Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Konzert: Ólafur Arnalds in der Ringkirche Wiesbaden, 22.05.2013

Perfekt Musik in perfekter Atmosphäre.

2009 sah ich Kettcar in der Ringkirche und die Lokation war einer der Gründe für den Besuch des gestrigen Ólafur Arnalds Konzerts in der Ringkirche in Wiesbaden. Zusätzlich ließen Arnalds’ Alben und Konzertmitschnitte einen schönen Abend erwarten.

Dieser wurde von Douglas Dare eröffnet. Der Singer/Songwriter aus London hatte zwar kein Merchandising zu bieten (“I don’t have anything to sell, but I will give out download codes in the end.”) aber statt dessen 30 Minuten gefühlvoller Songs und Geschichten, die auf den Top Act vorbereiteten.

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Die Titel “Scars” und “Caroline” blieben mir im Gedächtnis. “Caroline” handelt von einer Affäre und ich bin froh, dass Dare ihn trotz seiner Bedenken bezüglich der Kombination von “Affäre” und “Kirche” zu spielen wagte.

Ólafur Arnalds betrat dann kurz vor 21 Uhr mit vier Streichern und einem Posaunisten / Computerbediener die Bühne. Zuerst wurde das Publikum “genötigt” zwei Töne zu singen und von ihm aufzeichnen zu lassen.

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Diese einfache Geste schaffte bereits eine nette Verbindung zwischen Musiker und Publikum. Und das war auch schon der letzte Gesang, der während des Konzert zu hören war. Obwohl einige der stärksten Titel auf dem aktuellen Album “For now I am winter” von Arnór Dan Arnarsons gesanglichen Beiträgen leben, verzichtet Arnalds während dieses Teils der Tour auf ihn bzw. einen Ersatz. Doch erfreulicherweise kompensierte die durch die Instrumentals über knapp 90 Minuten erzeugte Atmosphäre diesen Umstand. Ich war selten vorher so begeistert von Instrumentals. Die jeweils transportierten Empfindungen und Eindrücke waren beeindruckend. Dabei war es egal, ob es sich um Songs über Badewannen (“Ljósid”), den Moment, in dem die Sonne sich hinter einer Wolke hervorkämpft (“Brotsjór“) oder Polen (“Poland”) handelt.

Sympathische Ansagen und Erläuterungen zwischen den Titeln ließen das überwiegend weibliche Publikum verzückt zurück. Ólafur Arnalds erscheint auf der Bühne als nahbarer und bodenständiger Typ. Immer wieder schaffte er einen reibungslosen Übergang zwischen engagiertem Musizieren und lockerem Plausch zwischendurch. Die Songs waren stark genug, das Publikum nach jeder Auflockerung wieder einzufangen und an den eigentlichen “Zweck” des Abends zu erinnern.

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Sicherlich trug die Ringkirche nicht unwesentlich zu diesem nahezu perfekten Konzertabend bei. Doch Arnalds’ Songs können auch aus der Konserve oder in jeder Konzerthalle bestehen und begeistern. Die Verbindung klassischer Instrumente, Arnalds’ verzückender Pianoarbeit und elektronischen Rhythmen schlägt eine Brücke, die sich auch in dem generationenübergreifenden Publikum widerspiegelte.

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Diese Setlist tippe ich nicht ab:

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Mittwoch, 22. Mai 2013

Vorfreude: Ólafur Arnalds

Heute in Wiesbaden.

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Dienstag, 21. Mai 2013

Musik: Motorpsycho-Still life with eggplant

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Gitarrenwahnsinn aus Norwegen.

Fünf Titel, 46 Minuten Spieldauer, der längste Titel lädt und entlädt ein Gitarrengewitter gar über 17 Minuten. Schon diese Eckdaten zeigen, dass es sich bei “Still life with eggplant” um kein gewöhnliches Album handelt. Doch “gewöhnlich” erwartet man ja auch nicht von Motorpsycho. Im Vergleich zu “The death defying unicorn” aus dem letzten Jahr ist diese Platte gar einen Tick gefälliger und zitiert mal eben so ziemlich alles, was in den letzten Jahren 40 Jahren mit Gitarren produziert wurde. Die norwegische Band stellt dabei Prog-Rock in den Mittelpunkt, erinnert offensichtlich gerne an Pink Floyd, Led Zeppelin sowie Deep Purple und schreckt nicht einmal vor Folk zurück. Anscheinend wollte man den zusätzlich angeheuerten Gitarristen Reine Fiske für sein Geld mächtig an den Saiten arbeiten lassen.

Das Album muss nicht zwangläufig jedem Gitarrenfan komplett gefallen, aber für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Schaut man in die umfangreiche Liste der Vorgänger lässt sich das aktuelle Werk wohl am ehesten mit “Heavy metal fruit” vergleichen. Wie jedes der ca. 15-20 Alben vorher bietet auch “Still life with eggplant” noch genug Überraschungen, um die hartgesottenen Fans noch eine ganze Weile bei Laune zu halten. Ich bin gespannt, was uns die Band nächstes Jahr zum 25. Jubiläum um die Ohren hauen wird. 

“Barleycorn” ist mein Favorit auf “Still life with eggplant”. “August” und “The afterglow” können als sanfter Einstieg dienen.

“Ratcatcher”:

“Still life with egglant” ist:

 

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Montag, 20. Mai 2013

Die Bahn: Wunsch und Wirklichkeit

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Etwas klein, daher lesbar die Auskunft im Internet:

  “Aufgrund starker Nachfrage sind keine freien Sitzplätze mehr vorhanden. Bitte wählen Sie eine alternative Verbindung.”

Realität:

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Vorhören: Tricky-False idols

Regelmäßig erklärt Tricky seine letzten Alben für nicht so toll aber das aktuelle Werk für wirklich stark. Immerhin ist er mutig genug, “False idols” vorab als Stream auf die Probe zu stellen.

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Sonntag, 19. Mai 2013

Musik: The Boxer Rebellion-Promises

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Muss hymnischer Indierock gut sein? Nein.

The Boxer Rebellion ist eine “klingt wie” Band. Verglichen wurde sie u. a. mit den Editors, Radiohead, Coldplay, Elbow, Eskobar, Muse, The National und weiteren vorwiegend britischen Bands mit einem Hang zu dramatischen bis hymnischen Melodien. Der Amerikaner Nathan Nicholson am Mikro, der Australier Todd How an der Gitarre sowie die beiden Engländer Adam Harrison (Bass) und Piers Hewitt (Schlagzeug) taten sich 2001 musikalisch zusammen. Das Debüt Exits ging spurlos an mir vorüber. Als Vorgruppe der Editors 2007 hinterließen sie trotz zweier starkes Songs ein blasses Bild. Recht begeistert war ich allerdings vom düsteren “Union”, welches 2009 erschien. “The cold still” fiel dagegen wieder etwas ab.

Mit ihrer vierten Platte “Promises” legt The Boxer Rebellion nun nach: The Killers, A-ha und U2 dürfen ab sofort der “klingt wie” Liste zugefügt werden. Offensichtlich falsch macht die Band nichts. Sie bietet Melodien und sauber produzierte und individuell gefällige Titel. Als Zusammenstellung wirken diese aber recht zerfleddert und richtungslos. Mit “Promises” hält The Boxer Rebellion nicht, was die Verbindung von Indierock und Hymnen versprechen kann. Und eine Rebellion ist das auch nicht sondern ein nettes Album welches ich bald vergessen haben werde. Ich traue der Band wesentlich mehr zu, als sie aktuell zu bieten hat. Höchstens der Song “Diamonds” hat das Potential noch das ein oder andere Mal hervorgeholt zu werden.

Produziert wurde das Album von Billy Bush, der als Gatte von Shirley Manson und Butch Vigs Sidekick Erfahrung hat mit “theoretisch” guten aber häufig sterilen Songs.

Das Video zu “Diamonds”:

The Boxer Rebellion live:

  • 17. September Köln
  • 19. September Berlin
  • 25. September Leipzig
  • 26. September Hamburg
  • 27. September Frankfurt
  • 29. September München

“Promises” klingt nach:

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Samstag, 18. Mai 2013

Sieht schöner aus als es riecht…

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Freitag, 17. Mai 2013

(Potentiell) Bestes Album des Jahres für 5€

“Alle” sind voll des Lobes über das neue The National Album “Trouble will find me”. Um mitreden zu können oder in ein paar Monaten (wenn auch die Radiosender auf den Zug aufgestiegen sind)  nicht mehr zu zahlen sollte man sich überlegen nun für 5 € zuzuschlagen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Musik: Noah And The Whale-Heart of nowhere

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Konsolidierung auf hohem Niveau.

Seit der Gründung im Jahr 2006 vollbrachten Noah And The Whale das Künststück, jedem ihrer drei Alben eine eigene Grundstimmung zu verpassen. Innerhalb dieses “Claims” tobt sich die englische Band auf “Heart of nowhere” nun aus. Da blinzelt die Unbekümmertheit von “Peaceful, the world lays me down” um die Ecke, es ist Platz für die von mir hoch geschätzte Melancholie auf “The first days of spring” und im Kern wird der locker flockige Indiepop von “Last night on earth" fortgeführt. Das Label “Folk” kann man bei der Charakterisierung dieser Platte getrost in der Schublade lassen. 

Durften in der Vergangenheit Laura Marling und Emmy the Great den weiblichen Gegenpart zu Charlie Finks Gesang übernehmen, wird dafür beim Titelsong Anna Calvi eingespannt. So entsteht auch gleich ein Höhepunkt, der zum erfreulich rockigen “All through the night” überleitet. Die folgenden Songs vervollständigen das durchgängig hörens- und liebenswerte Album.

Bereits mit der CD/DVD Edition von “The first days of sping” ließ die Band ihre filmischen Ambitionen durchschimmern. “Heart of nowhere” ist nun das musikalische Gegenstück zu dem gleichnamigen Kurzfilm. Aus meiner Sicht hätte das Album in der Spielzeit gerne die des Kurzfilms deutlicher übertreffen dürfen.

Der Song “Lifetime”:

“Heart of nowhere” ist:

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