Die Eindrücke des Vortages wollten im Swimming Pool verarbeitet werden. Erfreut stellte ich auf dem Weg dorthin fest, dass auf burmesischen Baustellen Sicherheit vorgeht. "Safety first" kam mir auch immer direkt in den Sinn, wenn ich in den letzten Tagen Menschen ohne jegliche Schutzausrüstung Schweißarbeiten habe ausführen sehen.
Mittagessen gab es an einem der zahllosen Stände am Straßenrand.
Tee gibt es bei solchen Imbissen immer kostenlos.
Von dem teilweise doch sehr fremden Warenangebot im Supermarkt war ich so gefesselt, dass nur ein Foto dabei heraussprang: Sojabohnen in der Flasche.
Und wo wir schon bei Flaschen sind: Nein, in der rechten Bildhälfte steht keine Flasche Corona. In einer Stadt mit solche einer Sehenswürdigkeit kann man gar nicht genug Rooftop-Bars besuchen.
Bevor mit der Shwedagon Pagode eines der gerühmten Highlights einer Myanmar-Reise auf dem Plan stand, ging es zum Bogyoke Aung San Market (früher bekannt als Scott's Market). Dem enormen Warenangebot von Jade über diverse Luxus-Markenprodukte zu erstaunlich günstigen Preisen bis zu potentiellen Souvenirs standen wenige Besucher gegenüber.
Wesentlich lebendiger ging es hingegen in Downtown und vor allem im indischen Viertel zu. Neben dem umfangreichen kulinarischen Angebot galt es vor allem den Verkehr zu beachten. Bei dem gefühlten Chaos an Geschäften zeigte sich ein Muster: Eine Straße widmete sich z. B. fast ausschließlich dem Papierbedarf, zwischen vielen Geschäften mit Kopierpapier fügten sich die mit Hochzeitskarten oder sonstigen Papierprodukten gut ein. In der nächsten Straße gab es dann Stempel und sonstigen Bürobedarf.
Tonnen von Gold verleihen der Shwedagon Pagode ihren Glanz, der nach Einbruch der Dunkelheit besonders gut zur Geltung kam. Die Pagode ist ein Symbol der Stadt, des Landes und für Buddhisten eine wichtige Pilgerstätte.
Die blinkenden Lichter hinter Buddha sind etwas gewöhnungsbedürftig:
Obelix?
Beeindruckend war auch die Stimmung vor Ort zwischen andächtiger Ruhe, verhaltener Freude und durch viele nette Blicke verbreiteter Freundlichkeit. Die achteckige Form des zentralen Hauptstupas widmet jeder Ecke einem Wochentag. Für aufmerksame Leser: Im Buddhismus werden aus dem Mittwoch zwei Tage gemacht, dann klappt es auch mit der Geometrie.
Hier der Mittwochnachmittag:
Besonders gefiel mir diese Gruppe sehr junger Buddhisten, welche ihr Mantra vor einem Schrein vortrugen.
Nach dem Abendessen
haben wir die Pagode dann noch aus einer andere Perspektive bei einigen kühlen Getränken betrachtet.
Ich musste bis nach Myanmar reisen, um erstmals eine beleuchtete Speisekarte in der Hand zu halten:
Der Tag begann mit einem Besuch beim größten liegenden Buddha des Landes im Chaukhtatgyi Tempel. Schön anzuschauen (zumal wir vor dem Massenandrang dort waren) aber unmöglich zu fotografieren.
Der Rückweg führte durch ein üblicherweise nicht durch Touristen besuchtes Stadtviertel und bot interessante Einblicke in das Leben vor Ort.
Öffentliche Wasserstelle:
Nach dem Frühstück
wollte der Kan Daw Gyi Lake erkundet werden.
Das ist die Ruine des kürzlich durch ein Feuer zerstörten Kandawgyi Palace Hotels.
Mir scheint, auch die Holzbrücke könnte an der einen oder anderen Stelle eine Renovierung gebrauchen.
Das ist kein Schiff, sondern ein chinesisches Restaurant am Ufer der Sees.
Nachtrag: Für den Besuch des Schwimmbads gelten klare Regeln: Da wird nicht irgendwo geschwommen, sondern nach Geschlechtern getrennt. Auf die Einhaltung dieser Vorgaben wurde allerdings nicht wirklich geachtet.
Streng ging es tatsächlich bei der Bademode zu: Die Badehose musste vor Eintritt in das Schwimmbad vorgezeigt werden. Die Vorgaben dazu sind in dieser Form dokumentiert:
Hier bedarf es meines Erachtens einer Aktualisierung: Ich sehe eine Regellücke bezüglich Mankinis.
Ankommen war das Motto des ersten Tages. Nach erfrischenden Bahnen im Schwimmbad in Yangon ging es zur Thai Massage und anschließend galt es, sich mit den kulinarischen Möglichkeiten vertraut zu machen.
Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit Büchern japanischer Autoren. So ein wenig scheint immer die Fremdartigkeit der Kultur durch und ich komme gar nicht erst in Versuchung, mir Gedanken über die Qualität der Übersetzung zu machen.
Beeindruckt von Steven Spielberg begann Kazuaki Takano seine Laufbahn beim Film. "13 Stufen" war sein erster Roman, er erschien im Jahr 2001. Vor gut einem Monat wurde es als Taschenbuch in Deutschland veröffentlicht. Dank seines aktuellen Bestsellers "Extinction" sollte dem Buch die verdiente Aufmerksamkeit zukommen.
"13 Stufen" bezeichnet sowohl den Prozess bis zur endgültigen Anordnung der Todesstrafe in Japan als auch die bruchstückartige Erinnerung des Todeskandidaten im gleichnamigen Buch. Obwohl die vermeintlichen Morde schon viele Jahre zurückliegen, machen sich der Ex-Gefängnisaufseher Nangō und der auf Bewährung entlassene Jun'ichi auf die Suche nach Hinweisen auf den wahren Mörder. Die Zeit läuft, den die Hinrichtung des unschuldig inhaftierten Ryo Kihara seht unmittelbar bevor.
"13 Stufen" bietet in vielerlei Hinsicht Spannung. Auch Jun'ichi Geschichte möchte erzählt werden und birgt viele Wendungen und für mich unvorhersehbare Überraschungen. Darüber hinaus regt dieser Roman zur Beschäftigung mit dem Thema Todesstrafe ein. Und natürlich werden auch Einblicke in die japanische Kultur geboten.
Die Handlung ist spannend und stellenweise fesselnd verfasst. Es fiel mir ungewöhnlich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, diese extreme Beschleunigung ist m. E. nicht nötig, aber so kann man rascher zu "Extinction" greifen. Darauf macht "13 Stufen" auf jeden Fall Lust.