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Montag, 24. November 2014

Film: Love Supreme–Sechs Saiten und ein Brett

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Offenbar gibt es in Hannover eine weltbekannte Gitarrenschmiede. U.a. zählen AC/DC und die Rolling Stones zu “Duesenberg Guitars” Kunden. Die Geschichte dazu erzählt der Film “Love Supreme – Sechs Saiten und ein Brett”.

Die beiden Regisseure Steffen König und Olaf Neumann machten sich 2010 daran, dem Erfolg der Duesenberg Gitarren auf den Grund zu gehen. Aus eigenen Mitteln und später im Rahmen eines Crowdfunding Projekts finanzierten sie dieses Unterfangen. Mit viel Enthusiasmus meisterten sie die Herausforderungen des Projektes, so auch die bis kurz vor Aufführung des Films unklare Rechtslage bezüglich einiger Songs.

Im Stile einer Reportage mischen sie Konzert-Mitschnitte, Interviews mit Gitarrenbauern und Musikern speziell zu Duesenberg Gitarren aber vor allem zur Gitarre und ihrer Wirkung an sich. Zusätzlich durchziehen den ganzen Film Filmsequenzen, welche die Herstellung eines solchen Instruments zeigen.

Zu Wort kommen u. a. Tito & Tarantula, Dave Stewart, Vince Gill, Keb‘ Mo‘, Wolfgang Niedecken, Westernhagen, der Gitarrenentwickler Dieter „Atze“ Gölsdorf und einige andere mehr.

Anna Loos und ihre m. E. nicht erwähnenswerte Geschichte zu Duesenberg-Gitarren (“Meinem Mann habe ich eine geschenkt und mir eine gekauft, die ich unter dem Bett versteckt habe…”. Was lernen wir daraus? Jan-Josef Liefers kümmert sich wohl nicht um die Wohnungsreinigung.) hätte ich nicht gebraucht, aber auch die Regisseure musste natürlich mit dem arbeiten, was so für Interviews zur Verfügung stand.

Ansonsten ist “Love Supreme” eine gelungene Hommage an eine wichtiges Instrument und den Erfolg der vergleichsweise jungen Gitarrenwerkstatt (1978 gegründet) aus Hannovers Südstadt.

Sonntag, 23. November 2014

Und, was lief gestern so in Hannover?

Nun, da gab es

  • eine Neonazi Demo “Für die Opfer von linker Gewalt”
  • passend dazu die Gegendemo “Kein Platz für Nazis”
  • die AfD Demo "Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder"
  • als Gegenstück dazu die Demo "Vielfalt statt Einfalt"
  • eine Demo unter dem Titel "Mehr Unterstützung für Yeziden in Shengal"
  • das Demo Highlight der Saison: “Pro Babytragen”.

Da fiel die Wahl schwer…

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Freitag, 21. November 2014

Musik: Antemasque-Antemasque

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Oh ein neues At The Drive-In Album? Nein. Ein neues Mars Volta-Album? Nein. Aber irgendwie doch…

Omar Rodríguez-López und Cedric Bixler-Zavala kennen sich bereits seit ca. 25 Jahren. Und in dieser Zeit musizierten sie gemeinsam bei At The Drive-In und später gründeten sie The Mars Volta. Während At The Drive-In recht “punkig-krachig-direkt-auf-den-Punkt” war, lebten die beiden Herren bei The Mars Volta ihre Vorliebe für Konzeptalben und Prog Rock aus.

Dieses Jahr war den beiden dann offensichtlich nach einem neuen musikalischen Vehikel. Seitdem gibt es Antemasque. Mit Ex-The Mars Volta Drummer Dave Elitch nahmen in Fleas Studio in Kalifornien und mit ihm am Bass das gleichnamige Debüt auf.

Während man von Menschen mit Nachnamen wie “Fischer” leichtverdauliche Musik erwarten darf, standen Rodríguez-López und Bixler-Zavala bei At The Drive-In und The Mars Volta für in positiven Sinn anstrengendere Musik. Das hat sich nicht komplett geändert aber ist im Vergleich zu dem Output der Vorgängerbands ist “Antemasque” doch merklich zahmer geraten.

Antemasque vermeidet die Extreme. Es kracht und klirrt nicht gar so garstig wie bei At The  Drive-In und die Prog-Rock Einflüsse sind zwar unverkennbar aber allein schon die Songlängen auf “Antemasque” lassen keine ausufernden Soundeskapaden zu. Dadurch wird es bis auf den markanten Gesang auch schon eng mit den Alleinstellungsmerkmalen aber wer hat schon etwas gegen ein kurzweiliges Alternative-Album?

Die Single “4AM”, “Ride like the devil’s son“, “Momento mori” und das überraschend Country mäßige “Drown all your witches” sind meine Anspieltipps auf “Antemasque”. “50.000 Kilowatts” fällt noch durch sein Pop-Appeal auf und “Providence” ist ein Anwärter auf den Titel des Led Zeppelin-Songs 2014.

“4AM”:

“Antemasque” ist:

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Donnerstag, 20. November 2014

Konzert: Spaceman Spiff im Roxy in Ulm, 19.11.2014

Schon lange wollte ich mal ins Ulmer Roxy. Spaceman Spiffs Konzert dafür eine ideale Gelegenheit. Im Rahmen seiner aktuellen Tour trat er hier ohne Bandbegleitung auf.

Eröffnet wurde der Abend von Peter Pux aus Ravensburg. Auch wenn sein Eröffnungssong den Titel “Wie ein Kind trug”, hörte sich Peter Pux weit mehr wie ein Mann an. Es dauerte einen Augenblick bis Erscheinungsbild und Songs in meinen Augen und Ohren zueinander fanden, aber dann war ich überzeugt, dem perfekten Support Act for Spaceman Spiff zu lauschen.

Mit den Songs

  • Wie ein Kind
  • Am See (Peters Bodenseelied)
  • Patrick
  • Nackt bis auf die Haut
  • Kein Problem (mit A-N-N-A Hip Hop Einlage)
  • Tausend Melodien (mit brummenden Hummeln und summenden Bienen im Publikum)
  • Hamburg

wussten Peter Pux und Sebastian am Keyboard 45 Minuten gut zu unterhalten. Während des Sets wagte sich bereits Hannes Wittmer aka Spaceman Spiff hinter einer Kaffeetasse in den Zuschauerraum.

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Kurz nach 9 Uhr enterte Spaceman Spiff dann mit einem Glas Wein und dem Song “Milchglas” die Bühne. Überzeugend brachte er rüber, dass er sich über das Publikum seines ersten Konzerts in Ulm freute und ab sofort Ulm für ihn nicht mehr nur die Antwort auf “U” bei Stadt, Land, Fluss darstellt.

Hannes Wittmer wirkt auf der Bühne schon fast unheimlich sympathisch. Die Schokoriegel für einige Konzertbesucher hätte er wirklich nicht einsetzten müssen. Aber sie schadeten nicht. Und als Hannes dann noch eine Besucherin mit Bill Watterson T-Shirt (der Comicautor dessen Figur Hannes zu seinem Bandnamen verhalf) auf die Bühne bat, war eventuelles Eis endgültig gebrochen. IMG_2085

Authentisch und begeisternd spielte er locker auf. Auf Publikumswünsche ging er ebenso souverän ein wie auf die Nötigung zur Darbietung des Songs “Mind the gap”. Eigentlich wollte er sich an diesen ohne Band nicht wagen aber Sebastian (siehe Peter Pux) sprang ein und so konnte das begeisterte Publikum auch diesem Song lauschen.

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Die Songs des Abends:

  • Milchglas
  • Hier und der Wahnsinn
  • Hamburg
  • Zeit zu bleiben
  • Schnee
  • Oh Bartleby
  • Der Tag an dem ich nicht verrückt wurde
  • Photonenkanonen
  • Im Norden (neuer Song)
  • Straßen
  • Egal
  • Mit Scherenhängen
  • 100.000 km
  • Han Solo
  • Vorwärts ist keine Richtung
  • Wände

Zugaben

  • Klavierstück
  • Mind the gap
  • Teesatz

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Spaceman Spiff bot tolle 90 Minuten erstklassiger Unterhaltung. Ich war und bin begeistert und empfehle diese weiteren Termine:

  • 21.11. Innsbruck (ebenfalls noch solo)
  • 24.11. Essen (mit Band und Enno Bunger)
  • 25.11. Frankfurt
  • 26.11. Erlangen
  • 27.11. Schweinfurt
  • 28.11. Dresden
  • 30.11. Berlin
  • 01.12. Münster
  • 02.12. Hamburg
  • 03.12. Bremen
  • 04.12. Leipzig
  • 05.12. Rostock
  • 18.12. München (wieder ohne Band)
  • 19.12. Lindau
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Mittwoch, 19. November 2014

Dienstag, 18. November 2014

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Spaceman Spiff und Enno Bunger-Photonenkanonen

Mein vorletztes Konzert führte zu Enno Bunger, das nächste zu Spaceman Spiff. Hier musizieren sie gemeinsam:

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Montag, 17. November 2014

Musik: Damien Rice-My favourite faded fantasy

DR

Große Gefühle vermittelte Rice schon mit wenigen Mitteln. Nun versucht er es mit Verstärkung.

Einige Songs von Damien Rices Debüt “O” haben sich seit 2002 für mindestens zwölf Jahre in mein Gehirn eingebrannt. Diese gefielen mir so gut, dass die vier Jahre Wartezeit bis zur Veröffentlichung des Nachfolgers “9” schon recht lange erschienen. Auch “9” war ein starkes Album, aber die Wirkung von “O” erreichte es bei mir nicht. Zur Strafe ließ der irische Musiker uns nun sogar acht Jahre auf “My favourite faded fantasy” warten.

Schon die mit gut zwei Dutzend Musikern beeindruckend lange Liste der Mitwirkenden lässt vermuten, dass Damien Rice sich für “My favourite faded fantasy” nicht allein auf die Wirkung seiner Akustikgitarre verließ. Die Aufnahmen fanden auf Island statt und Damien Rice lud gefühlt JEDEN isländischen Musiker in sein Haus mit Studio ein um an seiner Musik zu basteln. Da sind eine stattliche Anzahl von Bläsern und Streichern angetreten, seinen Songs einen dicht gewobenen Klangteppich zu verschaffen. Doch auch unter diesen Bedingungen bewahrt Rice noch einige intime bis filigrane Atmosphäre.

Unter den zahlreichen Gästen sind u.a. Helgi Jónsson und dessen Freundin Tina Dico sowie Markéta Irglová. Den Weggang von Lisa Hannigan können diese m. E. aber nicht komplett kompensieren. Rick Rubins Beitrag als Produzent erscheint mir eher unauffällig.

Ich finde man spürt das Herzblut, welches Rice in “My favourite faded fantasy” gesteckt hat.  Wer auf der Suche nach ein paar locker-fluffigen Songs ist, wird hier nicht fündig werden. Aber wer sich Zeit nimmt und die Muse findet, wird sicher einiges entdecken können. Doch während Rice sich und seine Songs auf “O” zurückhaltend unter die Lupe seiner Hörer begab, versucht er nun mit einem Megafon in der Hand die gleiche Wirkung zu erzielen. Das funktioniert nicht ganz. Trotzdem ist “My favourite faded fantasy” keine echte Enttäuschung und ich möchte nun wirklich nicht 16 Jahre auf den Nachfolger warten müssen.

Anspieltipps sind “It takes a lot to know a man”, “The greatest bastard”, “I don’t want to change you” und “Long long way”.

“I don’t want to change you”:

“My favourite faded fantasy” wird in diversen Editionen angeboten und auch die limitierte Auflage in einer Holzbox ist noch verfügbar:

“My favourite faded fantasy” klingt nach:

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Sonntag, 16. November 2014

Buch: Martin Suter-Abschalten

MSA

Das ist das erste Martin Suter Werk, welches ich in die Hände bekam. Das Thema sollte mir eigentlich liegen: Martin Suter blickt mit satirischer Brille auf  Manager und die Probleme vor denen diese stehen, sobald sie ihren geschützten Lebensraum, das Firmenumfeld, verlassen.

In “Abschalten” werden sowohl neue Geschichten rund um das Thema Urlaub geboten als auch Beiträge aus älteren Büchern verwurstet. Die wirklich flüssig (auch wegen ihrer Kürze) lesbaren Erzählungen bieten zwar viele Klischees aber fast immer eine Pointe welche dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern sollte.

Kurzweilig.

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Samstag, 15. November 2014

Walker oder nicht

So richtig begeistert bin ich von “The Walking Dead” nicht… aber die Serie beeinflusst meine Sicht auf die alltäglichen Dinge: Ich schaue manchmal schon genauer hin wenn mir Menschen entgegenkommen um zu entscheiden “Walker oder nicht?”

Am gestrigen Abend in der Straßenbahn in Hannover bin ich gleich mehrfach erschrocken…