Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Freitag, 14. März 2008

Musik: Son Lux - At War With Walls & Mazes

cover

Radiohead meets UNKLE (zu "Psyence Fiction"-Zeiten)  meets "irgendeinen jammernden Folk-Sänger". Und wer möchte, kann an einigen Stellen auch noch ein wenig Sigur Ros oder Mugison raushören.

.. hätte ich gesagt. Pitchfork sieht es so:

The imagery is clear, the sentiment classic, and the delivery hushed and awed. It's the sonic background that's so affecting. That twist in the combination produces odd troikas of comparison: the lyrical concerns of Sufjan Stevens circa Seven Swans, production techniques from Massive Attack, and the classical habits of Nico Muhly.

Und das Label Anticon. records scheint überraschenderweise begeistert zu sein:

Somewhere between the concert hall and the club you’ll find his haunting liquid soundscapes, born of hip-hop composition, o’er-strung with chant, hinting at some divine unreachable. Meet Son Lux.

Dort erfährt man auch, dass hinter Son Lux der in klassischer Musik ausgebildete und inzwischen in New York City lebende Ryan Lott steckt und wie er zur Musik und die Welt zu seinem Album gekommen ist. Die Verwendung von klassischen Instrumenten wie Flöten und Cello auf dem Album zeigt, dass er nicht alles vergessen hat, was er in früheren Jahren lernte.

Ich wurde durch den frei verfügbaren Song "Break" auf Son Lux aufmerksam. Ein paar zusätzliche Infos bietet sein Blog und weitere Songs lassen sich bei Myspace anhören.

Das Video zu "Break" ist aussagekräftiger als das Plattencover und schwankt wie die gesamte Platte zwischen äußerst entspannten und erfrischend stressigen Momenten:

Ist das etwa der Nachfolger von "Psyence Fiction" auf den ich seit fast zehn Jahren hoffe?

Donnerstag, 13. März 2008

Geschäftsreisen - Lektion 1: Koffer

Der Drill Instructor (der noch immer keinen neuen Namen vorgeschlagen hat und daher weiter mit diesem leben muss) hat mir eine Idee geschickt. So kam es zu diesem Eintrag.

Was nimmt man mit sich auf eine Geschäftsreise? Grundsätzlich muss man auf viele, vor allem unerwartete Ereignisse vorbereitet sein. Aber zu viel schleppen möchte man nicht und an gewisse Grenzen (bezügl. Volumen und Gewicht) ist man ja häufig auch gebunden.

Das Thema ist sicherlich kaum erschöpfend zu behandeln, aber einige Teilaspekte werde ich aufgreifen. Heute: Der Koffer.

Natürlich kommt auch eine Tasche in Frage. Vor allem bei Flügen empfiehlt sich aber eine stabile "Schale". Es gibt hübsche Taschen und Koffer mit vielen Laschen und "Nebenfächern" & Co., die sich zwar als durchaus praktisch aber auch sehr anfällig gegen die rohe Gewalt Mitreisender und Fluggesellschaften erweisen. Auch ich musste den einen oder anderen Koffer nach Beschädigung durch die "Beförderer" als "unbrachbar" reklamieren. Fluggesellschaften erweisen sich in dieser Beziehung aber als kulant. 

Nach einigen Versuchen mit "ambitionierten" Koffern habe ich mich dann für ein unschickes aber auch bislang unkaputtbares Modell entschieden. Es fällt auf dem Gepäckband auch direkt auf. Sollte man ein übliches schwarzer Modell besitzen, empfiehlt sich einen Kenntlichmachung mit farbigem Klebeband o. ä..

Wie bereits erwähnt, muss man immer auf das Unerwartete vorbereitet sein. Erleidet der Koffer / die Tasche eine Beschädigung am Verschluss, ist ein "keine-Ahnung-wie-das-heißt"-Band (halt wie ein Anschnallgurt, den man im den Koffer spannt) ein wertvolles Utensil. Der GAU ist natürlich eine "Radpanne", dafür kenne ich keine Abhilfe. Rollen unter dem Koffer sind eine willkommene Erleichterung. Modelle mit zwei Rollen bieten einen „stabileren“ Lauf, während Koffer mit vier Rollen (meist auch um die Achse drehbar) sich auch „neben dem Körper mitführen“ lassen. Man hat ja meist kein Haustier im Gepäck und dann kann der Koffer halt einige (nein, Gassi gehen nicht) der Funktionen übernehmen. Toll sind natürlich Koffer, die mit Rollerblades-Rollen versehen sind, das macht einen eventuellen Ersatz einfach.

Um perfekt ausgestattet zu sein, benötigt man mindestens drei Koffergrößen:

  • "klein", der auch als Handgepäck im Flieger durchgeht
  • "mittel", also für Reisen bis zu einer Woche und
  • "groß",  für längere Reisen eben.

Das Bild zeigt die Modelle "klein" und "groß" in friedlichem Nebeneinander.

Als hilfreich hat sich auch oft eine kleinere "Notfalltasche / Rucksack" erwiesen, die man im Gepäck haben könnte, um eben auch mal ein paar Sachen im Hotel zu lassen, wenn man einige Tage später dort wieder einkehrt. Auch zum Transport von Einkäufen u. ä. kann ein solches Utensil wertvolle Dienste erweisen. Wichtig (und zumindest in Deutschland kaum noch problemlos zu bekommen) sind auch Plastiktüten. Davon kann man nie genug haben. Sie dienen zum Schutz der Klamotten vor Schmutz und Wasser (Koffer werden oft sehr nass, gerne auch am Flughafen beim Transport zwischen Terminal und Flieger) und zur Aufbewahrung der Schmutzwäsche.

Demnächst mehr aus diesem Theater.

Mittwoch, 12. März 2008

Sachen gibt's...

Von denen möchte man gar nicht wissen, dass es sie gibt. Aber ich wollte dieses Wissen nicht für mich behalten.

Dienstag, 11. März 2008

Über den Dächern von Winterthur

Ein abendlicher Lauf hat mich zum Aussichtspunkt "Bäumli" geführt. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt, die sich an einigen umliegenden Bergen vorbei ins Umland ausbreitet. Markant sind die beiden Hochhäuser.

Winterthur

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Montag, 10. März 2008

Musik: Nine Inch Nails - Ghosts I-IV

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Radiohead haben es mit ihrem Angebot zum Download des aktuellen Albums vorgemacht, über den Erfolg der Aktion ist man sich noch nicht so recht einig. Dem anschließend auf konventionellem Weg veröffentlichten Tonträger bzw. dessen Verkaufszahlen scheint es aber nicht geschadet zu haben, der Qualität des Werkes auch nicht.

Trent Reznor von den Nine Inch Nails hat etwas ähnliches mit Saul Williams vor einigen Wochen auch versucht, damals mit bescheidenem kommerziellen Erfolg. Medienwirksam war es trotzdem.

Nun hat Reznor überraschend ein neues Nine Inch Nails-Album auf den Markt geworfen. Ich halte seine Veröffentlichungspolitik für gut, werden doch Optionen geboten, die kaum einen Wunsch offen lassen:

  • Ein Viertel des Albums lässt sich kostenlos herunterladen
  • Für $ 5 lassen sich alle Tracks des Albums käuflich erwerben und herunterladen (ja, das Wort wiederhole ich hier, aber mir fällt gerade kein anderer Ausdruck dafür ein)
  • Für $ 10 kann man eine Doppel-CD vorbestellen, die in ca. einem Monat versendet werden soll. Zudem kann man sich die Tracks direkt herunterladen. Das halte ich für einen fairen Preis, zumal die Versandkosten anscheinend enthalten sind.
  • Für $ 75 gibt es eine Deluxe-Edition mit einigen Extras.
  • Für $ 300 gab es eine limitierte Ultra-Deluxe-Edition, deren 2.500 Exemplare aber schon ausverkauft sind. Der kommerzielle Erfolg dieser Aktion scheint also schon jetzt garantiert.

Der Künstler ist erfreut:

"I've been considering and wanting to make this kind of record for years, but by its very nature it wouldn't have made sense until this point. This collection of music is the result of working from a very visual perspective - dressing imagined locations and scenarios with sound and texture; a soundtrack for daydreams. I'm very pleased with the result and the ability to present it directly to you without interference. I hope you enjoy the first four volumes of Ghosts."

Zur Entstehung hat er gar noch mehr zu sagen:

This music arrived unexpectedly as the result of an experiment. The rules were as follows: 10 weeks, no clear agenda, no overthinking, everything driven by impulse. Whatever happens during that time gets released as... something.

The team: Atticus Ross, Alan Moulder and myself with some help from Alessandro Cortini, Adrian Belew and Brian Viglione. Rob Sheridan collaborated with Artist in Residence (A+R) to create the accompanying visual and physical aesthetic.

We began improvising and let the music decide the direction. Eyes were closed, hands played instruments and it began. Within a matter of days it became clear we were on to something, and a lot of material began appearing. What we thought could be a five song EP became much more. I invited some friends over to join in and we all enjoyed the process of collaborating on this.

The end result is a wildly varied body of music that we're able to present to the world in ways the confines of a major record label would never have allowed - from a 100% DRM-free, high-quality download, to the most luxurious physical package we've ever created.

More volumes of Ghosts are likely to appear in the future.

Anfänglich gab es einige Probleme bei der Bereitstellung der Download-Links und ich bin auch gespannt, ob mich das Produkt in seiner physischen Form irgendwann erreicht.

War da nicht noch was? Ach ja, die Musik. Es handelt sich durchweg um Instrumental-Stücke. So was muss man mögen, um "Ghosts" richtig gut zu finden. In der Tat habe ich bei Sputnikmusic einen Reviewer gefunden, der das Werk zu schätzen weiß:

But it wasn’t pure shock factor and surprise that runs this album. The originality, inventiveness, variety, and the emotional soundscapes could have carried this album without the marketing scheme. It’s so dreamy, and atmospheric that you can’t not enjoy it, no matter what type of music you listen to. It doesn’t bore at all, it keeps you interested and going, for two hours straight.

Nun hat ja wirklich jeder Interessierte die Möglichkeit, sich selbst ein Urteil zu verschaffen. Ich bin noch dabei...

Sonntag, 9. März 2008

Film: No country for old men

Trotz der Schauspieler Tommy Lee Jones und Woody Harrelson wäre ich nicht zwangläufig auf die Idee gekommen, mir diesen Film anzusehen. Aber durch den Oscar-Hype wurde diesem Film in den Medien einiges an Beachtung geschenkt. Diese Tatsache und die Idee eines Kumpels führten dazu, dass ich dann doch im Kino landete.

Mein Fazit vorweg: Obwohl ich vor und während des Besuchs Bier getrunken habe und eigentlich dringend auf Toilette musste, habe ich mich bis zum Ende des Films zusammengerissen. Muss ich noch mehr sagen?

Die Story des Films ist denkbar einfach: Ein Kerl findet ein Koffer mit $ 2 Mio. in der Wüste und nimmt ihn an sich. Ein anderer Kerl möchte das Geld gerne haben und sucht es. Zwischen den Fronten gibt es einen Polizisten, der Schlimmeres verhindern möchte. Dieser Plot wird mit einigen Leichen und eindrucksvollem Landschaften unterfüttert.

Der Film dauert fast zwei Stunden und nutzt diese Zeit auch: Es gibt keine schnellen Schnitte, keine Hektik aber dafür Dialoge. Die Spannung leidet nicht unter diesen Aspekten. Das macht den Film außergewöhnlich. Stellenweise wirkt die Handlung ein wenig wirr, aber vielleicht gehört das ja dazu.

Vor allem die drei Hauptdarsteller liefern eine tolle Leistung ab:

  • Javier Bardem als psychopathischer Mörder und Verfolger.
  • Josh Brolin als Einzelkämpfer auf der Flucht.
  • Tommy Lee Jones als abgeklärter und erfahrener Cop.

Kein Muss für Action-Fans, für Kino-Fans aber m. E. schon.

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Nachbarschaftshilfe

Unsere hessischen Nachbarn tun sich ja wirklich schwer mit der Regierungsbildung. Während man so langsam vermuten könnte, es handele sich bei der ganzen Sache um eine Werbeaktion für die Einführung des Ausdrucks "Y wie Ypsilanti" statt "Y wie Ypsilon" im deutschen Funkalphabet, meinen die gewählten Vertreter des Volkes das anscheinend ernst.

Ich bin ja ein Freund pragmatischer Lösungen: Warum annektiert der von seinem Schnupfen genesene König Kurti von Rheinland-Pfalz nicht einfach das hessische Gebiet? Das Stück Mitteldeutschland regieren, das macht er doch mit links...

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Samstag, 8. März 2008

Einkaufen

Merke:

1. Die Waren, die ein Mensch einkauft und auf das Kassenband legt lassen Rückschlüsse auf ihn und seine Lebensweise zu.

2. Manche Menschen kaufen einfach nur Schrott. Und Biokekse sind nicht weniger fett, weil sie "Bio" sind und wirken auch nicht dem anderen "Dreck" entgegen, den man verzehrt.

3. Manche Menschen reagieren seltsam, wenn man mir der Handycam diese Warenansammlung fotografieren möchte.

4. Doof wenn dann der Speicher voll ist...

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Freitag, 7. März 2008

Musik: The Gutter Twins - Saturnalia

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Lust auf locker-flockige Unterhaltung? Dann reicht wohl dieses Zitat aus Plug In Music schon aus, um eventuelles Interesse an dieser Platte zu verwerfen:

“Saturnalia” is a tough nut to crack. It is one that takes at least a half dozen listens before it starts to make any clear sense. Songs that at first might seem like filler quickly transform themselves into loose, bluesy jams and world weary reflections set to buzzing instrumentation. The duo is like a sadistic pharmacist, gladly offering just enough to get you hooked and then leaving you hanging once the drug has taken effect. To be sure, the Gutter Twins’ “Saturnalia” is one intriguing pill.

Mark Lanegan entdeckte ich während der Grunge-Welle als Sänger der Screaming Trees für mich. Deren letztes Album "Dust" aus dem Jahre 1996 war ein später Höhepunkt des Genres. Mark Lanegan tauchte immer mal wieder als Solokünstler, Gast (z. B. bei Queens Of The Stone Age) bzw. in Kollaborationen auf (z. B. mit PJ Harvey). Gerne arbeitete er anscheinend immer mal wieder mit Greg Dulli (z. B. The Afghan Whigs, The Twilight Singers) zusammen. Mit ihm zusammen entstand nun über einen Zeitraum von ca. drei Jahren "Saturnalia". Stilecht sind sie natürlich bei "Sub Pop" gelandet.

Stimmlich haben beide schon jeweils eine Menge zu bieten, als Kombination entsteht ein vielfältiges Werk, das meint auch Pitchfork:

With a billion cigarettes between them, the Twins are well matched vocally: Lanegan sings like he's rising from the dead, Dulli like he's falling from grace. Together, they can make a line like "We're gonna have some fun" sound utterly sinister, which lends these lecherously slow burners their peculiar gravity. Lanegan sings "All Misery / Flowers" like a Tom Waits song, his vocal delivery tripping against the song's rhythms as he conjures junkie afflictions: "Little girls might twitch at the way I itch, but the way I burn, it's a son of a bitch." Dulli closes the album with "Front Street", which begins, somewhat morbidly, with the chirping of birds. It's no joke, but a chiaroscuro contrast with the song's pitch subject. "People to use, lovers to break, handful of pills, no life to take," he sings, flirting with the masochist lover/confidence man he perfected 15 years ago on Gentlemen and seemed to abandon with the Twilight Singers.

Ja, bezüglich der Grundstimmung des Albums bleiben wenig Zweifel, wie auch Spin erkennt:

Mortality, regret, guilt, and whatever remains of passion after you say "I was in love with you" all weigh heavily on these two. Fortunately, they're both versed in meaty riffs, acoustic drama, noirish electronics, and a nice heavy backbeat.

Aber das Album ist auch nicht als Untermalung eines heiteren Eurovision Song Contest-Abends gedacht, dafür hat man ja Mika & Co..

Das Album gibt es als Stream, die Website der Band liefert noch mehr Informationen dazu. Als mp3-Download wird der Song "Idle hands" geboten (der zwar auch eine düstere Stimmung verbreitet, durch das Riff aber mehr Drive hat als die anderen Songs des Albums) und eine Myspace-Seite gibt es natürlich auch.