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Mittwoch, 29. Juni 2016

Musik: Twin Peaks - Down in heaven


Mäßig spannender dritter Aufguss

Die Serie Twin Peaks wirbelte 1990 die Landschaft der TV-Serien auf. Frische und unkonventionelle Ideen fesselten das Publikum ebenso wie die spannende Suche nach Laura Palmers Mörder. Direkt ein Jahr später wurde die zweite Staffel nachgeschoben. Mit 22 Episoden geriet diese etwas lang und nach der Auflösung der zentralen Frage der Serie war die Luft weitgehend raus. Nächstes Jahr soll die dritte Staffel gesendet werden. Bei aller Vorfreude bin ich skeptisch und erwarte eine ähnliche Enttäuschung wie durch den Akte X-Aufguss. 

2013 erschien mit "Sunken" das Debüt der Chicagoer Band Twin Peaks. Diese frische und freche Werk hatte die Band mit einfachen Mitteln und GarageBand im Keller aufgenommen. Schon ein Jahr später erschien mit "Wild onion" der Nachfolger, der etwas ausgefeilter klang aber im Grunde die Linie des Debüts fortsetzte. Erlaubt das kürzlich veröffentlichte dritte Album "Down in heaven" einen Ausblick auf die dritte Staffel der TV-Serie? Natürlich nicht. Vor allem werde ich nächstes Jahr nachdem ich die neuen Episoden geschaut habe kaum an dieses Album zurückdenken. Dafür fehlen die Einstellungsmerkmale oder gar erwähnenswerte Hits. "Wanted you", "Cold lips" und "Holding roses" sind die besseren Songs auf "Down in heaven". Ansonsten ist die Mischung aus Indierock, Indiecountry, Surf Rock und Garage Rock zwar irgendwie lässig aber auch weitgehend austauschbar. Das haben die ganz alten Ikonen (Beatles, Stones, Stooges) oder deren Reinkarnationen (sogar die Strokes) schon ähnlich gut hinbekommen. Und das ganz ohne Garageband. Man mag anerkennen, dass die Band gereift ist, aber mit Verlust der Garage-Mentalität ging m. E. auch der Großteil des Twin Peak-Reizes abhanden. 

Das Video zu "Butterfly":



"Down in heaven" ist:

Dienstag, 28. Juni 2016

Version wars: Fall Out Boy vs. J-Pop vs. Ray Parker Jr.

Na da sollte doch für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Klassisch:


Komödiantisch:


Und, nun ja... mutig:

Montag, 27. Juni 2016

Film: Lucy

























Weit unter den Möglichkeiten...

Luc Besson, Scarlett Johansson und Morgan Freeman: Allein diese Namen machten mit neugierig auf "Lucy". Für einen Kinobesuch reichte es dann nicht, doch nun als Inhalt eines Streaming-Angebots sah ich mir den Film aus dem Jahr 2014 an. 

Die Story dreht sich um das Thema, mit dem auch schon Scientology warb: "Wir nutzen nur 10% unseres geistigen Potentials". Johansson als unfreiwillige Drogenschmugglerin erreicht am Ende des Films 100% und auf dem Weg dahin wird sie zunehmend cleverer und stärker. Ihre Action-Szenen sind glaubhafter als die in den Avengers-Filmen. 

Leider nutzt der Film das Potential der Story auch eher nur zu 10%. Ich fühlte mich ständig an andere Filme erinnert: Ein wenig Matrix, Superhelden-Story, ein Drehort in Asien für das asiatische Publikum. Wirklich gut war der Schnitt von Jagdszenen aus dem Tierreich passend zur Handlung im Film. Das waren dann die 10%...

Sonntag, 26. Juni 2016

Version wars: Portishead vs. Abba

Eigentlich schon überall gelaufen, aber zu gut um nicht gezeigt zu werden:

Zum Vergleich Abbas Version:
 

Samstag, 25. Juni 2016

Musik: The Temper Trap - Thick as thieves

























Abgetaucht in die musikalische Beliebigkeit

Schon mit dem starken Debüt "Conditions" im Jahr 2009 war The Temper Trap eine Band, die vornehmlich durch Vergleiche mit anderen Bands beschrieben werden konnte. 2012 zeigte der Nachfolger "The Temper Trap" zwar eine musikalische Entwicklung, aber wirklich willkommen war diese nicht. Das erinnerte dann doch schon zu sehr an beliebigen Pop.

Nun nähern sich die Australier mit ihrem dritten Werk "Thich as thieves" wieder etwas den Gitarren des Debüts an. Hinzu kommen Electropop-Momente wie z. B. bei "Fall together". Eine wirkliche Weiterentwicklung ist das nicht. 

Gleich drei Produzenten sorgten für eine aus handwerklicher Sicht runde Produktion: Damian Taylor hatte mit Austras "Feel it break" bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Produziert hat er außerdem u. a. Björks "Volta" und "Biophilia", "Battle born" von den Killers sowie für A, The Prodigy und UNKLE. Ben H. Allen III war u. a. für Fanfarlos "Rooms filled with light" und Bombay Bicycle Clubs "So long, see you tomorrow" verantwortlich. Jusin Parker schließlich schaffte gemeinsam mit Lana Del Rey seinen Durchbruch. 

"Thick as thives" landet so zwischen Indierock, Electropop und U2-Hymnen. Positiv fallen der Titelsong (um mal wieder Vergleiche zu bemühen: Editors), "Alive" und "Tombstone" auf. Ansonsten sind die Titel wirklich austausch- und verzichtbar. 

"Fall together" (beginnt nach ca. 45 Sekunden Interview):



Am 19.08 wird die Band auf dem Frequency Festival in Wien und am 11.09. im Rahmen des Lollapalooza-Festivals in Berlin auftreten.

"Thick as thieves" klingt nach:

Freitag, 24. Juni 2016

Inseln

Früher wurden unkontrollierbare Experimente auf Atollen im Pazifik verbrochen. Nun macht man sie auf Inseln in der Nordsee.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Swain - Punk-Rock Messed You Up, Kid!

Wer Routine nicht mag, ändert auch mal den Bandnamen von This Routine Is Hell in Swain. Lust auf etwas Punk mit etwas Grunge?



Rund um die Veröffentlichung ihres Albums im September wird die Band als Support bei John Caffeys (also der Band, nicht des Herrn aus "The Green Mile") Tour unterwegs sein:

  • 07.09. Hamburg
  • 08.09. Berlin
  • 09.09. Nürnberg
  • 10.09. Köln

Mittwoch, 22. Juni 2016

Musik: Jambinai - A hermitage

























Krachig, aber nicht zu anstrengend. Und irgendwie mächtig. 

Die Pressemitteilung zu "A hermitage" machte mich mit dieser Aussage neugierig:
South Korean trio Jambinai sound less like a band than a force of nature, fusing the full dramatic range of post-rock dynamics to Korean folk roots to create an exhilarating, vivid and unique fusion.
Ich hatte nur eine grobe Vorstellung, wie koreanische Folkmusik klingen könnte. Doch wenn man von diesem zugegebenermaßen anspruchsvollen Mix Post-Rock, Drone, Experimental und Metal abzieht, dann bleibt wohl eben diese übrig. 

Passenderweise fanden die drei Musiker hinter Jambinai vor ca. sieben Jahren während ihres Studiums traditioneller koreanischer Musiker zueinander. Durch die Kombination traditioneller koreanischer Instrumente mit Gitarren erzeugen sie eine wirkliche hörenswerte Spannung zwischen sphärischen Phasen und manischen Ausbrüchen. Obwohl fast ausschließlich instrumental gehalten, klingt dieses zweite Album der Band keinen Moment langweilig sondern fast durchgängig fesseln und stellenweise sogar mitreißend. "A hermitage" ist nichts für zarte Ohren, aber durchaus eine kleine Überwindung wert. 

Meine Anspieltipps sind "Wardrobe", "Echo of creation", "Abyss" und "The moutain".

"They keep silence" ist ein trügerischer Songtitel:

Das Video zu "For everything that you lost":

Jambinai live (z. T. auf Festivals):
  • 08.07. Rudolstadt
  • 15.07. Ottensheim (AT)
  • 22.07. München
  • 07.08. Berlin
  • 12.08. Haldern Pop
"A hermitage" klingt nach:

Dienstag, 21. Juni 2016

Bitte mal durchzählen

Ich halte Russen für die mutigsten Menschen der Welt. Zumindest wenn sie für ihr Land an der Fußball EM teilgenommen haben und sie wieder in ihre Heimat reisen...