Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Mittwoch, 5. November 2008

Fast zwei Jahre Wahlkampf...

... wer hat denn danach noch Lust, die USA zu regieren? Ich denke McCain und Obama haben sich nun beide einen langen Urlaub verdient. Kurt Beck führt derweil die Amtsgeschäfte.

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Vokale gröhlen mit Theeeeees...

... beim warm-up Gig im Hamburger Knust. Schön war's. Details folgen...

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Dienstag, 4. November 2008

Nebeliges Hessen

Ist in "Kassel-Wilhelmshöhe" eigentlich immer Nebel? Den Ort oder irgendetwas entlang der Bahnstrecke habe ich noch nie gesehen. Aber die Wetterlage passt ja zur Klarheit bezüglich der politischen Lage dieses Landstrichs.

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Stimme vor der Wahl

Künstler und andere Persönlichkeiten die (hauptsächlich) in der Öffentlichkeit leben, müssen und sollten sich m. E. nicht zu Wahlen äussern (Politiker sind von dieser Aussage ausgenommen).

Eine weitere Ausnahme bildet David Byrne (Ex-Talking Heads), da er

1. eine tolle Stimme hat und

2. eine E-Mail geschrieben hat, die ich hier gerne zitiere:

Pardon the bulk mailing. I Can't Vote. I am an immigrant with a Green Card and, therefore, I am not eligible to vote in a federal election. FYI - I can get drafted (luckily, Daniel Berrigan burned my draft board's records) and I pay taxes, yet I cannot vote for President. On Election Day, I see my neighbors heading to the nearby elementary school to cast their ballots. The voting booth joint is a great leveler; the whole neighborhood - rich, poor, old, young, decrepit and spunky - they all turn out in one day.

But most of you can vote. What can I say? The Republicans have made us less safe than before 9/11, bankrupted this economy, started an illegal war they can't - and don't intend to - finish, removed what sympathy (after 9/11) and respect the world had for the US, and have robbed US citizens of many of their basic rights. Global warming? What's that? Science and education? Investment in our future? No, thanks - we'll stick with a good 'ole hockey mom. Ignorant, and fucking proud of it, as is always the case.

Although it looks like a shoo-in, it ain't over 'til Florida. And there are plenty of racists in this country who will vote against their own best interests. So please, get to your local elementary school, post office, town hall, or whatever, and cast your vote and make this a country we can all be proud of. We can get out of this mess, and life can be better than it is.

David Byrne
NYC

Hier gefunden.

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Montag, 3. November 2008

Zu oder mit Körperteilen sprechen

"Sprich mit der Hand" kannte ich.

"Sprich mit der Schulter" und "Spricht mit dem Gelenk" sind mir neu.

Sprechstunden

Machtübernahme

Ich wiederhole mein Angebot: Kurt Beck hat einige Aufgaben abgegeben und kümmert sich gerne auch den hessischen Wurmfortsatz an seinem Reich.

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Sonntag, 2. November 2008

Geteiltes Schicksal

Nicht die Zeit für Sarah & Sarah scheint mir.

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Musik: Lambchop - OH (Ohio)

coverOhio gilt im Gegensatz zu Lambchops Heimat Tennessee als einer der "swing states" bei der Wahl des US-Präsidenten, die ja nun endlich bald hinter uns liegen wird. "Swinging" ist Lambchops Musik eher selten, aber wenn sich alle Wähler solche Gedanken machen wie Lambchops Kurt Wagner, sollte man sich um das Wahlergebnis in Ohio keine Sorgen machen müssen.

Das aktuelle Album "OH (Ohio)" wurde u. a. in Form einer Beilage zum Rolling Stone unters Volk gebracht. Über den kommerziellen Sinn oder Unsinn dieser Aktion habe nichts eindeutiges gehört, aber dieses Album verdient m. E. eine breite Hörerschaft und vielleicht klappt es ja auf diesem Weg.

Lambchop dreht sich trotz vieler assoziierter Mitglieder im Kern um Kurt Wagner, einen ehemaligen Parkettleger. Zehn Alben hat er schon auf dem Buckel, aber die Bodenhaftung seines ursprünglichen Berufs hat er im Rahmen seiner Karriere nicht verloren  und handwerklich sauber gemacht ist seine Musik auch. Für mich klingt er oft nach einer "altersmilden" und countryfizierten Version der Eels. Auch die Tindersticks und Leonard Cohen tauchen als Referenzen auf.

Während einige Quellen der Band Stillstand bescheinigen:

Ten albums into a 22-year career and Nashville alt country collective Lambchop are sounding increasingly like a band with diminishing returns. They're stuck on repeat and waiting for the odd wave of critical recognition to wash over them. (www.bbc.co.uk)

sieht Plattentests eine Entwicklung:

Überall dazwischen: Wagners immer noch prachtvoll anklingende Stimme, mit seinem unverwechselbaren, wispernden Sprechgesang, der mit seinen kryptischen Texten zur Selbsttherapie aufruft. Lambchop lassen sich mit "OH (Ohio)" treiben und gehen mehr als nur den einen bestimmten Weg. Wenn auch nicht so zwingend und konzentriert wie zu ihren besten Zeiten, probieren sie sich aus in ihrem neuen, abgespeckten Korsett. Stillstand und Eintönigkeit haben auch in Lambchops neuer Unaufgeregtheit keine Chance.

Mein aktueller Lieblingssong des Album ist "Sharing a Gibson with Martin Luther King Jr". "OH (Ohio)" ist m. E. ein Album, welches durchaus einen schönen Spätsommer verdient gehabt hätte, aber auch an trüben Herbst- und launischen Wintertagen funktionieren sollte.

NPR bietet ein sehens- und hörenswertes "Tiny Desk Concert" mit Kurt Wagner.

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Samstag, 1. November 2008

Musik: Nitin Sawhney - London Undersound

cover

Nitin Sawhney ist ein vielseitiger Künstler, der im UK spätestens mit seiner Mercury Prize Nominierung im Jahr 1999 einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte. Durch seine vielseitigen Ambitionen sind wahrscheinlich fast jedem Bewohner der Insel einige seiner Klänge zu Ohren gekommen. Seine Website fasst seine Tätigkeitsfelder kurz zusammen:

Firmly established as a world-class producer, songwriter, DJ, multi-instrumentalist, orchestral composer, and cultural pioneer, Sawhney has become a latter-day Renaissance man in the worlds of music, film, videogames, dance and theatre.

"London Undersound" ist bereits sein achtes Solo-Album, in unseren Breitengraden ist Nitin Sawhney aber weitgehend unbekannt. Er liefert die Musik, den Gesang müssen andere beisteuern. Nicht selten machen erste die Gäste ein solches Album interessant. Die Zeit führt diese auf:

»Ich liebe London«, sagt Sawhney, »das vielfältige London. Das, was London sein kann.« Dieses London feiert er, indem er auf seinem Album viele verschiedene Stimmen versammelt. Natty, den Sänger mit der Mutter aus Lesotho und dem englischen Vater. Anoushka Shankar, Tochter des berühmten Ravi und Halbschwester von Norah Jones. Imogen Heap, die Sängerin und Songwriterin mit der klassischen Ausbildung. Reena Bhardwaj, eine in England geborene Sängerin von Bollywood-Soundtracks. Aruba Red, britische Dancehall-Hoffnung und Schwester von Cream-Bassist Jack Bruce. Ehrwürdige pakistanische Volkssänger wie Faheem Mazhar und junge Soulsängerinnen wie Tina Grace und Roxanne Tataei. Mit diesen Stimmen bringt Sawhney die Vielfalt der ethnisch diversifiziertesten Metropole der Welt zum Klingen. Und als Bonus gibt es die Stimme von Paul McCartney, dessen Song My Soul zeigt, wie London Undersound funktioniert: als vertontes Kollektivbewusstsein einer Stadt im Umbruch.

Mal ein wenig Lounge-Feeling, ab und zu Fahrstuhl-Eindrücke, Bollywood blickt immer mal wieder um die Ecke, Trip-Hop á la Massive Attack ist auch dabei - musikalisch ist das zwar vielseitige aber sicher nicht schwer verdauliche Kost. Den Gegenpol dazu stellt das Thema dieses Konzeptalbums dar: Die Stimmung in London nach den Bombenanschlägen im Jahr 2005.

Ein Album, welches tatsächlich "London" beschreiben sollte (besonders nach den Attentaten), müsste m. E. hektischer sein, aber vielleicht ist das Leben in London für einen Musiker mit indischen Wurzeln ja eine entspannte Sache.

Der Guardian findet dazu aber versöhnliche Worte:

Compared to other recent albums that address the capital, such as the Bug's London Zoo and even Dusk + Blackdown's Margins Music, this is a record that goes about its business quietly. The chatter of modern culture might make such a response to 7/7 unfashionable, but such a thoughtful voice, and so deeply felt a record, shouldn't go unheeded.

Hier eine Live-Aufnahme des Songs "Distant dreams":