht. Ja, man kann mit etwas Mühe und Geschick Termine und Vorhaben analog planen und dokumentieren. Das sieht schick aus und mag auch Kreativität fördern. Zu meinen Anforderungen passt das aktuell nicht, aber es ist immer wieder schön, bei diesem Festival die eigenen Grenzen zu überprüfen und über den Tellerrand zu blicken. Muss ja nicht alles schmecken, was sich dahinter verbirgt.  

Faber hingegen gehörte in die Kategorie "auch live gehört und für uninteressant befunden".

Der Höhepunkt des Tages war für mich dann der Hamburger Kneipenchor. Mit einer Guerilla-Taktik hat er sich über die letzen Festivals nun bis in den "Grünen Salon" "hochgesungen" und füllte diesen gleich zwei Tage in Folge. Am Vortag hatte ich mir die sympathische Truppe nur kurz angehört und mir für diesen zweiten Auftritt dem Anlass entsprechende Plätze gesichert. 


Die Amateur-Sänger interpretieren stellenweise ironisch, immer unterhaltsam aber keinesfalls ohne Anspruch Pop- und Rocktitel. Durch die Decke und fast auch durch den Bühnenboden ging die Stimmung bei "Verdammt ich lieb' Dich". Etwas ruhiger wurde es im Zusammenspiel mit Tom Klose, der zuvor schon auf der gleichen Bühne mit seinem Programm im Einsatz war.  

Den Rest des Tages nahm ich mir Festival-frei. Immerhin stand uns noch ein weiterer Festival-Tag bevor, der ein volles Programm bot.

Dienstag, 6. August 2019

Festival: A Summer's Tale 2019 - Tag 2


Lüneburg habe ich schon vor mehr als 15 Jahren als sehr schön und besuchenswert befunden, daher standen auch bei diesem Aufenthalt einige Runden durch die Stadt an. Es ist zwar erschreckend, welche Auswirkungen eine anscheinend erfolgreiche TV-Serie auf eine Stadt haben kann, aber dem grundsätzlichen Flair der Stadt tut dieses Tatsache nur wenig Abbruch.

Vom Papier her war der zweite Festivaltag musikalisch mittelprächtig. Für Fury In The Slaughterhouse hatte ich bereits letztes Jahr ein sehr altes T-Shirt aus "Hooka Hey"-Zeiten herausgekramt. Dieses Jahr traten die beiden Wingenfelder-Brüder auf. Unter ihrem Familiennamen stehen sie für unterschätzte Musik mit deutschen Texten. Kai gab sich gewohnt politisch. Die Songs und der Auftritt überzeugten. Mit Fury In The Slaughterhouse waren die beiden am Vortag in Wacken als "Die Beschissenen Sechs" aufgetreten. Doch ihre Kondition reichte offensichtlich locker für diesen Gig am Nachmittag. Der Gitarrist wurde kurzfristig von Daniel Wirtz "ausgeliehen" und bewies ebenfalls Klasse. 


Besonders nachdrücklich wirkte der Song "Bis nach Berlin"... und Kais Ausflug ins Publikum, den im Verlauf des Festivals auch noch ein anderer Sänger nahm...

Kurzfristig fiel Dermot Kennedy aus. Doch mit Kettcar konnte mehr als vollwertiger Ersatz beschafft werden. Die Hamburger standen zwar ebenfalls bereits letztes Jahr auf dieser Bühne, aber wie der gut aufgelegte Reimer Bustorff feststellte: Jährlich ist eine gute Frequenz für Auftritte der Band bei diesem Festival. ;-) Das Heimspiel meisterte die Band erwartungsgemäß souverän. 


Tina Dico hatte ich bislang als dänische Sängerin mäßig spannender Songs und als Helgi Jóhnssons Frau wahrgenommen. Live entpuppte sie sich aber als wahres Energiebündel. Die Songs wurden im Vergleich zu den Studioaufnahmen etwas rockiger dargeboten, was der Atmosphäre angemessen war. Und Helgi war auch dabei.

Enno Bunger hatte ich bereits 2014 im Rahmen eines Wohnzimmerkonzerts erlebt. Seitdem hat er u. a. den Song "Renn!" veröffentlicht, der für mich der Höhepunkts seines Auftritts bei A Summer's Tale war. Ansonsten fiel mir vor allem seine Vielseitigkeit auf. Zwischen "Renn!" und den neuen Song "Konfetti" passen Welten.

Wirklich gespannt war ich auf Maxïmo Parks Auftritt. Über die Jahre hat die Band schon viele starke Songs fabriziert und konnte so für das einstündige Set aus dem Vollen schöpfen. Paul Smith' Bewegungsdrang war nicht überraschend und vermutlich auch nur in wenigen Momenten spontan. Aber wenn stört das, wenn Songs wie "Books from boxes" und "Apply some pressure" erklingen?

Einen tollen Job machte Jemma Freese, die erst seit Anfang des Jahres den Platz am Keyboard eingenommen hat.


Ein Festival bietet immer die Möglichkeit, Vorurteile gegenüber Musikern und Band zu überprüfen. Joan As A Police Woman konnte mich mir ihren Alben bislang nie überzeugen. Live konnte sie mich gar mit nur drei Songs vertreiben....

... so dass ich mich noch intensiver auf den Höhepunkt des Tages freuen konnte: Suede. Ich hatte schon häufig gehört, dass Suede-Konzerte sehenswert sind. Doch meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen. Schon mit der Atmosphäre des Openers "As one" zog die Band das Publikum in ihren Bann.


Und was Brett Anderson danach über 90 Minuten ablieferte war atemberaubend. Er forderte von sich und auch vom Publikum die volle Leistung ab. Ich denke mit "der Jürgen Klopp unter den Frontmännern" werde ich seinem Anspruch und seiner Wirkung gerecht. Schreiend, kniend, liegend, springend. Auf der Bühne, vor der Bühne und (wie Kai Wingenfelder, s. o.) im Publikum.... man musste ständig mit allem rechnen.


Ja, unscharf. Aber fotografier' mal einen wilden Hamster... ;-)

Nur bei der akustischen Version von "The wild ones" konnten Anderson und das Publikum etwas Luft holen.

Dieser Auftritt war eines der intensivsten Konzerte, welches ich seit langer Zeit erlebt habe und ein würdiger Abschluss des Festivalstags.