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Sonntag, 7. August 2016

Buch: Randall Munroe - Der Dinge-Erklärer

























Eine Wissensbuch der besonderen Art.

Randall Munroe hat in meinem Feed-Reader einen festen Platz mit seinem "Webcomic" xkcd. Je nach Thema sind seine Comic Strips auch mal herausfordernd aber nicht selten ganz schön erheiternd. Was in "The Big Bang Theory" klappt, sollte auch im Internet unterhalten können.

Als Physiker arbeitete Randall ein Weile an Robotern für die NASA. Bereits seit zehn Jahren lebt er vor allem von den Einnahmen seiner Website bzw. der Merchandise-Artikel. Seine erste Buchveröffentlichung war eine Sammlung einiger seiner Strips. 2014 folgten dann mit "What if" wissenschaftliche Antworten auf absurde Fragen wie "Wann (wenn überhaupt) wird Facebook mehr Profile von Toten als von Lebenden enthalten?". Sollten Nerds Gesprächsstoff für gesellschaftliche Anlässe benötigen, liefert "What if" reichlich davon.

Kürzlich erschien mit "Der Dinge-Erklärer" (original: "Thing Explainer") das neue Buch des Amerikaners. Darin erklärt er mit einer Mischung aus xkcd und Wimmelbuch "Dinge" wie Kernkraftwerke, einen Automotor, Vorhängeschloss, Baum, Atombombe u. v. a. m. So weit so gut. Allerdings erklärt er sie nicht nur anschaulich in Bildern sondern er beschränkt sich dabei auf die Verwendung der 1.000 am häufigsten gebrauchten Wörter. Dementsprechend wird dann auch z. B. aus dem Fahrstuhl ein "Hochziehzimmer", das Flugzeug wird zum "Himmelsboot" und die Bohrinsel ist eine "Schwimmstadt zum Löchermachen". Die Leistung bei Erstellung dieser Erklärung ist unbestritten, doch gerade diese "Vereinfachung" macht den Anspruch bei der Lektüre des Buches aus. Wenn man schon überlegen muss, was die Erklärung eines Einzelteils bedeuten könnte (z. B. "Beutel-Füller" in einer Körperzelle oder "Feuerwehr" im Mikrowellenherd), gerät die Erklärung schnell zum Ratespiel. Die Übersetzer sprechen vom "produktiven Verfremdungseffekt". 

Respekt habe ich vor der Arbeit der Übersetzer, trotzdem schaue ich mir bei Gelegenheit mal das Original an um zu vergleichen, ob die Beschränkung auf 1.000 Worte im Original vielleicht noch besser funktioniert. 

"Der Dinge-Erklärer" ist wegen seines Formats, Ausklappseiten und einem Poster ("Himmelsgreifer", ratet selbst, was das sein könnte) ansprechend gestaltet und einfach ein "Hingucker". 

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