Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kate Tempest - People's faces

Bald sehe ich sie mal wieder live. :-)

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Musik: !!! (Chk Chk Chk) - Wallop
























Tanzattacke.

Sobald es im Supermarkt Lebkuchen und sonstiges Weihnachtsgebäck gibt, darf man sich Gedanken machen über die "Alben des Jahres". Da meine Liste der pro Jahr gehörten Dance- und Electro-Alben traditionell überschaubar ist, habe ich diese auch weitgehend im Blick. "Wallop" der amerikanischen Band !!! rangiert auf jeden Fall im oberen Bereich. Hätte Sänger Nic Offer die Band nicht Mitte der 90er Jahre sondern einige Jahre später gegründet, wäre ihm vielleicht die Auffindbarkeit im Internet wichtig und damit !!! nicht seine erste Wahl gewesen. Aber mit dem Zusatz "Chk Chk Chk" wurde ein Workaround gefunden, der den Anforderungen dieses Jahrtausends weitgehend gerecht wird.

"Wallop" ist das achte Album der Band. Wie seit dem Debüt aus dem Jahr 2001 lässt sie sich von Genre-Grenzen nicht beschränken und entsprechend schwer beschreiben. Electro und Dance spielen die Hauptrolle, ein paar Gitarren sorgen für Dance Punk- und Disco Rock-Momente. Funk und Soul dürfen in dieser Mischung dann nicht fehlen. Der kleinste gemeinsame Nenner dieses Albums ist Tanzbarkeit. Jeder Track hat das Zeug, den geneigten Hörer zumindest aus dem Sitz  zu reißen und vielleicht sogar auf die Tanzfläche zu spülen. 

"Let it change U", "Serbia drums" und "$50 Million" sind meine Anspieltipps. 

Das Video zu "Couldn't have known":


"UR paranoid":


"Wallop" ist:



Dienstag, 8. Oktober 2019

Montag, 7. Oktober 2019

Musik: Portico Quartet - Memory streams

























Ambient meets Jazz meets Electronica. 

Ambient Music gehört nicht zu meinen bevorzugten Musikrichtungen. Meist ist mir diese schlicht zu langweilig. Zweifellos trägt Nick Caves "Ghosteen" Anteil daran, hat er doch den Weg und meine aktuelle musikalische Stimmung "geebnet", so dass das Portico Quartet in die gleiche Kerbe schlagen konnte.

Das Quartett aus London wurde bereits im Jahr 2005 gegründet. Ihr 2007 veröffentlichtes Debüt "Knee-deep in the North Sea" wurde im Folgejahr für den Mercury Prize nominiert. "Memory streams" ist bereits deren fünftes Studioalbum.

Bei dem oben erwähnten "Ghosteen" von Cave waren die Ambient-Klangteppiche eine passende Untermalung zu seinen Erzählungen und seiner Stimme. Beim Portico Quartet ist der Weg für mich sogar noch ein ganzes Stück länger, denn neben Electronica ist vor allem Jazz das prägende Elemente der Musik. Einfach macht es das Portico Quartet dem Hörer damit nicht, eine gewissen Toleranz vor allem gegenüber Saxofon-Klängen ist schon nötig. Mich erinnert "Memory streams" während vieler Passagen in seiner Wirkung an Nils Petter Molvaer. Ein größeres Lob kann ich für diese Art der Musik kaum aussprechen. Die neun Songs sind abwechlungsreich und transportieren jeweils individuelle Stimmungen. Wenn andere Musik mal wieder an ihre Grenzen stößt, kann "Memory streams" das Mittel der Wahl sein.    

Besonders empfehle ich den Opener "With, beside, against", "Gradient", "Ways of seeing" und "Double helix".

Das Video zu "Offset":


Am 27.11. tritt das Quartett in Berlin auf.

"Memory streams" ist:






Sonntag, 6. Oktober 2019

Konzert: Honig im Gleis 22 in Münster, 05.10.2019



Angemessen.

Um Stefan Honigs gestern an das Publikum gerichtete Frage zu beantworten: Nein, ich war nicht da, weil auf dem Plakat "Aschiedstour" steht. Ich war da, weil mir Honigs Musik gut gefällt. 

Um 20.30 Uhr erschienen die beiden Musiker von Tower of Saints vor der Bühne, um dort akustisch ihr Set aufzuführen. Das war eine nette Idee und eine tolle Atmosphäre weit vorne, aber der ungünstige Schnitt und die akustischen Verhältnisse im Gleis 22 machte sie zumindest für das Publikum im hinteren Teil des Saals nur schwer "spürbar". Trotzdem war der folkige Einstieg eine nette Einstimmung und die beiden Musiker erschienen direkt im Anschluss ja auch als Teil von Honigs und so konnten sie dann auch noch verstärkt mit ihrem Können glänzen. 


Stefan Honig war gut aufgelegt und startete direkt mit einem Schlaflied, um seine beiden Kinder in die Nacht zu verabschieden. Anschließend zeigte er das, was Honig ausmachte: Tolle Songs und seine sympathische Art. Das war ein gelungener Start in Honigs Abschiedstour. Auf Wiedersehen!



Das Set:
  • It's Never the Wrong Time to Sleep     
  • Under your thumb     
  • Avalanche     
  • Dear Liar     
  • Alone at the Party
  • Counterfeit Gallery
  • Swimming Lessons
  • Boulders
  • For Those Lost at Sea
  • Mrs. Vertigo
  • Overboard
  • Hometowns
  • The Polyester Road
  • In My Drunken Head
  • We Are Alone in This Together
  • Burning Down bookshops
  • Lemon Law
  • Golden Circle 

Samstag, 5. Oktober 2019

Musik: Nick Cave & The Bad Seeds - Ghosteen

























Wow, was für ein Albumcover: Man wundert sich oder bewundert.... daher passt es perfekt zu diesem Album.  

Nick Caves "Push the sky away" ist m. E. eines der besten Alben dieses Jahrzehnts. Wegen seines persönlichen Schicksalsschlags war der Nachfolger "Skeleton tree" ein Album voller Trauer für ihn und auch für seine Fans. Ich war gespannt, was "Ghosteen" bringen wird. Dieses 18. Album wurde letzte Woche angekündigt und erschien bereits jetzt in digitaler Form. Physikalische Formate folgen erst im nächsten Monat.

Während des ersten Durchlaufs nahm ich die Stimmung auf und hoffte insgeheim auf den einen oder anderen rockigen Song, den ich bereits auf "Skeleton tree" vermisst hat. Ich brauchte zwei Durchläufe um verdauen, dass es diese Songs auch auf "Ghosteen" nicht gibt. Doch ab diesem Zeitpunkt ließ ich mich komplett auf die Atmosphäre des zweigeteilten Album ein... und wurde verschlungen. Die Cave-typische Melancholie zieht "Ghosteen" aus Ambient-Klängen, seinen stellenweise flehenden Erzählungen und sicherlich wie bereits auf "Skeleton tree" aus dem Wissen des Hörers über Caves nicht einfachen Weg der letzten Jahre. Dieser Künstler lockt tausende Zuhörer trotz hoher Eintrittspreise und nur wenig Musik zu seinen aktuellen "Conversations", was werden diese erst dieses fragile und intime Werk lieben. 

Das Albumcover ist für mich einen Tick "too much", die Songs und die Stimmung der Platte sind allerdings umwerfend. "Ghosteen" funktioniert nicht zu jedem Zeitpunkt und nicht an jedem Ort. Aber wenn alles stimmt... Nick Cave braucht sich nicht neu zu erfinden, seiner Wandlung zuzuschauen ist aufregend genug. Und vielleicht hat er sich die rockigen Titel ja für das neue Grinderman-Albun aufgehoben.

Meine Highlights auf "Ghosteen" sind "Bright horses", "Sun forest", "Leviathan" und "Hollywood". Letztgenannter weiß mich gar über die gesamte Dauer von mehr als 14 Minuten zu begeistern. 

"Bright horses":


Bislang sind ausschließlich Daten für seine "Conversations" angekündigt. Ich hoffe auf eine "echte" Tour.

"Ghosteen" klingt nach:



Freitag, 4. Oktober 2019

Interview: Graham Norton @ Stephen Colbert

Allein wegen solcher Typen muss man die Inseln lieben:

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Gau Algesheim

So sieht es also in Rheinhessen aus.


Dienstag, 1. Oktober 2019

Konzert: We Were Promised Jetpacks im Gloria Theater in Köln, 30.09.2019



Zehn Jahre und ein bisschen leise. 

Vor zehn Jahren veröffentlichte die schottische Band We Were Promised Jetpacks ihr Debüt "These four walls". Dieses bildete das solide Fundament für eine bislang nachhaltige Indierock-Karriere. Zum Jubiläum brachte die Band das Album komplett auf die Bühne. 

Eröffnet wurde der Abend pünktlich um 20 Uhr von der amerikanischen Band Weakened Friends. Die obligatorische Entschuldigung wegen der politischen Verhältnisse in ihrem Heimatland brachte Sängerin Sonia Sturino mit dem Kürzel "UUSA" für "Unfortunately USA" charmant auf den Punkt. Im Mittelpunkt des halbstündigen Auftritts stand der überzeugende Alternative Rock der Band und dafür musste sich das Trio keinesfalls entschuldigen. 



Punkt 21 Uhr betrat der Headliner die Bühne. Noch vor der ersten angespielten Note führte Sänger Adam Thompson ein: Zum Jubiläum würde zuerst das gesamte Album gespielt und anschließend noch ein Songs draufgelegt. Außerdem lud er herzlich zum Mitsingen ein, weil der den deutschen Akzent so möge. Live erschienen mir die Songs des Debüts einen Tick ruhiger als auf Platte. Aber vielleicht spielte mir auch meine Erinnerung einen Streich. 



Spätestens ab "Quiet little voices" war das Publikum aus den vier Wänden (oder dem Häuschen) und feierte noch eine Weile das Debüt bevor die Songs aus jüngerer Zeit zeigten, dass sich die Band trotz ihrer Verwurzelung im Indierock durchaus ein Stück weiterentwickelt hat. Nach 1,5 Stunden waren alle glücklich. 


Setlist:

  • It's Thunder and It's Lightning 
  • Ships With Holes Will Sink 
  • Roll Up Your Sleeves 
  • Conductor 
  • A Half Built House
  • This Is My House, This Is My Home
  • Quiet Little Voices 
  • Moving Clocks Run Slow
  • Short Bursts
  • Keeping Warm
  • An Almighty Thud
  • Safety in Numbers
  • Hanging In
  • Boy in the Backseat
  • Sore Thumb
  • Repeating Patterns
  • Pear Tree