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Freitag, 8. Oktober 2010

Musik: Tricky – Mixed race

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So sehr ich Tricky mag, muss ich doch feststellen, dass er anscheinend mit seinem Solo-Debüt “Maxinquaye” bereits seinen künstlerischen Karrierehöhepunkt erreicht hatte. Das 1995 erklommene Niveau erreichte bislang keines seiner weiteren Alben. “Mixed race” ist nunmehr der achte Versuch seit dem starken Beginn seiner Karriere.

Wirklich verstehen kann man Tricky vermutlich nur als diesbezüglich vorbelasteter Brite. Auf der Insel existiert eine ganz eigene und prägende Dancemusic-Szene und sich an der Hautfarbe entladene Rassenkonflikte kennen wir nach meiner Wahrnehmung in Deutschland auch nicht in der dort gelebten Intensität. Aber selbst ein Deutscher Hörer des Albums wird merken, dass der Titel “Mixed race” durchaus auf die Musik bezogen werden kann.

Tricky bedient sich mal wieder vieler Zutaten:

imageDoch obwohl mein Kuchendiagramm außergewöhnlich viele Grüntöne zeigt, wirkt das Album keinesfalls “zerfahren” oder überladen. Es ist sogar merklich hörbarer und eingängiger als die letzten Veröffentlichungen des Mannes aus Bristol und ein guter Kompromiss zwischen Trip Hop und Dancemusic.

Die Sängerin Franky Riley darf mit ihrem Gesang viele der Songs prägen. Als männliche Gegenpole gibt sich ab und zu der Meister selbst die Ehre. Hakim Hamadouche und Bobby Gillespie (!) erfüllen mit ihren Beiträgen den gleichen Zweck.

Der kleinste gemeinsame Nenner des Albums sind Beats welche enorm viel Energie in sich bergen. Manchmal geben sie diese gerne und freizügig ab, was in treibenden Songs wie “UK Jamaican” und “Bristol to London” resultiert. Das sind auch meine aktuellen Lieblingssongs auf “Mixed race”. Andere Songs (z. B. “Really real” und “Every day”) erreichen gerade durch homöopathische Dosierung der Energie ebenfalls ihre Wirkung beim geneigten Hörer.

Mit der Verwendung des “Peter Gunn theme” dürfte “Murder weapon” am ehesten Breitenwirkung erzielen:

“Mixed race” ist vielleicht Trickys bestes Album seit “Maxinquaye”. Aber da diese Attribut schon an einige der Versuche zwei bis sieben verliehen wurde, halte ich mich mit meinem Urteil noch etwas zurück. Sowohl Trip Hop-Möger als auch Dancemusic-Fans mit etwas Offenheit für Musik, die auch auf dem Weg zur Tanzfläche funktioniert sollten sich ihre Meinung zu Trickys jüngstem Wurf bilden.

In Zeiten knapper Ressourcen halte ich die Verwendung einer kompletten CD für einen “Inhalt” von knapp 30 Minuten für nicht angebracht. Daher erhält dieses Album von mir nicht den “grünen Engel”.

Hier gibt es aktuell das Album als Stream.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Musik: Jens Friebe - Abändern

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Ohrenvarieté

Trotz seiner Tätigkeit als Musikjournalist findet Jens Friebe immer wieder Zeit, eigenen Stoff für Rezensionen zu kreieren. Schließlich ist “Abändern” bereits das vierte Soloalbum des gebürtigen Lüdenscheiders.

Es gibt Alben, die verführen allein wegen eines guten Songs zum Kauf. Und dann gibt es da noch den Song “Up and down” auf “Abändern”. Selbst mit maximaler Würdigung der ironischen Züge muss ich unzweifelhaft feststellen, dass dieser Song eine tongewordene Frechheit ist. Man kann sich also höchstens trotz dieses Songs mit der Platte beschäftigen. Dieser Song erfüllt vor allem einen Zweck: Man erkennt wieder das Manko der Vinyltonträger bei der “Wegprogrammierung” von Songs.

Darüber hinaus bietet Friebe Deutschpop mit elektronischen Elementen. Wenn Literatur “Kopfkino” ist, kann man “Abändern” durchaus “Ohrentheater” oder gar “Ohrenvarieté” nennen. Im Vergleich zu den Vorgängerwerken erhält das Klavier eine zentralere und vor allem meistens treibende Bedeutung.

Von der Stimmung bietet Friebe auf “Abändern” einiges, was uns Wir sind Helden auf ihrem aktuellen Album verwehren. Das Augenzwinkern unterbricht immer wieder den vielleicht hin und wieder arroganten Blick auf die Dinge. Und da sind noch einige “Hahas” und weniger “Hmms”.

Vor allem die Songs “Königin im Dreck”, “Sei mein plus eins” und “Verbotene Liebe” trösten über das unbeschreibliche “Up and down” hinweg.

Das Video zu “Theater”:

Jens Friebe auf Tour:

  • 14.10.10  Berlin - Monarch (Record Release Party)
  • 26.11.10  Stuttgart – Merlin
  • 27.11.10  Magdeburg – Objekt7
  • 29.11.10  Frankfurt – Bett
  • 30.11.10  Köln – Underground
  • 01.12.10  Würzburg - Café Cairo
  • 02.12.10  Rostock - M.A.U. Club
  • 03.12.10  Hamburg - Übel & Gefährlich
  • 08.12.10  Berlin - Festsaal Kreuzberg
  • 27.01.11  Jena - Eulenfreunde 2011 (Campus Radio Event)
  • 28.01.11  München - Atomic Café
  • 30.01.11  Wien – B72

“Abändern” ist:

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Konzert aus der Konserve: Tom Tom Club – Tiny Desk Concert

Ich möchte es kaum glauben. Die Reste der Talking Heads in Form des Tom Tom Clubs haben sich mit Verstärkung hinter Bob Boilens Schreibtisch gezwängt und ein “Tiny Desk Concert” abgeliefert. Hier.

Nachhilfe zum Tom Tom Club gefällig?

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Video: Foals – 2 trees

Den Song “2 trees” peppen die Foals mit diesem Video merklich auf:

Als kleinen Nachschlag verschenkt die Band hier den Song “Wear & tear“. Dieser stammt aus den Aufnahmesessions zum Album “Total life forever”.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Welcome back: Boysetsfire

Kaum erinnerte mich das “russische Roulette mit dem Mediaplayer” an Boysetsfire, meldet sich die Band mit diesem Statement zurück:

"We were never a normal band. We never did the right things. We never looked cool. We did everything exactly the way we wanted. Trends weren’t important. Being hip wasn’t important. There was only two things that were important and sancrosanct; the friendship between the five members of this band, and people who we touched with our music.
We were a band for over a decade. We decided that we wanted to try different things with our lives. So we stopped playing music together. It wasn’t Noel/Liam Gallagher ugly; we parted as friends and we generally see or talk to each other all the time.
I think we underestimated how much we would miss it. The communion, the intensity, the genuine outpouring of emotion- it just doesn’t exist for us without BoySetsFire.
So we are going to start playing together again.
All we know now is that BoySetsFire is playing in Berlin on December 5, 2010.


Thank you."

Somit hat sich der Gag auf der Website der Band (“… and when the reunion show is…. HAHAHA”) bereits bewahrheitet. Dort wird man dann wohl auch irgendwann weitere Infos finden.

Ein Originalvideo zu “Rookie” habe ich nicht gefunden. Aber dieses Fanprodukt wird dem Song auch gerecht:

Montag, 4. Oktober 2010

Vorhören: Antony And The Johnsons - Swanlights

So richtig gut fand ich Antony Hegarty bislang nur im Duett mit Björk für den Song “Dull flame of desire” und mit seinen Johnsons für “Shake that devil”. Neue Songs dieser Qualität lassen schon jetzt im Stream suchen. Tatsächlich veröffentlicht wird das Album “Swanlights” erst Ende dieser Woche.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Tiercontent

Zwischen den beiden Bildern liegt eine Woche. Ich bin gespannt, welchen “Content” dieser tote Dachs noch so liefern wird…DSC00054 (Small)

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Samstag, 2. Oktober 2010

“Konzert” aus der Konserve… oder doch nur ein langes Video: Neil Young – Le noise – The film

Zu seinem beeindrucken Album “Le noise” spendiert Neil Young ein absolut sehenswertes “Video” ALLER Titel. Klasse!

Andere Künstler rechtfertigen mit solch einem Werk auf einer Bonus-DVD eine Special Edition und vor allem einen höheren Preis…

Hier gefunden.

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Freitag, 1. Oktober 2010

Musik: Kurt Wagner & Cortney Tidwell present...KORT - Invariable heartache

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Country-Musik “Kurtified”

Ich gerate wohl kaum in Verdacht, ein Fan von Country-Musik zu sein. Doch ich gebe immer mal wieder gerne von mir vernachlässigten Musikrichtungen eine Chance. Der letzte “abenteuerliche” Ausflug führte mich zu The Bad Plus, so wurde ich danach richtig mutig und wagte mich an KORT heran.

Lambchops Kurt Wagner und Cortney Tidwell entdeckten nicht nur das Potential des Vornamenhybriden KORT sondern schon vorher ihre gemeinsame Leidenschaft für etwas, was in Nashville, Tennessee nun einmal allgegenwärtig ist: Country-Musik. Cortney hatte die Voraussetzung dazu von den Eltern in die Wiege gelegt bekommen, während Kurt Wagner erst über Umwege bei seiner Band Lambchop landete und dort eine Version des Alternative Country zelebriert. Deren jüngstes Album “OH (Ohio)” beeindruckte mich vor allem wegen Kurt Wagner Stimme. So war auch die Hemmschwelle gegenüber “Invariable heartache” gering.

Auf diesem Album tummeln sich ausschließlich Coverversion. Aber da die Orignalvorlagen der Songs aus den 60er und 70er Jahren stammen,  konnten die Künstler bei mir wohl kaum auf einen Wiederkennungswert hoffen. Bei der Kortifizierung der Songs wurde auf überflüssigen Ballast verzichtet. So steht sieht sich der Hörer zwölf liebevoll gewürdigten Titeln gegenüber. Da wird nicht zu dick aufgetragen und daher ist der County-Nervfaktor gering. Trotzdem sollte man schon Kurt Wagner-/Lampchop-Fan sein oder besser gar wirklich Country-Musik-affin… oder neugierig. Authentischer als Texas Lightning ist das Album allemal.

Wer nebenbei noch den Flutopfern helfen möchte, kann hier neben dem Button zum Download des Album-Openers “Incredibly lonely” auch den Donate-Button anwählen und auf diese Weise amerikanischen Flutopfern Unterstützung zukommen lassen.

Besonders die flotteren Songs “Wild mountain berries” und “Penetration” fanden auf Anhieb mein Gefallen. 

Hier das Video zu “Wild mountain berries”:

“Invariable heartache” klingt nach:

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