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Dienstag, 31. August 2010

Vorhören: Brandon Flowers - Flamingo

Während einer Reise durch den Westen der USA reiste ich aus Las Vegas vorzeitig ab. Ich fürchte Brandon Flowers’ Album gefällt mir ähnlich gut wie die künstliche Stadt. Daher bin ich auch nicht böse, dass dieser Albumstream nur Snippets der Songs ins Internet schickt.

Zumindest in den Charts wird das Album einschlagen.

Fluch oder Segen: Ich + Ich-Trennung

Ich + Ich trennen sich “vorübergehend”. Grundsätzlich betrifft mich das nicht, aber mich interessiert, ob das Radio nun mit weniger oder doppelt so vielen gleich klingenden Songs gefüttert wird. Ich sag’ nur “Hydra”.

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Montag, 30. August 2010

Vorhören: Junip - Fields

Während einige Musiker erst einmal im Schutz einer Band Mut sammeln müssen, bevor sie Solo aktiv werden (siehe Brandon Flowers und sein Solo-Debüt, welches Ende der Woche erscheinen wird) und andere Musiker nach diesem Schritt und schlechten Erfahrungen wieder in den Schoß der Band flüchten (Robbie Williams), wandte sich José González seinem Projekt Junip wieder zu, obwohl er beachtliche Solo-Erfolge vorweisen konnte. Von seinem Debüt-Album “Veneer” wurden über 700.000 Einheiten verkauft. Bekannt wurde er vor allem durch Coverversionen von “Teardrop” (Massive Attack)

und “Heartbeats” (The Knife)

Seine eigenen Songs müssen sich nicht hinter diesen Beispielen verstecken.

Daher bin gespannt auf das Junip-Album “Fields”. Hier kann man es sich schon jetzt als Stream anhören. Ab dem 10. September darf man es dann sogar käuflich erwerben.

Sonntag, 29. August 2010

Musik: Wir sind Helden – Bring mich nach Hause

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“Nun haben wir eben die hohen Erwartungen, die uns gesetzt werden, endlich mal nicht erfüllt, Hurra.”

Diese war eine der Reaktionen der Band auf den verhaltenen Erfolg des vorangegangen dritten Albums “Soundso”, nachzulesen im Wir sind Helden-Buch. “Soundso” war kein schlechtes Album und ich vermute im Nachgang haben noch einige geduldige Hörer die ein oder andere Song-Perle darauf entdeckt. Vor allem war es für Wir sind Helden ein zweifellos willkommener Anlass, ein “Reset” einzuleiten. So kam es auch zur bislang längsten Veröffentlichungspause und zur Zusammenarbeit mit einem neuen Produzenten.

Bring mich nach Hause” ist nun auf dem Markt und weniger ein Befreiungsschlag als eine eindeutige Kursbestimmung in Richtung Indiepop und Abgrenzung gegen den Grönemeyer-Mainstream geworden. Die Helden sind gereift. Charmante Kindlichkeit wurde outgesourct an die eigenen Kids und Synthiesounds werden nun vornehmlich von “echten” Instrumenten erzeugt. So fallen die Unterschiede zwischen der “Standard-Platte” und den Songs im Akustik-Gewand der Bonus-CD auch nicht riesig aus. In beiden Fällen treten die Texte im Vergleich zu den Vorgängeralben noch mehr in den Vordergrund. Und dort trifft Berliner Befindlichkeitslyrik auf Wort- und Songwitz. Da werden selbst aus einem dämlichen T-Shirt Slogan hörenswerte Liedzeilen gezaubert. So charmant Judith Holofernes auch ihre Welt besingt, man muss ihr in diese nicht zwangsläufig folgen wollen. Man kann sie sich auch einfach als Dokumentarfilm vorstellen. “Bring mich nach Hause” ist der Soundtrack dazu. Stimmungsmäßig erscheint dieser pünktlich zum gefühltem Herbstbeginn.

“Alles”, der Titelsong, “Meine Freundin war im Koma und alles, was sie mir mitgebracht hat, war dieses lausige T-Shirt” und “Kreise” sind bislang meine Lieblingstitel. Alle Songs auf “Bring mich nach Hause” verfügen jeweils über einen eigenen Charakter und trotzdem lassen sie sich auf einer silbernen oder schwarzen Scheibe vereinen. “23.55: Alles auf Anfang” hätte sich vielleicht auch auf einem der früheren Werke der Band finden können.

Ich verspüre bei “Bring mich nach Hause” bislang nicht die Begeisterung, die ich den ersten beiden Alben der Helden entgegenbringen konnte. Trotzdem ist “Bring mich nach Hause” bislang das beste deutschsprachige Album des Jahres. Obwohl die Band die drei Jahre sicherlich gut genutzt hat (auch im Sinne der Rentenkasse), war sie doch eigentlich zu lange weg. Schön, das sie wieder “da” ist. 

Die Bonus-Edition enthält zusätzlich alle Songs des Album in Unplugged-Versionen und sollte daher dem Kauf der “ordinären” Version klar vorgezogen werden.

“Alles” wurde so in der “NDR Talkshow” dargeboten:

EinsLive kann mit einem Wir sind Helden-Akustikset aufwarten.

Wir sind Helden-Tour:

  • 17/10/2010     Amsterdam    
  • 18/10/2010     Luxembourg    
  • 19/10/2010     Hamburg   
  • 21/10/2010     Mainz   
  • 22/10/2010     Stuttgart    
  • 24/10/2010     München    
  • 25/10/2010     Erlangen   
  • 26/10/2010     Berlin   
  • 28/10/2010     Bielefeld    
  • 29/10/2010     Leipzig   
  • 31/10/2010     Köln    
  • 01/11/2010     Köln    
  • 02/11/2010     Dortmund    
  • 11/11/2010     Wien   
  • 13/11/2010     Linz   
  • 14/11/2010     Graz    
  • 16/11/2010     Zürich    
  • 17/11/2010     Bern   

“Bring mich nach Hause” klingt nach:

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Samstag, 28. August 2010

Scientology für Einsteiger

Hier ein Ausschnitt aus der Serie “Boston legal” mit einer herrlichen Beschreibung einiger Scientology-Ansichten:

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Freitag, 27. August 2010

Musik: Marie Fisker – Ghost of love

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Die Dänin Marie Fisker lieh dem Electro/Folk-Musiker Trentemøller (die Betonung liegt auf Electro) bzw. dessen Album “Into the great wide yonder” ihre Stimme und damit verlieh sie dem Album etwas Seele. Überprüfen kann man das anhand des Songs „Sycamore feeling“:

Marie Fisker hat aber auch ihr Solo-Debüt “Ghost of love” eingespielt und dieses erscheint heute in Deutschland. Sie mischt darauf überzeugende Songschreiber-Qualitäten mit ihrer intensiven Stimme. Da klingen meist PJ Harvey und Patti Smith mit. Manchmal schafft sie aber auch als Kontrast dazu eine fast sterile Distanz. Stimmungsmäßig fühle ich mich bei vielen Songs an Velvet Underground erinnert. Nur mit einer Nico, die inzwischen die Pubertät, einige Schachteln Zigaretten und einige Gläser Whisky hinter sich hat.

Das Album nimmt etwas Anlauf, bevor es mit dem vierten Song “Jack of heart” einen Höhepunkt ansteuert und ab der Mitte mit den Titeln “My love my honey”, “Devil tear” und “City lies” ein paar der besten PJ Harvey-Songs seit Jahren abliefert und mit dem Duett Marie Fisker/Steen Jørgensen in Form des Songs “Good till now” würdig endet.

“Ghost of love” ist hauptsächlich rockig, ohne Folk- und Country-Einflüsse leugnen zu können. Zum Ausgleich wird auch etwas Pop beigemischt.

Dort gibt es den Song “City lies” als Download und weitere als Stream.

Das ist eine Unplugged-Version des Songs “Jack of heart”:

Marie Fisker Solo-Tour:

  • 08.09. Berlin
  • 09.09. Berlin
  • 10.09. Berlin
  • 23.09. Hamburg

Und mit TRENTEMØLLER:

  • 08.10. Berlin
  • 09.10. Hamburg
  • 10.10. Köln
  • 11.10. München
  • 12.10. Wien

“Ghost of love” klingt nach:

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Video: Seth Lakeman – Hearts & minds

Nun habe ich doch ein offizielles Video zum aktuellen Album gefunden:


 

Donnerstag, 26. August 2010

Musik: Seth Lakeman – Hearts & minds

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In Großbritannien brachte es Seth Lakeman aus Devon bereits vor “Hearts & minds” auf vier veröffentlichte Soloalben und eine Mercury Prize Nominierung. In Deutschland steht nun die Veröffentlichung seines aktuellen Werkes an.

Seth Lakeman macht Folkrock. Im Vergleich zu den weiteren aktuellen britischen Vertretern des Genres (Mumford & Sons, Noah & The Whale, Laura Marling) lässt sich beim ihm der Folk-Anteil am wenigsten leugnen: In fast jedem Song scheint zumindest durch die Instrumentierung die tiefe Verwurzelung im Folk durch. Violine, Banjo und Mandolinen werden zur konstanten Begleitern. Lakemans markante Stimme und die klaren (nicht simplen) Songstrukturen des Albums wirken der Belanglosigkeit entgegen, die ich bei folklastiger Musik oftmals verspüre. Da klingen Rock und Pop mit und Lakeman lässt den Singer/Singwriter durchscheinen, den er im Irish Pub sicherlich vorzüglich geben könnte, nachdem der vorab die größere Bühne “gefolkrockt” hat.

Auch in seinen Texten schafft Lakeman die Kombination recht aktueller Themen mit solchen Stories, die Folkmusik einen Teil ihres Charakters verleihen (z. B. “Preacher’s ghost”).

Während sich auf der Insel einige kritische Stimmen erheben, welche nach fünf Alben die Grenzen der musikalischen Entwicklung Lakemans erreicht sehen, kann er in Deutschland mit einer gewissen Frische ans Werk gehen. Für mindestens ein gutes Album reichen seine Fähigkeiten allemal. Wer von der britischen Folkattacke noch nicht gesättigt wurde, sollte Seth Lakeman ein Ohr leihen. “Hearts & minds” möchte keine Tiefen ergründen oder gar erschaffen und fordert dem Hörer daher nicht viel ab.

Produziert wurde “Hearts & minds” von Tchad Blake, der auch schon für und mit Elvis Costello, Peter Gabriel und Tom Waits aktiv war.

Ein aktuelles Video habe ich nicht gefunden, dafür gibt es auf der Myspace-Site des Künstlers den Song “Hard working man” als Download und hier das Video zum älteren Titel “Race to be king”:

Aktuell ist Seth Lakeman als Support für Runrig unterwegs:

  • 27.08. Gelsenkirchen
  • 28.08. Hamburg
  • 31.08. Berlin
  • 01.09. Leipzig
  • 02.09. Köln
  • 03.09. Stuttgart

“Hearts & minds” klingt nach:

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Mittwoch, 25. August 2010

SZ-Interview: Judith Holofernes

Vorfreudesteigerung auf das neue Helden-Album gefällig? Hier ein Interview mit Judith Holofernes.