Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.
Samstag, 31. März 2018
Freitag, 30. März 2018
Musik: The Decemberists - I'll be your girl
Synthesizer bei The Decemberists? Klappt.
Viele der nunmehr acht Alben der Decemberists passen gut in den Dezember. Die Band aus Portland um Colin Meloy steht trotz Affären mit anderen Genres für gepflegten Indie-Folk. In ihrer Heimat konnte sie mit "The King is dead" im Jahr 2011 ein Nummer 1-Album verzeichnen, mit der Single "Make you better" erreichte sie 2014 ebenfalls die Peak Position. Trotz einer soliden Fan-Basis sind The Decemberists aber eher eine Kritiker- und Liebhaberband.
Seit dem fünften Longplayer "The crane wife" arbeitete die Band mit dem Produzenten Tucker Martine zusammen. Für "I'll be your girl" stand nun erstmals der ebenfalls sehr gefragte und musikalisch breiter aufgestellte John Congleton an den Reglern. Diese äußere Zeichen der Veränderung manifestiert sich musikalisch in rockigeren Tönen und vor allem in dem für The Decemberists bislang ungewöhnlichen Einsatz von Synthesizern. Congleton sorgte dafür, dass The Sparks mit Franz Ferdinand auf "FFS" funktionierte, er forderte St. Vincents Fans mit "Masseduction" und er produzierte eines meiner Alben des Jahres 2016, "Boy King" von den Wild Beasts.
Ob es die Synthesizer, Congleton, die Stimmung der Band oder alle Faktoren gemeinsam waren: "I'll be your girl" bringt frischen Wind in die Diskographie der Decemberists. Die Indiefolk-Wurzeln werden nicht verleugnet, aber in Kombinationen mit den "neuen" Instumenten und Inspirationen großer Bands der 70er und 80er Jahre entstanden tolle Lieder wie "Cutting stone", "Severed" (auf meiner Longlist der Songs des Jahres), "Starwatcher" und das epische Doppel "Rusalka, Rusalka / The wild rushes". Für den Dezember sind allerdings nur wenige Songs auf "I'll be your girl" geeignet.
Ob es die Synthesizer, Congleton, die Stimmung der Band oder alle Faktoren gemeinsam waren: "I'll be your girl" bringt frischen Wind in die Diskographie der Decemberists. Die Indiefolk-Wurzeln werden nicht verleugnet, aber in Kombinationen mit den "neuen" Instumenten und Inspirationen großer Bands der 70er und 80er Jahre entstanden tolle Lieder wie "Cutting stone", "Severed" (auf meiner Longlist der Songs des Jahres), "Starwatcher" und das epische Doppel "Rusalka, Rusalka / The wild rushes". Für den Dezember sind allerdings nur wenige Songs auf "I'll be your girl" geeignet.
Das Video zum tollen Song "Severed":
"We all die young":
Am 16.11. treten The Decemberists in Berlin auf.
"I'll be your girl" ist:
Donnerstag, 29. März 2018
Buch: Alex James - Bit of a blur
Ein guter Grund, mal wieder alle Blur-Alben zu hören.
Song-Texte sind mir selten wichtig, weil ich von Musikern wenig erhellende Botschaften erwarte. Bücher von Musikern sollten mir daher erst recht egal sein... es sei denn, sie schreiben über sich selbst.
Alex James ist Blurs Bassist. Bereits im Jahr 2007 erschien seine Biographie "Bit of a blur". Ich kenne alle Blur-Singles und die Alben werde ich auch alle gehört haben. Als Fan der Band darf ich mich aber nicht bezeichnen.
James berichtet von seiner Zeit vor Blur, seinem Studium, bei dem er zuerst Graham Coxon, dann Damon Albarn und schließlich Dave Rowntree kennenlernte. Im Verlauf der Autobiographie lässt sich ein schöner Verlauf erkennen: Ging es anfänglich noch im Kern um die Musik und Blur sowie die spannende Zeit bis zum ersten Plattenvertrag, lernte James über den Erfolg das "süße Leben" inklusive vieler Frauen und viel Alkohol kennen. Anscheinend ist oder war er Damien Hirsts Kumpel, zu dem Künstler hat er viele Geschichten zu erzählen. Käse, Astronomie und sein Pilotenschein sind James' Hobbies, denen im hinteren Teil des Buchs viel Raum eingeräumt wird. Und irgendwann wurde sogar das Partytier Alex James offenbar sesshaft, die Gründung einer Familie auf einer Farm ist das "Happy end", welches ich nach den ersten Kapiteln nicht erwartet hätte.
Da das Buch sich mehr oder weniger ausführlich zu allen sieben Alben bis "Think tank" auslässt, war die Lektüre eine tolle Gelegenheit, mal wieder alle Blur-Alben zu hören und teilweise sah ich diese nun mit anderen Augen... oder hörte sie mit anderen Ohren? Und erst durch das Buch habe ich von Alex James' größten Hit erfahren: "Vindaloo" von Fat Les. Wie konnte dieser Fußballknaller mir bislang verborgen bleiben?
Sagt man Bassisten nach, dass sie der Natur ihres Instruments entsprechend etwas einfacher gestrickt seien? Alex James tut in "Bit of a blur" wenig, um diesem üblen Gerücht entgegenzuwirken. Er wirkt aber eben so sympathisch wie der Mitschüler und Kommilitone, der eben vor allem auf allen Parties anzutreffen war.
Mittwoch, 28. März 2018
Graphic Novel: Sarah Glidden - Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger
Etwas Israel und gleichzeitig ein Stück weit die USA verstehen in einer Graphic Novel.
Ich habe regelmäßig mit Israelis zu tun und in den Nachrichten sind Israel und die benachbarten Länder allgegenwärtig. Durch Erzählungen hatte ich schon einige Eindrücke gewonnen, aber der Titel der Graphic Novel "Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger" schien verlockend und eine Möglichkeit, mehr über Israel und die Hintergründe der Konflikte zu erfahren.
Sarah Glidden ist Amerikanerin. Dank ihrer Herkunft war sie berechtigt, an einer "Birthright Israel" Tour teilzunehmen. 18-32jährige Menschen jüdischer Abstammung dürfen sich während einer solchen gesponserten Reise Israel anschauen und sich mit der Kultur und dem Leben dort vertraut machen. Der Trip führte sie nach Jerusalem, Tel Aviv, auf die Golanhöhen, an den See Genezareth und in die Wüste. Wer den Aufwand und die Zeit einer solchen Tour auf sich nimmt, ist sicherlich interessiert und auch offen für die Erfahrungen. Nach eigenen Angaben nahm Glidden aber auch eine gesunde Portion Skepsis mit, da sie eine Propaganda-Veranstaltung erwartete. Diese Skepsis lässt sie in ironischen Bemerkungen im Verlauf der Graphic Novel immer wieder durchscheinen.
Die Konstellation der Reisegruppe aus Sarah Gilden, zwei Journalisten und einem Ex-Soldaten eröffnet dem Leser diverse Perspektive auf vor allem diese Themen:
- Journalismus
- Kurden
- Irak
- Syrien
- Irakische Flüchtlinge in Syrien
- Syrien bevor die Hölle losbrach
- US Soldaten.
"Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger" ist für eine Graphic Novel erstaunlich lehrreich. Gerade die sehr unterschiedlichen Ansichten sowohl der Teilnehmer der Reisegruppe als auch der Menschen in Israel eröffneten mir einige Einblicke, die ich zuvor nicht hatte. Da die Reise aus Sicht einer Amerikanerin beschrieben wird, gibt es zugleich auch noch einen Eindruck vom Weltbild "der Amerikaner".
Für die Lektüre habe ich mir Zeit gelassen. Da ich sie in der Originalversion gelesen habe wundere ich mich, dass ich dieses Zitat notiert hatte:
"Unsere Politker und ihre Politik sind nur so schlau wie wir selbst."Auf jeden Fall finde ich es erwähnenswert.
Dienstag, 27. März 2018
Song: PJ Harvey and Harry Escott - An acre of land
PJ Harvey steuert einen tollen Song zum Film "Dark River" bei:
Montag, 26. März 2018
Musik: Mount Eerie - Now only
Die Fortsetzung von Trauer... mit einigen Lichtblicken.
Im letzten Jahr betrauerte Phil Elverum aka Mount Eerie mit "A crow looked at me" den Tod seiner Frau Geneviève Castrée. Das Album ergriff mich. Nun veröffentlichte er das neunte Mount Eerie-Album. Wie "A crow looked at me" nahm Elverum auch "Now only" in dem Raum auf, in dem seine seine Frau starb. Und natürlich ist es wieder sehr traurig geraten.
Der Titel des Openers "Tintin in Tibet" ließ darauf hoffen, dass sich Elverum bereits neuen Themen zuwenden konnte. Doch auch bei dieser "Tim & Struppi"-Geschichte geht es um Erinnerungen an seine Frau. Tatsächlich erinnert an eine Situation, in der er ihr eben "Tintin in Tibet" vorlas. Anschließend schildert er in "Distortion" über eine Dauer von elf Minuten streiflichtartig Episoden seines Lebens, natürlich auch mit den Referenzen zum Tod seiner Angehörigen. Meist reicht als Begleitung dazu eine Akustikgitarre. Persönlicher und ergreifender können Songs und die durch sie erzählten Geschichten kaum sein. Doch spätestens wenn während des Refrains des Titelsongs die Zeilen "People get cancer and die, people get hit by trucks and die" erklingen, erscheint zumindest die Musik dazu freudiger.
Trotz aller Traurigkeit erscheinen auf "Now only" auch hoffnungsvolle Lichtblicke. Satellitenartig nähert sich Elverum wieder dem Indierock.
Der Titel des Openers "Tintin in Tibet" ließ darauf hoffen, dass sich Elverum bereits neuen Themen zuwenden konnte. Doch auch bei dieser "Tim & Struppi"-Geschichte geht es um Erinnerungen an seine Frau. Tatsächlich erinnert an eine Situation, in der er ihr eben "Tintin in Tibet" vorlas. Anschließend schildert er in "Distortion" über eine Dauer von elf Minuten streiflichtartig Episoden seines Lebens, natürlich auch mit den Referenzen zum Tod seiner Angehörigen. Meist reicht als Begleitung dazu eine Akustikgitarre. Persönlicher und ergreifender können Songs und die durch sie erzählten Geschichten kaum sein. Doch spätestens wenn während des Refrains des Titelsongs die Zeilen "People get cancer and die, people get hit by trucks and die" erklingen, erscheint zumindest die Musik dazu freudiger.
Trotz aller Traurigkeit erscheinen auf "Now only" auch hoffnungsvolle Lichtblicke. Satellitenartig nähert sich Elverum wieder dem Indierock.
"Distortion", "Now only" und "Earth" sind die eindrucksvollsten Titel auf diesem Album.
"Distortion":
"Now only" ist:
Sonntag, 25. März 2018
Fantastisches Gemüse
Diese Pastinake erinnert mich an einen Elefanten, dem die Stoßzähne abgeschnitten wurden.
Gibt es übrigens auch als Wurzelpetersilie.
Gibt es übrigens auch als Wurzelpetersilie.
Samstag, 24. März 2018
Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Black Rebel Motorcycle Club - Spook
Richtig toller Song.
Donnerstag, 22. März 2018
Version wars: Postmodern Jukebox vs. The White Stripes
Das Lied wurde bereits von Fußballfans zweckentfremdet. Dann tut das auch nicht mehr weh:
Das Original:
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