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Donnerstag, 8. Juni 2017

Musik: Sivert Høyem - Live at Acropolis

























Atmosphärisch dicht und ebenso dicht gepackt mit Songs aus 15 Jahren. 

Nicht unüblich für ein Konzert, beginnt "Live at Acropolis" mit einem knapp zweiminütigen Intro. Doch dieser Einstieg lässt mich die Spannung vermuten, die Sivert Høyem und sein Publikum an den Abenden des 29.09. und 02.10.2016 verspürt haben. Der ehemalige Madrugada-Sänger hatte sich über Jahre eine solide Fanbasis in Griechenland erspielt und die nutzte er, um im antiken Herod Atticus Odeon am Fuße der Akropolis zwei Konzerte zu geben. Damit erfüllte er sich und vermutlich vielen der Zuschauer einen Herzenswunsch. Nur wenigen Musikern wurde bislang der Auftritt an diesem Ort ermöglicht. Gerade der Bereich des Indierock erscheint mir in den letzten 2.000 Jahres etwas unterrepräsentiert. Sivert Høyem ist aber definitiv ein würdiger Vertreter dieses Genres. 

Während des Sets erinnert der Norweger mit drei Songs (bzw. vier auf der DVD) an seine Zeit mit Madrugada. Der Schwerpunkt liegt mit fünf Titeln auf seinem letzten Album "Lioness". Ansonsten greift er aus allen Alben außer seinem Solo-Debüt jeweils einen bis zwei Songs heraus. Netterweise sind auch die beiden Singles "Prisoner of the road" sowie "Black & gold" enthalten, die bislang nicht auf Alben erhältlich waren. Zur Kulisse passen natürlich besonders die dramatischeren Songs wie "The Bossa Nova", "Görlitzer Park" und "Give it a whirl".

CD, Vinyl, DVD,... "Live at Acropolis" wurde in vielen Formaten für die Nachwelt konserviert und erlaubt dem Fan die fast freie Auswahl. Für Høyem-Fans ist "Live at Acropolis" ein "Muss", für andere eine gute Möglichkeit, sich auf ihn einzulassen. 

"Give it a whirl":


"Görlitzer Park":


"My thieving heart" mit Marie Munroe:


Die Titel auf "Live at Acropolis" stammen von:

Mittwoch, 7. Juni 2017

Version wars: Placebo vs. Talk Talk

Cover-Versionen von Talk Talk-Songs sind weitgehend unnötig. "Life is what you make it" ist einer meiner Lieblingssongs von Talk Talk. Da hat es Placebo trotz anderer gelungener Cover in der Vergangenheit nicht leicht:


Zugegebenermaßen passen der wuchtige Bass und die klirrenden Gitarren gut zu Placebo. Aber entscheidet selbst, Müllkippe in Ghana oder Parkleben in London:

Musik: Richard Dawson - Peasant




















Der Mike Patton der Folk Music. Das ist dann wohl "Folk Crossover" oder "Post Folk".

Richard Dawson wuchs in Newcastle auf. Seine musikalische Entwicklung begann früh, als er Sänger wie Mike Patton nachahmte. Später bildete er sich durch seine Arbeit in Plattenläden weiter. Irgendwann kaufte er sich eine günstige Akustik-Gitarre, die nach einer Reparatur "speziell" klang und sich zu seinem Hauptinstrumente entwickelte. "Lo-Fi" in seiner Reinform. Seit dem Jahr 2007 veröffentlicht Dawson fleißig Alben. Mit "Peasant" erschien nun sein jüngstes Werk.

Nüchtern betrachtet ist Richard Dawson ein Folk-Musiker. Doch so herausfordernd und zugegebenermaßen stellenweise anstrengend klingt Folk selten. "Peasant" ist ein Konzeptalbum, angesiedelt im Reich Brynaich/Bernicia. In diesem Vorläufer der Königreichs Northumbria lebten Angeln im 6. und 7. Jahrhundert. Vermutlich sind die Aufzeichnungen der damaligen Musik nicht komplett bei Spotify oder sonstigen Diensten verfügbar, daher konnte sich Dawson die eine oder andere künstlerische Freiheit gewähren. Mittelalterliche Instrumente sorgen für die Grundstimmung, ansonsten ist "Peasant" vor allem Freak Folk. Dawson nutzt das gesamte Spektrum seiner Stimme von tief nach hoch und von flüstern bis schreien. Durch diese Reise in die Vergangenheit macht Dawson Folk spannend, aber das treibt er stellenweise an die Grenzen der Hörbarkeit. Verrückt, aber gut.

"Soldier", "Weaver", das vergleichweise harmlose "Beggar" und der Höhepunkt des Wahnsinns in Form von "Masseuse" sind meine Empfehlungen für mutige Hörer. 

Das Video zu "Ogre":


"Peasant" ist:

Dienstag, 6. Juni 2017

MeckPomm (3): Meeresmuseum vs. Ozeaneum Stralsund

Stralsund ist geprägt vom Meer, da verwundert es nicht, dass sich sowohl das Meeresmuseum als auch das Ozeaneum vor Ort mit dem gleichen Thema beschäftigen. Ein Kombiticket erlaubt den vergleichsweise günstigen Vergleich der beiden. Sie gehören wie das Nautineum und das Natureum zur gleichen Stiftung.

Das Meeresmuseum ist in einer alten Kirche untergebracht. Tiere und natürlich vor allem Fische sind sowohl als Modelle, konserviert oder in Aquarien zu bewundern. Darüber hinaus lernt geneigte Besucher einiges über Fischerei und Umweltschutz. Der tatsächliche Clou ist allerdings die Präsentation des Museums an sich: Man erlebt ein Museum, "wie es früher war". Stimmung und Aufmachung entsprechen Museen vergangener Jahrzehnte. Einerseits ist das eine willkommene Erholung vom Multimedia-Overkill, andererseits sieht man auch wie ein Museum zu DDR-Zeiten ausgesehen hat. Viele Informationen stammen noch aus den 70er oder 80er Jahren und nur vereinzelt finden sich englische Übersetzungen oder Themen aus jüngerer Zeit. Die Aquarien sind aktueller gestaltet und gewähren tolle Einblicke in die Unterwasserwelt. Die komplette Neugestaltung des Museums ist bereits geplant. Aus den o. a. nostalgischen Gründen oder falls man auf Museen ohne Multimedia-Einsatz steht ist ein Besuch auch vorher noch empfehlenswert.


Das Ozeaneum ist der moderne Gegenentwurf des Meeresmuseums: Noch keine zehn Jahre alt, in einem eigens dafür errichtetem modernen Gebäude untergebracht, kindgerecht und in vielerlei Hinsicht "state of the art" werden den zahlreichen Besuchern ähnliche Fakten zeitgemäß näher gebracht. 



Der direkte Vergleich zeigt: Die gezeigten Themen sind weitgehend deckungsgleich, die Präsentation im Stile des Ozeanums ist gefälliger. Ich bin froh, beide Museen besucht zu haben. Für einen Tag waren es vielleicht recht viel Informationen und Fische, aber in der Reihenfolge "zuerst das Meeresmuseum, dann das Ozeaneum" passte alles. Umgekehrt hätte es das Meeresmuseum wahrscheinlich ungleich schwerer gehabt. 

Und meine "take home message" ist der "WWF Beifangrechner": Der Beifang pro Fischportion unterscheidet sich um ein Vielfaches je nach Fischart. So fallen für 500 g Alaska Seelachs MSC 5 g Beifang an, für die gleiche Menge Seezunge müssen 3.000 g anderer Arten sterben. 

Montag, 5. Juni 2017

Musik: Pumarosa - The witch

























Gutes Debüt mit kleineren Schwächen. 


Am Anfang waren die Sängerin / Gitarristin Isabel Muñoz-Newsome und Bassist Henry Brown. Später vervollständigten der Schlagzeuger Nicholas Owen, der Gitarrist Jamie Neville sowie Keyboarder und Multi-Instrumentalist Tomoya Sukuzi Pumarosa. Schon 2015 erschien der starke Song "Priestess" und seitdem wird der Band eine große Zukunft vorhergesagt.

Savages, Lana Del Rey und PJ Harvey sind die Assoziationen, die mir bei den ersten Durchläufen kamen. Düsterer Indierock / Alternative trifft auf Elektro und etwas Dreampop. Mit Produzent Dan Carey (u. a. Kate Tempest, Bat For Lashes Django Django) ist der Londoner Band trotz dieser Vielfalt ein homogenes Album gelungen.

"Dragonfly", "Honey" und natürlich "Priestess" sind meine Empfehlungen auf "The witch". Die weiteren Songs zeigen durchaus ein paar Längen, die den Eindruck dieser Hits verwässern. Ich traue Pumarosa zu, mit dem nächsten Album mehr Eigenständigkeit zu beweisen und auch über Albumdauer zu überzeugen. 

"Priestess":


"Dragonfly":


"Honey":


"The witch" klingt nach:

Sonntag, 4. Juni 2017

MeckPomm (2): Nationalpark Jasmund

Kreidefelsen:



Möwe durch "Hühnergott":

Freundlicher Stein:

Und wenn man schon in der Gegend ist: Prora, KDF.

"Unberührt":

Oder so:

Regionale Spezialitäten:



Und sonst?

Freitag, 2. Juni 2017

Donnerstag, 1. Juni 2017

Mittwoch, 31. Mai 2017

Hannover 2017

Sonnig.


D-Linie Bauarbeiten.



Gut sortiert.