Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.
Freitag, 10. Oktober 2014
Donnerstag, 9. Oktober 2014
Wenn die Bahn Wasser verschenkt…
… ist die Klimaanlage defekt.
Tropische Temperaturen im Oktober im ICE. Das muss man erst mal schaffen.
Mittwoch, 8. Oktober 2014
Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: TV On The Radio-Happy idiot
Im November wird mit “Seeds” das neue TV On The Radio-Album und damit der Nachfolger von “Nine types of light” aus dem Jahr 2011 erscheinen. Laut Sänger Tunde Adebimpe handelt es sich bei “Seeds” um das bislang beste Album der Band. Da mich die früheren Alben nicht nachhaltig beeindruckt haben und der vorab veröffentlichte Song “Happy idiot” durchaus Hit Qualitäten hat möchte ich das erst einmal glauben. Warten wir es ab.
Hier das Video zu “Happy idiot”:
Dienstag, 7. Oktober 2014
Musik: The Wytches-Annabel dream reader
Roh und ungestüm.
Quer durch viele Musikstile prügeln sich The Wytches. Kristian Bell (Gesang, Gitarre) und Gianni Honey (Schlagzeug) spielten bereits gemeinsam in einer Band in Peterborough. Nach dem Split zog es die beiden nach Brighton. Neben ihrem Studium kümmerten sie sich um eine neue Band. Mit Dan Rumsey (Bass, Gesang) und einem kurzeitig involvierten weiteren Gitarristen gründeten sie schließlich 2011 “The Witches”. Erst die Motivation auch über Suchmaschinen gefunden zu werden führte zur Umbenennung in “The Wytches”. Im Sommer erschien das von Bill Ryder-Jones (The Coral) mitproduzierte Debüt “Annabel dream reader”. Aufgenommen wurde es wie auch “Elephant” der White Stripes in den Londoner Toe Rag Studios.
Auf diesem verarbeiten die drei Musiker so ziemlich alle musikalischen Einflüsse, welche sie in den letzten Jahren auf sich einprasseln ließen. Im Kern ist das dunkler Indierock mit ein paar Hardcore-Elementen. Aus der Rolle (im positiven Sinn) fallen vor allem die Surf-Gitarren. Der Song “Fragile male” komprimiert fast umfassend die auf “Annabel dream reader” gebotene Bandbreite. Live durften The Wytches passenderweise u. a. Blood Red Shoes, Metz und die Japandroids unterstützen. Aktuell läuft die Headliner Tour durch die Heimat und Ende des Monats geht es in die USA.
Finanziert wurde die Tour z. T. durch ein Programm der britischen Regierung (the third Music Export Growth Scheme), welches britischen Bands die “Expansion” ins Ausland ermöglichen soll. Unter den 16 Bands dieser dritten Runde sind u. a. The Wombats, Dry The River, Fink, Hadouken und auch The Wytches erschienen offenbar förderungswürdig. Wenn mit dem Programm nachgewiesen werden soll, dass britische Musik nicht nur für weichgespülten und harmonieverliebten Pop steht, sind The Wytches sicherlich eine gute Wahl.
“Annabel dream reader” ist erfreulich roh und energiegeladen. Nur der Gesang dürfte etwas weniger angestrengt sein. “Digsaw”, “Fragile male”, “Part time model” und “Summer again” (zur zeitweisen Entspannung) sind meine Anspieltipps.
Das Video zu “Robe for Juda”:
Und das zu “Gravedweller”:
“Annabel dream reader” klingt nach:
Montag, 6. Oktober 2014
Musik: Zola Jesus-Taiga
Uninspiriert und stellenweise nervig.
Die Taiga ist bekanntlich eine Vegetationszone. Dort wachsen noch Bäume, welche für etwas Abwechslung sorgen. Nördlich der Taiga findet sich die Tundra. Dort gibt es dann noch Flechten, Moose, Gräser und ein paar Zwergsträucher.
“Taiga” ist auch Nika Roza Danilovas (aka Zola Jesus) fünftes Album. Mit diesem ist Zola Jesus bei dem Label Mute gelandet. Seit 2006 bastelt sie an ihrer Karriere. Das Debüt “The spoils” erschien 2009. In Indiekreisen erfreute sich Zola Jesus eine Weile ein gewissen Beliebtheit, für den großen Durchbruch hat es bislang nicht gereicht. Statt dessen folgt mit “Taiga” nun ein Dammbruch. Hallige Gesänge, einfältige stampfende Beats und poppige Soundwände sorgen für eine Atmosphäre, die man sonst nur im Discozelt der Dorfkirmes vermutet. So einladend wie die billigen Lichteffekte dort ist auch “Taiga”.
Die Single “Dangerous days”, “Hunger” (eigentlich schlimm, dass ich hier Discostampfer empfehlen muss) und vor allem das relativ reduzierte “Hollow” sind die besseren Songs auf “Taiga”. Der Rest ist Tundra.
Das Video zu “Dangerous days”:
Passend zu der düsteren Musik kommt Zola Jesus im düsteren November nach Deutschland:
- 10.11. Köln
- 11.11. Berlin
- 12.11. Hamburg
- 13.11. Frankfurt
“Taiga” ist:
Sonntag, 5. Oktober 2014
Bring your own light
Schaffner: “Also dass Leute ihren eigenen Sitz mitbringen habe ich ja schon erlebt…”
“Sie wissen selbst, wie unzuverlässig die Beleuchtung im ICE ist..”
An der Straßenbahnhaltestelle erwarteten die Passanten einen Flashmob. Konnte ich leider nicht liefern.
Freitag, 3. Oktober 2014
Musik: Goat-Commune
Abgefahren.
Im Wikipedia-Eintrag zum schwedischen Dorf Korpilombolo finden sich nur zwei Sätze:
Korpilombolo is a locality situated in Pajala Municipality, Norrbotten County, Sweden with 529 inhabitants in 2010.
The band Goat claim to be from this town, but they spell the town's name incorrectly on their website.
Also wenn Dorf schon über eine Musikgruppe definiert wird, sollte man sich mit dieser befassen. Angeblich agierte die Gruppe als Dorfkombo in diversen Zusammensetzungen schon über einige Jahrzehnte. Auf Goat wurde ich aber nicht wegen des Wikipedia-Eintrages oder während eines Trips in die schwedische Einöde sondern 2012 wegen des Songs “Run to your mama” aufmerksam:
Dieser stammte vom Debüt “World music” der schwedischen Band. Das Niveau dieses Titel konnte die anderen Songs darauf nicht durchgängig erreichen aber zumindest habe ich es als sehr kurzweilig in Erinnerung. Live sollen die aktuell sieben Mitglieder üblicherweise einen bleibenden Eindruck hinterlassen, was nicht nur an ihren Kostümen sondern auch an der wilden musikalischen Mischung und den auf der Bühne zelebrierten Ritualen liegt. Besonders auf Festivals haben sie sich so zu beliebten Künstlern gemacht.
Ich höre bei Goat Prog, Indierock, Electro, World Music (vor allem wegen afrikanischer Rhythmen) und viele andere lustige Einflüsse heraus. Das Ergebnis klingt sehr psychedelisch aber dank der treibenden Rhythmen nie verträumt. Das funktionierte schon recht gut auf “World music” aber “Commune” ist noch ein ganzes Stück überzeugender geraten. Da die neun Songs zwar ab und zu etwas anstrengend aber gerade deshalb fesselnd sind, muss ich gleich mehrere starke Titel nennen: “Words”, “Goatchild”, “Goatslaves” und “Hide from the sun”.
Das Video zu “Hide from the sun”:
Goat’s Commune, the follow-up to their 2012 debut World Music, marks a welcome return from the Swedish band that somehow melds more influences than its lofty predecessor into one enormously satisfying record. […] There are so many interweaving styles and influences at play they'd be, frankly, too laborious to list individually. But among them are love letters to tribal sounds, sampling that's reminiscent of cult horrors, sharp riffing from the 60's, heavier dirges from the 70's, muddy distortion and precise, classical-daubed chord play. Together, Goat manage to make it all sound their own.
“Commune” ist:
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Musik: Philip Selway-Weatherhouse
Er ist zwar “nur” ein Drummer. Aber immerhin der Radiohead-Drummer.
Es sind aufregende Zeiten für Radiohead-Fans. Erst tauchte das Gerücht auf, dass die Band an einem neuen Album arbeitet und dann folgte die überraschende Veröffentlichung von Thom Yorkes “Tomorrow’s modern boxes”. Und das alles geschah kurz vor dem schon länger bekannten Veröffentlichungstermin von “Weatherhouse”.
Wie alle Radiohead-Mitglieder ist auch Philip Selway über seine “Hauptband” hinaus musikalisch aktiv. Bereits 2012 erschien sein Solo-Debüt “Familial”. Ein Jahr später folgte die EP “Running blind”. An zwei Mitglieder seiner Begleitband hat er sich über die Zeit offensichtlich gewöhnt, denn Adem Ilhan und Quinta duften nun auch stärker bei der Entstehung der Songs mitwirken. Quinta war Teil von Bat For Lashes’ Live-Band als diese für Radiohead einheizen durften. Vielleicht kam so der Kontakt zustande. Auf jeden Fall war Quinta wohl für die Streicher-Parts auf “Weatherhouse” zuständig.
Das Gesamtergebnis ist eines Radiohead-Drummers würdig: Ein Album voller dezenter Schönheiten auf Singer/Songwriter Basis mit präsenter elektronischer Untermalung. Wenn nun noch der Gesang einige markante Konturen aufweisen würde wäre die Sache rund. So geraten einige der Songs leider etwas belanglos.
“Around again” ist in meinen Ohren der Hit des Albums, “Coming up for air” (erinnert mich an John Grant), “Don’t go now”, “Drawn to the light” und “Turning it inside out” sind ebenfalls erwähnenswerte Songs. Ohne den Radiohead-Bonus hätte es “Weatherhouse” sicherlich schwerer, Aufmerksamkeit zu erlangen. So stellt das Werk eine im Vergleich zu Radiohead merklich leichter verdauliche Alternative und ein nettes Zwischenspiel zur Verkürzung der Wartezeit auf das nächste Radiohead-Album dar.
Das Video zu “It will end in tears”:
Und das zu “Coming up for air”:
“Weatherhouse” klingt nach:
Mittwoch, 1. Oktober 2014
Musik: The History Of Apple Pie-Feel something
Kurzweilig.
Die Pressemitteilung vergleicht “Feel something” treffend mit einer Zusammarbeit von Beck, The Pains Of Being Pure At Heart und Warpaint. Wäre dem so, könnten die abwechslungsreichen und optimistischen Rhythmen von Beck stammen, The Pains Of Being Pure At Heart wären für den Shoegaze-Gitarrenbrei verantwortlich und Warpaint würde den klaren Gesang beisteuern. Würde man weiter in die Vergangenheit blicken, müsste man wohl noch Lush und ähnliche 90er Bands als Referenz aufführen.
Tatsächlich handelt es sich bei “Feel something” aber um das zweite Album der 2010 gegründeten Band The History Of Apple Pie. Die Sängerin Steph Min und der Gitarrist Jerome Watson erregten mit einigen im Internet veröffentlichten Songs Aufmerksamkeit bei Labels, so dass sich die beiden genötigt sahen, über eine Internetsuche eine Band zusammenzustellen. Tatsächlich fanden sie auf diesem Weg drei Mitstreiter. Mit ihnen nahmen sie das Debüt “Out of view” auf, welches im Januar 2013 erschien und in Indiekreisen nicht unbeachtet blieb.
Die Bassistin mag gewechselt haben, ansonsten knüpft “Feel something” nahtlos an den Vorgänger an. Auf der Produzentenseite durfte sich erneut Joshua Third von The Horrors einbringen. Noise Pop trifft auf Shoegaze Gitarren und als kleinster gemeinsamer Nenner ist das dann wohl Indierock. Gerade aufgrund der fidelen Rhythmen funktioniert das über weite Strecken gut. Leider ist der Gesang nur manchmal bezaubern und stellenweise etwas zu flach bis nervig. Aber da jammere ich auf hohem Niveau.
Bei “Special girl”, “Jamais vu”, “Don’t you wanna be mine?” und “Ordinary boy” kann ich am ehesten den Albumtitel nachvollziehen.
Ein aktuelles Video konnte ich nicht finden, daher “Mallory” vom Debüt:
Den aktuellen Song “Tame” gibt es als Stream auf Soundcloud und hier:
Im November besucht die Band Deutschland:
- 01.11. Hamburg
- 02.11. Berlin
- 03.11. München
- 04.11. Frankfurt
“Feel something” klingt nach: