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Dienstag, 6. Juni 2017

MeckPomm (3): Meeresmuseum vs. Ozeaneum Stralsund

Stralsund ist geprägt vom Meer, da verwundert es nicht, dass sich sowohl das Meeresmuseum als auch das Ozeaneum vor Ort mit dem gleichen Thema beschäftigen. Ein Kombiticket erlaubt den vergleichsweise günstigen Vergleich der beiden. Sie gehören wie das Nautineum und das Natureum zur gleichen Stiftung.

Das Meeresmuseum ist in einer alten Kirche untergebracht. Tiere und natürlich vor allem Fische sind sowohl als Modelle, konserviert oder in Aquarien zu bewundern. Darüber hinaus lernt geneigte Besucher einiges über Fischerei und Umweltschutz. Der tatsächliche Clou ist allerdings die Präsentation des Museums an sich: Man erlebt ein Museum, "wie es früher war". Stimmung und Aufmachung entsprechen Museen vergangener Jahrzehnte. Einerseits ist das eine willkommene Erholung vom Multimedia-Overkill, andererseits sieht man auch wie ein Museum zu DDR-Zeiten ausgesehen hat. Viele Informationen stammen noch aus den 70er oder 80er Jahren und nur vereinzelt finden sich englische Übersetzungen oder Themen aus jüngerer Zeit. Die Aquarien sind aktueller gestaltet und gewähren tolle Einblicke in die Unterwasserwelt. Die komplette Neugestaltung des Museums ist bereits geplant. Aus den o. a. nostalgischen Gründen oder falls man auf Museen ohne Multimedia-Einsatz steht ist ein Besuch auch vorher noch empfehlenswert.


Das Ozeaneum ist der moderne Gegenentwurf des Meeresmuseums: Noch keine zehn Jahre alt, in einem eigens dafür errichtetem modernen Gebäude untergebracht, kindgerecht und in vielerlei Hinsicht "state of the art" werden den zahlreichen Besuchern ähnliche Fakten zeitgemäß näher gebracht. 



Der direkte Vergleich zeigt: Die gezeigten Themen sind weitgehend deckungsgleich, die Präsentation im Stile des Ozeanums ist gefälliger. Ich bin froh, beide Museen besucht zu haben. Für einen Tag waren es vielleicht recht viel Informationen und Fische, aber in der Reihenfolge "zuerst das Meeresmuseum, dann das Ozeaneum" passte alles. Umgekehrt hätte es das Meeresmuseum wahrscheinlich ungleich schwerer gehabt. 

Und meine "take home message" ist der "WWF Beifangrechner": Der Beifang pro Fischportion unterscheidet sich um ein Vielfaches je nach Fischart. So fallen für 500 g Alaska Seelachs MSC 5 g Beifang an, für die gleiche Menge Seezunge müssen 3.000 g anderer Arten sterben. 

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