Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.
Posts für Suchanfrage straßennamen und hausnummern werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage straßennamen und hausnummern werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Straßennamen und Hausnummern sind total überbewertet (1): Ankunft Osaka

Erraten? Einfach die Rechnung den Boden legen (weißer Rücken nach oben) und die rote CD in der Mitte platzieren. Das Ergebnis entspricht mit etwas Fantasie der Flagge des Landes, welches ich besuche…

P1010143 (Custom)

Mit Straßennamen oder gar Hausnummern hat man es in Japan nicht so. Vielleicht zähle ich mal die Anzahl der Menschen, die ich während meines Urlaubs nach dem Weg frage. Die Digitalkamera stellt ein wichtiges Hilfsmittel dar: Die Bezeichnung des Ziels fotografieren und den auskunftsfreudigen Einheimischen unter die Nase halten hat sich heute als zielführend erwiesen. Mehr als zwei dieser Schriftzeichen kann sich doch kein ungeübter Europäer merken!

Wichtig sind natürlich Nahrungsaufnahme und Abgabe der unverwertbaren Reste. An jeder Ecke gibt es solche Automaten, die sich z. T. im Sortiment und teilweise merklich im Preis unterscheiden:

P1010149

So manche Sachen möchte man gar nicht probieren. Ist das noch ein Getränk oder schon Doping?

P1010150

Die plastischen Werbeaufsteller sind ja recht bekannt, aber in echt wirken sie noch bizarrer:

P1010156 P1010159

Und das ist kein Fahrkartenautomat sondern die Bedienkonsole für die Toilette:

P1010163

Technorati-Tags: ,

Freitag, 15. Oktober 2010

Straßennamen und Hausnummern sind total überbewertet (3): Shitennoji-Temple, Den-Den Town und America Mura

Mit dem Shitennoji-Temple durfte ich heute einen der ältesten Buddhisten-Tempel Japans besuchen. Auch dieser wurde natürlich immer mal wieder neu erreichtet. Heute sieht er so aus:

P1010268

In einem weiteren Tempel wohnte ich einer buddhistischen Zeremonie bei. Das ständige Murmeln / Singen / Musizieren der Mönche fand ich sehr beruhigend. Das kann aber auch an den Räucherstäbchen liegen, die in dieser Glaubensrichtung verstärkt zum Einsatz kommen.

Als Kontrastprogramm ging es in das Technik-Mekka Den-Den Town. Dort hatte ich mehr außergewöhnliche Technik erwartet. So musste ich mich an der bloßen Vielzahl einiger Sortimente und an den iPod Docking-Stationen “Hello Kitty” und iPiglet erfreuen:

P1010292

Auf einem Lebensmittelmarkt entdeckte ich dann mein Mittagessen. Ich wollte sicherstellen, dass es sich tatsächlich um Thunfisch Sashimi handelte und nicht um irgendwelche “Nebenprodukte”, die erst durch weitere Behandlung essbar würden. Meine entsprechenden Gesten wurden mit dem Angebot beantwortet, die Mahlzeit gleich vor Ort im Laden zu verzehren:

P1010295 P1010296

Es war Thunfisch Sashimi und es war lecker. Meine zweite Mahlzeit bestand anschließend aus Tintenfisch, der zu Bällchen gebacken und mit viel Soße zu einer Art “japanischer Currywurst” wurden.

P1010300 P1010301 P1010302

Ich musste etwas kauen, aber es handelt sich um eine Spezialität Osakas und als höflicher Besucher…

Die Shinsaibashisuji Shopping Arcade war vor allem voll und an einem gut besuchten Tag möchte ich sie nicht unbedingt erleben. H & M und Zara kann man auch mit weniger Stress besuchen.

P1010306

America Mura galt mal als das Einfallstor der amerikanischen Lebensart. Die westliche Gesinnung erkennt man vor allem an der hohen Anzahl an blondierten Japanern (also was bei Blondierung der dunklen Haare so rauskommt: So ein gesunder Karottenton. Vergleichbar mit den verwaschen roten Haaren, die man manchmal auf den Köpfen vornehmlich ostdeutscher Frauen sieht). In meinen Augen ist es einfach nur Osakas Antwort auf Londons Camden-Town.

P1010312

Sehr beindruckend fand ich auch die aktuelle Hundemode im Schaufenster eines großen Kaufhauses. Bestellungen nehme ich gerne entgegen.

P1010251 P1010252 P1010253

Technorati-Tags: ,,

Freitag, 22. Oktober 2010

Straßennamen und Hausnummern sind total überbewertet (10): Hakone oder heute bin ich ein Japaner

Natürlich gibt es über Tokyo noch einiges zu berichten. Vielleicht komme ich noch einmal dazu. Nun ist aber schon die nächste Etappe an der Reihe: Hakone. Bei diesem Ort handelt es sich um eine beliebte Ferienregion. Von Toyko ist man in knapp 2 h vor Ort.

Und so stellt sich der Japaner einen gelungenen Tagesauflug vor. Erst einmal geht es mit der Bergbahn ein Stück den Berg hoch. Dann wird in die Seilbahn umgestiegen.

P1020325 P1020330

Diese bringt die Passagiere zur Bergstation. Hier kann man ein schweflig stinkendes Kraterloch bewundern.

P1020340

Vor Ort muss man unbedingt die in dort “gewonnen” Wasser gekochten Eier essen.

P1020358

Die Färbung wird durch das Schwefelbad verursacht. Die Eier sind angeblich sehr gesund und verlängern das Leben um sechs Jahre. Ich sah vor Ort viele Besucher, für die sechs Jahre höchstgens 5% der Lebenszeitspanne ausmachen. Ich brach mal kurz aus der Menge aus und ging in Richtung eines Bergpasses, um noch mehr Schwefelatmosphäre zu genießen.

P1020348

Mit der Seilbahn geht es dann zu dem kitschigen Ausflugsschiff, mit dem es über den See geht.

P1020366

Dieser bot zwar einige nette Ausblicke. Aber der bei gutem Wetter von hier aus sichtbare Fuji hat sich heute nicht gezeigt. Wie meinte meine Vermieterin so recht: Der Fuji ist so zurückhaltend wie die Japaner.

P1020381

Nach der Schiffsreise habe ich mich von den Touristenströmen abgesetzt. Eine kleine Bergwanderung ließ mich mal zwei Stunden ohne weitere Menschen sein.

P1020396P1020397 

 

 

 

 

 

 

Es stellte sich erneut heraus, dass die japanischen Karten meistens nicht präzise sind und Japaner Karten (egal in welcher Sprache) nicht lesen können. Da stellt sich die Frage nach Henne und (weißem) Ei: Können die Japaner keine Karten lesen, weil sie schlecht sind und sie ihnen eh nicht vertrauen oder sind die Karten zu mies, weil jede Verbesserung unnütz wäre? Ich werde es auf dieser Reise nicht mehr herausfinden, fürchte ich.

Während ich gestern die erste U-Bahn nahm, erwischte ich heute gerade noch den letzten Bus.

P1020415 Ein leeres Verkehrsmittel ist in Japan ein Bild wert.

Das Abendessen sah so aus:

P1020422

Ich kannte verlässlich nur den Reis. Die Bedienung wollte mich von meiner Auswahl abhalten, da dieses Gericht bei Reisenden wohl nicht immer so gut ankommt. Mir hat es geschmeckt. In einem “gutbürgerlichen” Restaurant in Deutschland würde man damit aber wohl keinen Stammtisch hinter dem Ofen hervorlocken.

Und danach lockte nach der Auswahl der Abendgarderobe

P1020433 P1020434

in meiner Unterkunft ein Onsen. Dabei handelt es sich um ein aus natürlichen Quellen gespeistes Bad.

P1020444

Das Bild schaut ein wenig nach Hinterhof aus aber in Berlin wäre das ein Club. Und außerdem gehörte das Bad für eine reservierte Zeit mir alleine!

Danach ging es auf das stilechte Zimmer.

P1020417

Technorati-Tags: ,,

Montag, 18. Oktober 2010

Straßennamen und Hausnummern sind total überbewertet (6): Osaka Aquarium und Hafen

Bald wird mein Beitrag zu meinen kulinarischen Erfahrungen kommen. Aber ich sammle lieber noch ein paar Eindrücke zu diesem Thema. Heute habe ich mir einige der Zutaten der japanischen Küche im KAIYUKAN-Aquarium in Osaka angeschaut.

Eigentlich interessiere ich mich sehr für Tiere. Nur mit Zoos habe ich so meine Probleme. Daher war ich auch noch nie in einem Aquarium. Aber wegen des guten Rufs der Einrichtung übersprang ich heute meinen Schatten. Das Aquarium ist sehr clever und verständlich aufgebaut. Ohne mich mit Fischen und den anderen Bewohnern unterhalten zu können, halte ich den Platz pro Tier jedoch auch hier für zu knapp bemessen. Wenn Tiere ständig die exakt gleichen Runden drehen, haben sie in meinen Augen einen an der Klatsche und das liegt m. E. an der Unterbringung. Aber wir Menschen quälen Tiere ja auch aus anderen Gründen und etwas Bildung in der Richtung “lebendige Lebewesen außer Menschen” anzubieten schadet uns sicher nicht.

Hier ein paar Bilder:

Im “Streichzoo” konnte man Rochen und Haie berühren. Die Unterschiede waren sehr beeindruckend. Kurios war eine 3D-Videowand: Dort konnte man Fische in 3D anschauen, die wenige Meter weiter in der realen Welt rumschwammen.

Und noch ein paar Eindrücke aus dem Hafen:

P1010666 P1010852 P1010878

Von wegen die “Santa Maria” ist gesunken. In Osakas Hafen fährt sie herum:

P1010860

Ich habe die Erlaubnis zur Anfertigung des Bildes mit Handzeichen eingeholt. Natürlich meinte ich auch die Veröffentlichung:

P1010867

Wenn ich mich schon mit Einheimischen fotografieren lassen muss, schlage ich nun so zurück!

Sonntag, 17. Oktober 2010

Straßennamen und Hausnummern sind total überbewertet (5): Kyoto

Die nächsten Stufen sind erreicht: Mit Stäbchen essen macht inzwischen schon Spaß und ich erkenne Muster in den japanischen Schriftzeichen. Da gibt es z. B. das eine Zeichen, welches ich mir mit “Buckel-S-F-X” merke und welches so ausschaut:

image

Es ist ein Bestandteil des Wortes “Osaka” und die Wiedererkennung erleichtert die Zugfahrt. In Bussen musste ich solche Zeichenfolgen mit der Karte vergleichen:

P1010639

Da hätte ich auch Kunst studieren können. Alle Schriftzeichen mit Quallen sind meine Lieblinge. Übrigens erkenne ich meinen Freund “Buckel-S-F-X” auch gerade auf diesem Bilder wieder. Er steht zwischen “Qualle-mit-Hut” und “Leiter-Stab-Hockeyschläger-mit-Hut-mit-Schleifchen”.

Die unteren Zahlen geben den Fahrpreis der jeweiligen Stationen an.

Ansonsten war ich heute in Kyoto. Hier einige gesammelte Eindrücke, die Bezeichnungen der Sehenswürdigkeiten erspare ich uns:

Technorati-Tags: ,,

Dienstag, 26. Oktober 2010

Straßennamen und Hausnummern sind total überbewertet (12 und 13): Koyasan oder ich bin dann mal im Tempel

Nach dem Höhenausflug nach Hakone ging es mit dem Zug wieder auf Meereshöhe, um einige Stunden später auf in vielerlei Hinsicht anderen Ebenen anzukommen. Koyasan ist ein Berg, den sich ein Mensch namens Kukai im Jahr 816 als Standort für die Entfaltung seiner aus China mitgebrachten buddhistischen Ideen aussuchte. Daraus entwickelte sich die buddhistische Shingon-Schule. Vor einigen Jahren wurde Koyasan zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Irgendwie besuche ich aktuell nur noch Weltkulturerbestätten. Um dafür Ruhe zu haben, müsste ich wohl mal nach Dresden.

Auf Koyasan hatte ich mich in einen Tempel eingemietet. Dort ging es fast zu wie in einem Kloster:

P1020649

Das Highlight war sicherlich der Besuch der morgendlichen Feuerzeremonie:

P1020892

Vor beliebten Tempeln sieht es während einer solchen Veranstaltung dann auch mal so aus:

P1020896

Probierenswert fand ich auch das nach den Regeln dieser Glaubensrichtung zubereitete Essen: Es handelt sich um eine vegetarische Küche, die zudem auf Zwiebeln und Knoblauch verzichtet.

P1020673

Den ein oder anderen (vor allem den einen) Leser werde ich damit nicht hinter dem Ofen hervorlocken können, aber ich fand es wahnsinnig spannend. Bei der großen Auswahl an “Töpfchen” kam ich mir vor wie ein Hund, dem man gleichzeitig mehrere Stöckchen zugeworfen hat.

Das Zimmer war eine typische japanische Unterkunft.

P1020650 P1020651

Interessant war nach der morgendlichen Zeremonie die gemeinsame “Teestunde” der ausländischen Gäste mit einigen Priestern. Das verstärkte Interesse einiger Europäer wurde erst vor wenigen Jahren geweckt. Daher hat uns gestern ein Fernsehteam des japanischen TVs “begleitet” (das hätte ich gerne gewusst, bevor ich morgens um 5.50 Uhr entschied, dass man für eine Zeremonie in der Dunkelheit keine besonderen Vorkehrungen treffen muss. Nun denken die Japan wahrscheinlich, in Europa laufen alle mit Kramers Frisur herum.)

image

Koyasans Gründer Kukai starb übrigens nicht, er befindet sich seit knapp 1.200 Jahren in einem Stadium der unendlichen Meditation. Das tut in seinem Mausoleum auf dem Friedhof Okunoin. Mit der Zeit gesellten sich noch einige weitere Menschen zu ihm, so dass man an dieser Stätte ca. 300.000 Grabsteine bewundern kann. Der Atmosphäre hat mich noch mehr beeindruckt als Père Lachaise in Paris (und der hat immerhin Jim Morrison als Dauergast).

Hier einige Eindrücke von Okunoin:

Neben den Grabsteinen haben sich auf dem Berg über die Jahrhunderte auch einige sehenswerte Gebäude angesammelt:

Gestern musste ich mich Temperaturen um die 15-17°C herumschlagen. Aber wenn sich der Herbst und die ersten verfärbten Blätter so darstellen, kann ich damit leben:

P1020858

Außerdem passte das Wetter wunderbar zum Ort.

Technorati-Tags: ,,,