Während meiner Zeit in Hannover führte eine meiner Jogging-Strecken entlang des Ihme-Zentrums. Üblicherweise war das immer mein schnellster Streckenabschnitt. Endlich gibt es ein in diesem architektonischem Kleinod gefilmtes Video. Es passt m. E. perfekt zum Titel des neuen Fury-Songs:
Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.
Montag, 19. Mai 2025
Montag, 5. Mai 2025
Buch: Kenji Ueda - Der kleine Laden des Herrn Takarada
Ein Buch wie das Land Japan: Fremdartig bezaubernd.
Herr Takarada betreibt einen unscheinbaren Laden in einer ruhigen Ecke Tokios. Was genau dort verkauft wird, bleibt vage, aber das ist auch nicht wichtig. Denn wer diesen Laden betritt, sucht selten etwas Konkretes, sondern eher Trost, Orientierung oder einfach einen Moment der Ruhe.
Kenji Ueda erzählt in "Der kleine Laden des Herrn Takarada" mit einer stillen Eleganz, die man nicht oft findet. Die Figuren, die in Herrn Takaradas Laden auftauchen, tragen ihre Geschichten wie lose Fäden mit sich, und der Laden wird zum Ort, an dem sich manches entwirrt oder neu verknüpft. Es passiert nicht viel, und doch passiert alles. Die Sprache ist zurückhaltend, fast zart, aber nie kitschig. Man liest weiter, weil man sich wohlfühlt, nicht weil man wissen muss, wie es ausgeht.
Was das Buch so besonders macht, ist seine Gelassenheit. Es drängt sich nicht auf, es will nichts beweisen. Es ist einfach da, wie ein stiller Begleiter an einem Tag, an dem man nicht viel erwartet hat und dann doch etwas findet, das bleibt. Bei mir blieb die Lust, mal wieder auf Briefpapier einen Brief zu verfassen. Bislang blieb es allerdings bei der Lust...
Dienstag, 8. April 2025
Buch: Kester Schlenz, Jan Jepsen - Schlick
Mehr unterhaltsamer Krimi denn Thriller.
Es gibt Bücher, die liest man mit einem Glas Wein in der Hand. Und dann gibt es Bücher wie „Schlick“, bei denen man eher Gummistiefel braucht – oder zumindest ein gutes Gespür für norddeutschen Humor, Hafengeruch und menschliche Abgründe. Kürzlich verschlug es mich wieder nach Hamburg und meine Erlebnisse (keine Morde oder sonstigen kriminellen Handlungen, nur ein ausgedehnter Konzertbesuch) dort passten gut zur Stimmung dieser Lektüre.
„Schlick“ ist der dritte Fall für Kommissar Knudsen und seine Kollegin Dörte, und wie schon in den Vorgängern geht es weniger um Hochglanz-Spannung als um das, was zwischen Ebbe und Flut so alles an Land gespült wird: Leichen, Lügen, Lokalpolitik. Der Fall beginnt mit einem Toten im Hafen und endet – natürlich – nicht dort. Dazwischen: ein Containerschiff, ein alter Lotse, eine Umweltdebatte, die sich gewaschen hat, und Dialoge, bei denen man manchmal nicht weiß, ob man lachen oder sich Sorgen machen soll.
Was das Buch so unterhaltsam macht, ist nicht nur der Kriminalfall (der solide, aber nicht spektakulär ist), sondern die Art, wie Schlenz und Jepsen erzählen: mit trockenem Witz, einem feinen Gespür für Milieus und Figuren. Besonders gelungen: die Balance zwischen Gesellschaftskritik und Küstencharme. Denn hier wird nicht nur ermittelt, sondern auch diskutiert – über Elbvertiefung, Klimawandel, und die Frage, wie viel Schlick eine Stadt eigentlich verträgt.
Donnerstag, 13. März 2025
Musik: Albert af Ekenstam - Ghost in us
Atmosphärische Songs aus Schweden.
Vor einigen Tagen durften wir schon etwas Frühling schnuppern, nun kam noch ein mal ein kleiner Rückschlag bezüglich Temperaturen und zumindest hier auch mit trübem Wetter. Dieses Spannungsfeld passt gut zu Albert af Ekenstams Veröffentlichtung: Melancholische Melodien für trübe Tage, Post Rock Stimmung für die Spannung und Indiefolk für den Blick in den nahenden Frühling.
Sechs Jahre und eine EP lagen zwischen der Veröffentlichung von Ekenstams erstem Album "Ashes" und seinem aktuellen Werk "Ghost in us". Nimmt man das Ergebnis dieser Zeit als Maßstab, zog er sich während dieser Zeit tief in sich zurück, um mit einem subtilen Ausbruch zurückzukehren.
"Echoes from the past" und der Titelsongs sind für mich die Highlights auf "Ghost in us".
Als Referenzen werden u. a. The National, Nick Cave & The Bad Seeds, Fink und Bon Iver genannt. Der Produzent Filip Leyman hat über viele Jahre mit Anna von Hausswolff und für den Song "Koad" mit ihr und Yann Tiersen gearbeitet. Auch das gibt einen Hinweis auf das, was den Hörer mit "Ghost in us" erwartet.
Auftritte in Deutschland sind bislang nicht angekündigt.
"Lily":
"Ghost in us":
"Echoes from the past":
"Ghost in us" ist:
Dienstag, 11. März 2025
Buch: Ben McGrath - Riverman
Der Journalist Ben McGrath begegnete flüchtig dem Aussteiger/Kanu-Fahrer Dick Conant. Fasziniert von diesem machte er sich auf die Spurensuche um dessen Leben und seine Reisen zu erkunden und vielleicht sogar zu verstehen. Daraus wurde "Riverman".
Mit der Referenz auf Krakauers "Into the wild" hat mich das Cover des Buchs angelockt. Vielleicht würde Dick Conants Leben und vor allem die Schilderung seiner Kanu-Reisen auch ein vergleichbares Werk hergeben. Sein Verschwinden stellt auf jeden Fall den notwendigen tragischen Höhepunkt dar. Doch der Autor Ben McGrath musste sich die Information mühsam zusammensuchen und auch mit Schilderungen zu sich und seinen Aktivitäten "füllen". Darunter leiden Erzählfluss und Spannung. Freunden von Geschichten über Abenteuer wird "Riverman" aber trotzdem Stoff für fantasievolle Träume liefern.
Donnerstag, 6. März 2025
Buch: Paul Beatty - Tuff
Mit Humor wird Gesellschaftskritik unterhaltsam.
Ich lese gerne über Dinge, die ich vermutlich in meinem Leben nicht erleben werde. Und ich bin mir sicher: 19 Jahre werde ich nicht noch einmal, vermutlich werde ich die 150 kg nicht erreichen und meine Karriereplanung sieht nicht vor, dass ich als Drogendealer in East Harlem agiere. Das alles überlasse ich lieber Winston "Tuddy" Foshay. Und obwohl er mir in mindestens all diesen Eigenschaft fern ist, schafft es Paul Beatty, ihn mir nahe zu bringen. Die zahlreichen Facetten von Tuffy Persönlichkeit machen ihn sympathisch und auch sein Umfeld (u. a. Rabbiner, Muslim und .......) wirkt recht schnell vertraut.
Tuffy Foshay lebt in Harlem, ist groß, schwer, wortgewandt – und hat eine kriminelle Vergangenheit, die ihn nicht loslässt. Als ihm die Möglichkeit geboten wird, für den Stadtrat zu kandidieren, greift er zu – weniger aus Überzeugung als aus Notwendigkeit. Unterstützt von einer schrägen Truppe aus Freunden, Aktivisten und Exzentrikern, stolpert er durch eine absurde politische Realität, die kaum weniger chaotisch ist als sein eigenes Leben. Dabei wird seine Kandidatur zum Spiegelbild einer Gesellschaft, in der Herkunft, Hautfarbe und Klasse über Chancen entscheiden.
„Tuff“ ist eine bissige, sprachgewaltige Satire über Macht, Identität und das Überleben in einem System, das nicht für alle gemacht ist.Insgesamt ist "Tuff" ein temporeicher und hartgesottener Roman, der Beattys Fähigkeiten als Autor und seine Gabe, unvergessliche Charaktere und Schauplätze zu schaffen, demonstriert. Es ist eine Lektüre, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig unterhält, und die den Leser in die harte Realität des Lebens in den Straßen von Harlem eintauchen lässt. Wer gesellschaftskritische Literatur mit einem Schuss Humor verträgt, liegt bei "Tuff" richtig.
Montag, 13. Januar 2025
Buch: Uwe Schütte - Wir sind die Roboter. Kraftwerk und die Erfindung der elektronischen Pop-Musik
Samstag, 21. Dezember 2024
Musik: Big Special - Postindustrial hometown blues
Zweifellos das "Black Country Gothic"-Album des Jahres 2024. ;-)
Wie soll das Jahr enden, ohne dass einer der tollsten Songs des Jahres hier erwähnt wird?
Weil ein Song alleine noch kein gutes Album macht? Dann lege ich nach:
Big Special aus Birmingham sind Joe Hicklin und Callum Moloney. Auf ihrem Debüt wandeln sie auf Pfaden, die von Bands wie den Sleaford Mods und Fontaines D.C. bereitet wurden. "Postindustrial hometown blues" ist vielseitig, der Opener "Black country gothic" beschreibt sowohl in Titel als auch im Stil den Kern des Duos:
Die Sprache, die Botschaften und das Auftreten der Band zielen sicherlich mehr auf die eigene Insel als auf das europäische Festland. Trotzdem wird die Band nächstes Jahr u. a. auf dem Maifeld Derby als auch auf dem Best Kept Secret Festival zu finden sein.
"Postindustrial hometown blues" ist für ich ganz klar das "Black Country Gothic" Album des Jahres. Aber auch genreübergreifend wird es in meiner Jahresbestenliste recht weit oben zu finden sein.
"Postindustrial hometown blues" ist
Dienstag, 17. Dezember 2024
Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kapelle Petra - Nicht alleine
Einer der Songs des Jahres:







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